Peruanische Mutter findet in Pontevedra keine Wohnung

Silvia, eine peruanische Einwanderin in Pontevedra, scheitert an Mietbarrieren wegen fehlender Gehaltsnachweise und Bürgen, trotz stabiler Arbeit.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Peruanische Mutter findet in Pontevedra keine Wohnung
Ohne Gehaltsnachweis oder Bürge: Die unsichtbare Mauer bei der Wohnungssuche in Pontevedra

Silvia Álvarez-Cano kam vor fünf Monaten aus Lima mit ihren beiden Töchtern im Alter von 13 und 8 Jahren. Sie sucht eine Wohnung in Pontevedra und sammelt Absagen. „Man sagt mir, dass nicht vermietet wird, weder an Familien mit Kindern noch mit Haustieren“, fasst sie zusammen. Es ist kein zufälliger Satz: Es ist der Filter, den Immobilienagenturen und Vermieter in einer Stadt anwenden, in der das Angebot knapp ist und der Preis zum wichtigsten Auswahlkriterium geworden ist. Das Paradoxon besteht darin, dass Silvia arbeitet, ihre Mutter ebenfalls, und beide gemeinsam die Miete tragen könnten. Was ihnen fehlt, sind die vom Markt geforderten Dokumente.

Was Immobilienagenturen heute für die Anmietung einer Wohnung verlangen

Bei PonteHabitat, einer der führenden Agenturen der Stadt, werden ein Arbeitsvertrag, die letzten drei Gehaltsabrechnungen und eine Monatskaution verlangt. Bei Haustieren kommt eine weitere Monatssicherheit hinzu. Natalia Orbán, Leiterin der Agentur, erklärt es ohne Umschweife: „Das Angebot ist sehr gering, die Nachfrage sehr hoch und die Preise steigen immer weiter.“ Bei diesem Ungleichgewicht wählt der Vermieter. Und das Profil, das den wenigsten Papierkram verursacht, gewinnt.

Die Preise, die die Branche in Pontevedra handhabt: Eine Zwei-Zimmer-Wohnung wurde für 795 Euro unterschrieben. Eine Drei-Zimmer-Wohnung mit Garage zwischen 800 und 1.000 Euro. Eine Ein-Zimmer-Wohnung um die 650. Hinzu kommen Hausgeld und Versicherung. Silvia hat es überprüft: „In fast allen Fällen werden mehr als 750 Euro verlangt.“

Warum Vermieter Familien mit minderjährigen Kindern ablehnen

Das am häufigsten wiederholte Argument ist nicht der Preis, sondern das rechtliche Risiko. „Wenn es sich um schutzbedürftige Personen mit minderjährigen Kindern handelt, ist der Eigentümer im Falle von Problemen ungeschützt“, so Orbán. Das Gesetz schützt schutzbedürftige Mieter, was in der Praxis die Zahl der Vermieter reduziert, die bereit sind zu vermieten. Manche formulieren es drastisch: Wenn man beim ersten Zahlungsausfall nicht kündigen kann, zieht der Vermieter es vor, gar nicht erst einzusteigen. Dies ist der perverse Effekt einer Norm, die zum Schutz gedacht war und nun genau jene vom Markt verdrängt, die sie eigentlich schützen sollte.

Hinzu kommt die verwaltungstechnische Situation. Der Regularisierungsprozess für die Einwandererbevölkerung kann bis zu drei Jahre dauern. In der Zwischenzeit bleibt ohne Gehaltsnachweis oder Bürgschaft nur das gemeinsame Zimmer. Silvia und ihre Familie fanden zwei Zimmer für 300 Euro pro Stück, und sie essen im Zimmer, weil die Wohnung viele Menschen beherbergt. „Ein Zimmer zu mieten ist die einzige Alternative, die vielen bleibt“, bestätigen die Mitarbeiter der Nichtregierungsorganisation Boa Vida.

Stundenarbeit, kein Gehaltsnachweis: Der Kreislauf, der sich nicht schließt

Silvia arbeitet auf Stundenbasis. Ihre Mutter verlor ihre Stelle. Gemeinsam versuchten sie, einen Bürgen und die Kaution zusammenzubekommen, aber das Gehalt reicht nicht. „Ich wünschte, ich könnte eine Vollzeitstelle finden“, sagt sie. Das ist der Knotenpunkt: Ohne stabilen Vertrag gibt es keinen Gehaltsnachweis, ohne Gehaltsnachweis keine Vermietung, ohne Vermietung keine Meldeadresse, und ohne Meldeadresse wird jede Regularisierung kompliziert. Ein Kreislauf, den der Markt nicht durchbricht und den die Verwaltung jahrelang braucht, um ihn aufzulösen.

Das abschließende Paradoxon stammt von ihr selbst: Trotz allem würde sie die Reise wiederholen. „Hier fühle ich mich sicher.“ Sie sei aus Lima geflohen, sagt sie, wegen der Unsicherheit. Und landete in einem Markt, in dem die Sicherheit, die dem Vermieter fehlt, genau das ist, was sie auf der Straße im Überfluss hat.



Die Diskussion, die dieser Fall auslöst, geht über Silvia hinaus. Sollte der Vermieter das soziale Risiko übernehmen, das der Staat nicht abdeckt? Oder sollte der Staat den Zugang zu Wohnraum garantieren, ohne die Kosten auf Einzelpersonen abzuwälzen? Bei den aktuellen Preisen und dem minimalen Angebot liegt die Antwort nicht im Markt.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (118 Antworten).

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