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Paqui enterbt Sohn nach 15 Jahren Kontaktstille
Eine Mutter schließt ihren Sohn von der Erbschaft aus, da er seit 15 Jahren keinen Kontakt hat. Laut Cruz Roja erhalten 27 % der betreuten Senioren keine Besuche.
Paqui enterbt den Sohn, der sie 15 Jahre lang nicht besuchte
Kann eine Mutter ihren Sohn, mit dem sie seit fünfzehn Jahren kein Wort mehr gewechselt hat, von der Erbschaft ausschließen? Paqui, Mutter zweier Kinder im Alter von 54 und 51 Jahren, ist sich sicher. Das Verhältnis zur Tochter sei „perfekt“, doch zum Sohn habe man „den Draht gekappt“, seit dieser eine neue Partnerin gefunden habe. Sie weiß nicht einmal, ob er Kinder hat. „Es würde mich jetzt sehr schmerzen, wenn er ein Kind hätte und ich nichts davon wüsste“, gesteht sie in einem aktuellen Interview. Ihr einziges Vermögen ist das Haus ihres Lebens, und sie hat beschlossen, dass dieses nicht an diesen Sohn gehen soll.
Die Entscheidung ist jedoch nicht so einfach, wie es scheint. In Spanien existiert die Pflichtteilsquote (tercio de legítima), jener Anteil des Nachlasses, der gesetzlich den Kindern zusteht und von dem niemand ohne einen genau definierten gesetzlichen Grund ausgeschlossen werden kann. Eine Enterbung ist keine bloße Laune: Sie muss vor einem Notar begründet werden, und wenn der Betroffene klagt, landet der Fall vor Gericht.
Ist eine Enterbung des Sohnes in Spanien möglich?
Ja, aber nur aus den vom Gesetz vorgesehenen Gründen. Das Zivilgesetzbuch erlaubt die Enterbung wegen Verweigerung der Unterhaltspflicht ohne Grund, schwerer Misshandlung, Verleumdung oder Behinderung des Familienverhältnisses, unter anderem. Der Schlüssel liegt im Beweis. Wenn der Sohn Rechtsmittel einlegt, entscheidet ein Richter, ob der Grund real ist oder nur eine Ausrede darstellt.
Im Fall von Paqui wäre der Grund die langanhaltende Entfremdung. Fünfzehn Jahre ohne Kontakt sind ein starkes Argument, aber kein automatischer Freifahrtschein. Die Tochter hat ihrer Mutter laut Bericht bereits gesagt, dass „ihr Bruder es nicht verdient, dass du ihm auch nur die Wohnung gibst“. Dieser Satz klingt, so erzählt, nach Einflussnahme. Und der Einfluss eines Erben auf den Erblasser ist einer der klassischen Gründe für eine Anfechtung.
Die Rolle der Tochter und der Schatten der Manipulation
Die Tochter ist nicht neutral. Wenn der Bruder ausgeschlossen wird, erbt sie mehr. Das bedeutet nicht, dass sie etwas Illegales getan hat, aber ihr Interesse ist offensichtlich. Das Gesetz verbietet nicht, dass ein Erbe der Mutter Ratschläge gibt, aber wenn nachgewiesen wird, dass der letzte Wille der Erblasserin nicht frei war, kann das Testament ungültig werden.
Einige behaupten, die Mutter verberge den wahren Grund der Entfremdung. „Man geht nicht von einer engen Beziehung zu seinem Sohn zu absolutem Nichts über, ohne den Grund zu kennen“, wird argumentiert. Andere sehen es umgekehrt: Der Sohn habe sich aufgrund seiner eigenen psychischen Gesundheit zurückgezogen, und die Mutter suche nun, indem sie ihre Mitschuld leugne, ihn zu bestrafen.
Was passiert, wenn der Sohn das Testament anficht?
Das Verfahren kann Jahre dauern. Der Sohn müsste klagen, nachweisen, dass die Enterbung rechtswidrig ist, und auf ein Urteil warten. Währenddessen ist der Nachlass blockiert. Das Haus kann weder verkauft noch verteilt werden. Für eine Familie mit nur einer Immobilie ist das ein ernstes Problem.
Der andere, sauberere Weg ist, das Haus zu Lebzeiten zu verkaufen und das Geld zu verteilen. Oder es der Tochter zu schenken. Oder es auszugeben. Alles ist legal. Was nicht geht, ist, den Sohn seines Pflichtteils zu berauben und zu hoffen, dass niemand etwas sagt.
Der Kontext: 27 % der Senioren ohne Besuche
Eine Studie des Roten Kreuzes (Cruz Roja) über soziale Vulnerabilität zeigt, dass 27 % der betreuten älteren Menschen nie oder fast nie von ihren Kindern oder Angehörigen besucht werden. Paqui ist kein Einzelfall. Sie ist die Spitze eines Eisbergs unerwünschter Einsamkeit, die oft in drastischen testamentarischen Entscheidungen endet.
Die Frage ist nicht, ob Paqui das Recht hat, zu enterben. Das hat sie, wenn sie es begründet. Die Frage ist, ob das Recht die Testierfreiheit oder den Pflichtteil der Kinder schützen sollte. Und hier gibt es keinen Konsens. Auch nicht in den Gerichten.
Am Ende wird Paquis Haus bei dem landen, den sie bestimmt. Oder bei dem, den ein Richter bestimmt. Fünfzehn Jahre Stille wiegen schwer, aber nicht so schwer wie eine Unterschrift beim Notar.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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