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Perlora: Francos verlassene Ferienstadt in Trümmern
Die von Franco für Arbeiter errichtete Stadt Perlora ist seit 2006 geschlossen und kostet den Steuerzahler jährlich 1,4 Millionen Euro.
Was tut man mit einer Ferienstadt, die eine Diktatur baute, vor zwei Jahrzehnten schloss und nun verfällt, während der Steuerzahler dafür aufkommt? Die Ciudad de Vacaciones de Perlora im asturischen Carreño ist heute ein Geisterdorf auf 356.600 Quadratmetern. Villen sind als Ruinen eingestuft, das Gras wächst ungeschnitten, und ein unsichtbares «Verkaufen»-Schild ignoriert niemand seit 2006. Das 1954 von der Gewerkschaftsorganisation Obra Sindical de Educación y Descanso errichtete Komplex, um spanischen Arbeitern jährliche Erholung zu ermöglichen, wurde zum teuersten Denkmal administrativer Vergesslichkeit: 1,4 Millionen Euro pro Jahr nur für Grundstücksunterhalt, Stromnetz und Bewachung eines Geländes, das das asturianische Parlament 2019 als «unrettbar» bezeichnete.
Vom Arbeiterparadies zur bewachten Ruine
Der Ursprung ist eindeutig: Während des Franquismus entstanden 273 Villen, eine Kirche, Speisesäle für Hunderte, Spielplätze und direkter Strandzugang. Familien aus ganz Spanien kamen in 14-tägigen Schichten aus öffentlichen Betrieben; kinderreiche Familien erhielten 20 % Rabatt im Speisesaal. Man pries es als «sozialen Tourismus als Errungenschaft der Arbeiterklasse». 1982 ging das Eigentum vom Staat an das Fürstentum Asturien über. 2005 wurde das Hauptgebäude unter Protesten und Räumung durch die Guardia Civil abgerissen. 2006 schloss es. Seither herrscht Stillstand.
Manche sehen kein ideologisches, sondern ein buchhalterisches Problem: 25 bis 40 Millionen Euro wären für die Sanierung nötig, doch niemand zeigt Interesse. Andere vermuten, der Komplex stört das lokale Immobiliengeschäft, das neue Flächen billiger Konkurrenz vorzieht. Eine dritte, sarkastische Stimme erinnert daran, dass der Ort nur zwei Kilometer von Candás und nahe Gijón liegt: privilegiertes Bauland mit kleinen, verfallenen Villen, die laut Gerüchten für 30.000 Euro Käuferströme auslösen könnten. Die vollständige Kalkulation mit Abrisskosten und Sanierungspreisen ergibt eine überraschende Spanne.
Warum will niemand Perlora übernehmen?
Weil die politischen Kosten die urbanistischen übersteigen. Die Regionalregierung räumte im Parlament ein, dass es kein Projekt gibt, die Investitionen hoch sind und privates Interesse fehlt. Gleichzeitig verschlingen Grünflächenpflege, Rohrleitungen und Sicherheit 1,4 Millionen Euro jährlich aus öffentlichen Kassen. Eine regionale Investition von 300.000 Euro erneuerte das Stromnetz – praktisch bedeutet dies Licht in einem Dorf ohne Bewohner. Die Ironie ist offensichtlich: Man zahlt die Stromrechnung eines Gespenstes.
Der Vergleich mit anderen gewerkschaftlichen Franquismus-Anlagen — Tarragona (1957), Marbella (1962) — zeigt unterschiedliche Wege. Einige wurden umgewidmet; andere, wie die Residenz in Cádiz, wurden wegen struktureller Schäden als Ruinen erklärt und gingen in Privatbesitz über. Hier geschah nichts dergleichen. In sozialen Netzwerken sammeln ehemalige Mitarbeiter und Urlauber Unterschriften für einen Wiederbelebungsplan. Das Fürstentum betont seinen Einsatz für «Nutzungen, die dem Raum ganzjährig Leben geben», und den Erhalt des Bürgerrechts, Perlora zu genießen. Übersetzt: Gute Absichten, aber keine Bagger.
Das Geisterdorf als Grillplatz und Badebucht
Ganz tot ist es nicht. Anwohner kommen das ganze Jahr über zum Grillen und Baden in den spektakulären nahen Buchten. Viele Villen haben dank der Bewachung intakte Fenster und sind besser erhalten, als sie aussehen. Ohne Sicherheitspersonal würden sie innerhalb einer Woche besetzt. Es ist die perfekte Paradoxie: Ein zerfallender Komplex, den niemand okkupiert, weil ein Wächter mit Steuergeld bezahlt wird.
Die Frage ist nicht, was Perlora war. Die Frage ist, wie viele weitere Jahrzehnte wir Rechnungen zahlen, bevor wir entscheiden, ob dies ein Dorf, ein Franquismus-Themenpark oder einfach ein Grundstück mit Nostalgie sein soll.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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