Peak-Oil-Hypothese 2018: COVID, Ukraine und der Dollar

Ein ökonomisches Fiktions-Experiment legt nahe, dass das Peak Oil 2018 stattfand. Pandemie, Krieg und Inflation passen zu dieser These. Es wird eine ewige Verschuldung vorhergesagt.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Peak-Oil-Hypothese 2018: COVID, Ukraine und der Dollar
Das Peak Oil von 2018: Die Hypothese, die ELbichito, Ukraine und den Dollar verbindet

Laut einer in einem Forum kursierenden Hypothese hätte die weltweite Förderung von billigem Öl Ende 2018 ihren Höhepunkt erreicht. Jedes Jahr würden zusätzlich 1 bis 1,5 Millionen Barrel pro Tag benötigt, um das normale Wachstum aufrechtzuerhalten, aber das System könnte diese nicht mehr bereitstellen. Die Energie-Elite wüsste davon und würde entscheiden, den Rückgang ohne Ankündigung zu verwalten. Dies ist der Ausgangspunkt eines ökonomischen Fiktions-Experiments, das nach Ansicht seiner Befürworter mit allem übereinstimmt, was danach geschah: die Pandemie, der Ukraine-Krieg, die Inflation und die Rückkehr des Petrodollars.

Die Pandemie, die zwei Jahre Nachfrage kaufte

Im Jahr 2020 sank die Ölnachfrage um etwa 8,5 Millionen Barrel pro Tag, der größte jährliche Rückgang seit Beginn der Aufzeichnungen. Im April lag sie 29 Millionen unter dem Vorjahreswert. Für die Peak-Oil-Hypothese entsprach dieser globale Lockdown einem Geschenk von mehreren Jahren Nachfragewachstum auf einmal. Die künstliche Zerstörung des Verbrauchs war so gewaltig, dass die Preise stattdessen einbrachen. Lagerbestände füllten sich, schwimmende Speicher erreichten außergewöhnliche Niveaus, und die weltweite Produktion fiel im Mai um rund 12 Millionen Barrel pro Tag, während OPEC+ Kürzungen von nahezu 10 Millionen vereinbarte.

Der Einbruch des Rohöls würde das Peak Oil nicht widerlegen: Es würde dazu beitragen, es zu verbergen. Dann kam das Schwierige: Verhindern, dass die Nachfrage zu ihrem früheren Pfad zurückkehrt. Homeoffice, Videokonferenzen, städtische Auto-Restriktionen, Elektrifizierung und die schrittweise Bestrafung von Verbrennungsfahrzeugen hörten auf, Ausnahmemaßnahmen zu sein, und wurden strukturelle Veränderungen. Im Jahr 2021 lag die weltweite Nachfrage immer noch unter dem Niveau von 2019, insbesondere aufgrund der Luftfahrt.

Ukraine, die Energie-Zange und die Rückkehr des Petrodollars

Wenn die gesundheitliche Rechtfertigung für Aktivitätseinschränkungen verschwindet, taucht eine andere perfekte Entschuldigung für teure Energie auf: der Krieg. Im Jahr 2022 bricht die Ukraine die Energie-Achse, die die europäische Industrie trug. Europa verliert billiges russisches Gas und erhöht seine Abhängigkeit von US-Flüssigerdgas (LNG). Am anderen Ende sind China und Indien vom Öl abhängig, das durch die Straße von Hormus fließt. Man muss keinen Krieg gegen den Iran gewinnen: Es reicht aus, den Golf hinreichend unsicher zu halten, um das Öl der Konkurrenten über Versicherungen, Frachten und permanenter Risiko verteuert.

Die USA verfügen über eigenes Öl und Gas, Kanada und ein wieder in ihre Energiesphäre eingebundenes Venezuela. Aber das Schlüsselstück bleibt: der Dollar. Die US-Schulden brauchen internationale Käufer, und China, Russland und Indien versuchen seit Jahren, ihre Abhängigkeit vom Petrodollar zu reduzieren. Die Antwort wäre, nicht alles Öl zu kontrollieren, sondern das marginale Öl, das die Konkurrenten benötigen. Der Kreis schließt sich: Energie, Dollar, Nachfrage nach US-Schulden, Finanzierung der USA und Macht, mehr Energie zu kontrollieren.

Prognosen: Ewige Schulden, stille Inflation und Rationierung für Reiche

Das Experiment bleibt nicht bei der Vergangenheit stehen. Es stellt konkrete Prognosen auf. Erstens: Die Schulden werden nicht bezahlt, sondern werden ewig. Staaten können nicht zugeben, dass sie nicht zahlen werden, da dies eine sofortige Finanzkrise auslösen würde. Zweitens: Die Inflation wird die Schulden still reduzieren. Wenn eine Schuld 1 % verzinst wird, während die Preise um 2,5 % steigen, verliert der Gläubiger jedes Jahr Kaufkraft. Bei einer Inflation von 3, 4 oder 5 % beschleunigt sich dieser Prozess.

Drittens: Geld wird nicht mehr vollständig neutral sein. Millionen zu haben garantiert keinen Zugang zu Öl, Gas, Strom, Uran oder Halbleitern, wenn der Staat entscheidet, dass diese anderen Aktivitäten zugewiesen werden müssen. Eine Allokationswirtschaft wird entstehen: Preis plus Genehmigung plus strategische Priorität. Viertens: Rationierung für Reiche. Bezugsscheine kehren nicht zurück, aber als übermäßig angesehener Verbrauch wird schrittweise teurer. Die minimale Wohnenergie bleibt geschützt; hoher Verbrauch trägt steigende Tarife. Dasselbe gilt für Kraftstoffe, Flüge oder Zweitwohnsitze.

Der Widerspruch, der die Hypothese nicht entkräftet

Wenn Eliten davon leben, dass wir immer mehr konsumieren, warum dann Austerität auferlegen? Die Antwort liegt in der Natur des Peak Oils. Sie wählen nicht zwischen viel und wenig Gewinn, sondern zwischen dem Verwalten einer bekannten Knappheit oder dem Konfrontieren einer plötzlichen Knappheit. Eine verwaltete Knappheit ist einer angekündigten vorzuziehen. Eine Erklärung würde das Verhalten aller schlagartig ändern: Unternehmen horten Brennstoff, Länder erhöhen Reserven, Privatpersonen füllen Fässer. Ein kleiner physischer Engpass könnte in einen großen kommerziellen Engpass umschlagen.

Manche behaupten, das Peak Oil sei bereits überwunden und wir seien im Rückgang. Andere fügen hinzu, dass es nicht nur Öl ist: Kohle, Gas, Uran, Kupfer und Silber werden denselben Weg gehen. Es ist „Peak All“. Das genaue Datum für jede Ressource ist diskutierbar, aber die Logik ist dieselbe: Jede nicht erneuerbare Ressource geht irgendwann zur Neige, und das Problem ist nicht die Erschöpfung, sondern die Geschwindigkeit und die Kosten, mit denen wir sie erhalten können.

Das Klima war nie das Problem

In dieser Parallelwelt versteht man eines Tages, dass wir jahrzehntelang in die falsche Richtung geblickt haben. Es ging nicht um CO₂. Es ging nicht darum, das Klima zu retten. Es ging darum, dass das billige Öl ausgeht und man andere Energiearten verbrauchen muss. Es war immer seltsam, dass man, um CO₂-Verschmutzung zu vermeiden, durch die Massenproduktion von Batterien verschmutzt. Aus dieser Perspektive macht es Sinn. Verschmutzung ist unwichtig; sie ist eine Ausrede. Das Klima war nie das Problem.

Die unbequeme Frage, die in der Luft liegt, lautet: Welcher Teil dieser Konvergenz beruht auf physischen Grenzen und welcher auf politischen Entscheidungen? Die Analyse scheitert genau dort. Mit Peak Oil passt alles zusammen. Ohne ihn ergibt nichts Sinn. Aber niemand hat bisher bewiesen, welches der beiden wahr ist.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (175 Antworten).

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