Der 50.000-Euro-Berater, der nie einer von ihnen sein wird
Eine Uhr, die von tausend auf zweitausend Euro wechselt. Eine Daunenweste unter dem Zara-Sakko. Das Firmenbadge den ganzen Tag um den Hals und ein Rucksack über dem Anzug. Die Berater-Parodie, die Pantomima Full als Video umgesetzt hat, ist keine Erfindung: Sie ist eine Beschreibung, die nach Urteil der Branchenkundigen in 99 % der Fälle stimmt. Der Witz funktioniert, weil er nicht übertreibt. Und das Porträt legt eine mittlere Gesellschaftsschicht frei, die Geld verdient, aufsteigt und trotzdem nie ganz in die Welt passt, zu der sie gehören möchte.
Die zentrale Figur ist der Mittelstandsmanager einer Beratung oder eines Investmentfonds: einer, der sich wie die Chefetage kleidet, ohne dazuzugehören, einer, der die Manieren der Elite imitiert, damit die Elite ihn akzeptiert. Darin liegt die Schärfe der Satire. Nicht darin, dass er arbeitet, Steuern zahlt und Erfolg hat —das wird ohne Umschweife verteidigt—, sondern in dieser Imitation, die manchmal durchgeht und manchmal die Herkunft aus der Arbeiterklasse durchscheinen lässt.
Was hinter der Figur steckt: Investmentfonds, CUNEF und Golf
Das Porträt folgt einer Marktlogik, die die Parodie nicht erklären muss. Wer Kunden berät, die Millionen bewegen, muss sich in deren Milieu bewegen, wie sie sprechen und als Teil des Kreises wahrgenommen werden. Teure Weine kennen, gut Golf spielen, segeln können. Die Frage, die im Gespräch aufgeworfen wird, ist unbequem: Würdest du dich in Sachen Vermögen von jemandem beraten lassen, den du gesellschaftlich wie den Obsthändler von nebenan siehst?
Daher die Auswahl. Es wird behauptet, dass 90 % der Mitarbeiter von Investmentfonds und Family Offices aus gut situierten Klassen stammen und sehr elitäre Institutionen wie CUNEF (eine spanische Hochschule für Finanzwesen) durchlaufen haben. Klassismus, so das Argument, sei kein Verdacht, sondern ein Einstellungsmechanismus. In Madrid ist die erste Frage meist, welche Schule und welche Universität man besucht hat, denn daraus lässt sich die gesellschaftliche Stellung und die Wahrscheinlichkeit ableiten, etwas aus dem Networking herauszuholen.
Die Folge ist ein Paradox, das das Video offen lässt. Spanien hat weltweit renommierte Business Schools —IE, IESE und Ähnliche— und eine Unternehmensstruktur, die nicht mithält: Der IBEX 35 konzentriert sich auf Banken, Stromkonzerne, Gasunternehmen, halbstaatliche Firmen und Bauunternehmen, mit Inditex und Grifols als Ausnahmen. Die MBA-Kultur koexistiert mit einer kaum digitalisierten Wirtschaft. Der Fall von Jensen Huang, dem CEO von Nvidia, der nur Ingenieurwissenschaften studiert hat, wird als Beispiel für eine Karriere genannt, die hierzulande schwerer zu finden wäre.
Die Uhr, der Rucksack und die Anglizismen: Statusmarken
Das Gespräch widmet der Ästhetik mehr Aufmerksamkeit als der Bilanz. Das Inventar ist minutiös: die Daunenweste unter dem Sakko, das Badge um den Hals, der Firmenrucksack mit dem Namen des Unternehmens wie das Malzeichen der Bestie, die Markentrinkflaschen und Aufkleber, die spießigen Anglizismen. Details, die zusammen die Uniform eines Stammes bilden.
Die Uhr verdient ein eigenes Kapitel. Im Video wechselt der Protagonist von einer für tausend Euro zu einer für zweitausend: Er hat Karriere gemacht. Die Diskussion driftet zu der Frage, ob eine simple Smartwatch für 135 Euro mit einem hochwertigen Samsung oder Garmin mithalten kann, und zu dem Verdacht, dass, wenn das Uhrzeitablesen zum Merkmal gesellschaftlicher Distinktion wird, man schon weiß, mit wem man es zu tun hat.
Es gibt eine generationale Lesart. Mit zwanzig, so die These, wollen viele Kinder von Angestellten, Pflegekräften oder Lehrern etwas anderes sein; mit dreißig wollen dieselben aussehen wie Relleniton Gekko oder seine postmoderne Version. Der Motor, wird mit einem Augenzwinkern angemerkt, ist simpel: Erfolg bei Frauen haben.
Kritik von beiden Seiten und eine verschlissene Formel
Nicht alle kaufen den Rahmen. Ein Teil des Gesprächs wirft dem Duo vor, immer gegen dieselbe Seite zu schießen, und erinnert an frühere Stücke über die Pandemie, in denen zuerst der lächerlich gemacht wurde, der warnte, und danach der, der sich nicht impfen lassen wollte. Die Antwort: Es gebe auch Parodien auf die Linke, und zweischneidiger Humor nervt nur den, der sich gemeint fühlt.
Der Verschleiß ist real. Mehrere Beiträge stimmen überein, dass sich die Formel wiederholt, dass das Video über den Schlingel besser funktionierte und dass die Berater-Parodie ein Grundproblem hat: Sie ist so treu, dass kein Schauspieler nötig ist. Einen echten Berater vor die Kamera zu stellen, so der Witz, wäre lustiger.
Die Analyse endet genau dort. Die Satire trifft, weil sie beschreibt, und indem sie so gut beschreibt, hört sie auf, Satire zu sein, und wird zum Spiegel. Was sie nicht auflöst —weder das Video noch das Gespräch—, ist die Frage, ob diese mittlere Schicht, die die Elite imitiert, eine lächerliche Anomalie ist oder das Symptom eines Landes, in dem sozialer Aufstieg verlangt, das Drehbuch der anderen auswendig zu lernen.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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