Oxford-Studie: A Coruña ist die lebenswerteste Stadt Spaniens

Der Oxford Global Cities Index 2026 platziert A Coruña auf Platz 68 von 1.000 Städten und auf dem ersten Platz in Spanien bei der Lebensqualität. Wir erklären, was gemessen wird und was fehlt.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Der Oxford Global Cities Index 2026, erstellt von Oxford Economics, platziert A Coruña auf Platz 68 von 1.000 Städten weltweit und macht sie zur lebenswertesten Stadt Spaniens, noch vor Vigo (83) und Madrid (101). Der Stadtrat räumt selbst ein, dass der Wohnungsmarkt weiterhin das Sorgenkind bleibt.

Rankings gibt es für alles, und die meisten verwehen im Wind. Dieses hat einen Kniff: Es fragt niemanden, wie er sich fühlt. Der **Oxford Global Cities Index 2026** von Oxford Economics vergleicht tausend Städte anhand einer Datenbank und fünf Dimensionen —Wirtschaft, Humankapital, Umwelt, Governance und Lebensqualität—. In der letzten taucht **A Coruña** auf Platz **68** der Welt auf. Das ist die beste Position unter den **19 spanischen Städten** in der Rangliste.

Das bleibt nicht bei einem schmucken Platz. In puncto Lebensqualität liegen hinter A Coruña Dublin (70), Stockholm (77), New York (86), Tokio (99), London (147) und Kopenhagen (160). Davor liegen Oslo (6), Paris (10) und Zürich (14). In Spanien folgt als nächste Stadt Vigo auf Platz 83, danach Barcelona (88), Bilbao (93), Valencia (99) und Madrid (101). Dann kommen Valladolid (108), Palma de Mallorca (109), Las Palmas (115), Málaga (124), Saragossa (141), Santa Cruz de Tenerife (146), Granada (170), Murcia (186), Sevilla (202) und Alicante (251). Nur fünf spanische Städte schaffen es in die weltweite Top 100.

## Sechs Indikatoren, die bei der Lebensqualität zählen

Oxford misst weder Glück noch die Zahl der Straßencafés. Für die Dimension Lebensqualität verwendet es sechs Indikatoren: Einkommensgleichheit, Pro-Kopf-Einkommen, Wohnkosten, Lebenserwartung, Kriminalität —anhand der Mordrate— sowie Kultur- und Freizeitangebote. Also alles, von den Kosten der Haushaltsführung bis zu den Möglichkeiten, die Freizeit zu genießen.

Dieser Mix erklärt, wie eine Stadt mit gut 240.000 Einwohnern Hauptstädte mit deutlich mehr wirtschaftlichem Gewicht überholt. Bürgermeisterin **Inés Rey** brachte es so auf den Punkt: „Dass A Coruña die beste Stadt Spaniens ist, wussten wir, die hier leben, längst. Aber es ist immer gut, wenn externe und objektive Indikatoren das bestätigen.“ Sie fügte eine Warnung hinzu: „Dass wir beim Thema Lebensqualität die beste im Land sind, bedeutet nicht, dass alles gut ist, und schon gar nicht, dass es keinen Verbesserungsbedarf gibt.“

## Straßenumbauten, Fahrrad und ein 125-Millionen-Programm für Stadtteile

In den letzten Jahren hat sich verändert, wie die Stadt ihre Straßen erlebt. Der Umbau von Straßen hat Raum für Fußgänger gewonnen und die Barrierefreiheit in den Stadtteilen verbessert – eine Transformation, die mit dem **Plan de Barrios 2025-2028** (Stadtteilplan) weitergeht, der mit **125 Millionen Euro** ausgestattet ist. Das Fahrrad gewinnt an Boden: Die Stadt verfügt über mehr als **57 Kilometer** Radwegenetz, und BiciCoruña bricht Rekorde mit über **1,9 Millionen Fahrten** in diesem Jahr. Dazu kommt der Fußgängerring, der San Diego über **3,5 Kilometer** mit der Straße Observatorio verbindet.

Das sind Infrastrukturdaten, keine Einkommensdaten. Und da liegt der Haken des Index: Er misst, was er misst. Platz 68 bei der Lebensqualität sagt nicht, dass die Gehälter in A Coruña hoch oder die Mieten günstig sind. Er sagt nur, dass die Stadt in der Gesamtbetrachtung dieser sechs Indikatoren besser abschneidet als der Rest Spaniens.

## Die Herausforderung, die der Stadtrat selbst benennt: Wohnraum

Bürgermeisterin Rey verschwieg das Kleingedruckte nicht. „Die Herausforderung ist der Wohnungsbau – und dafür zu sorgen, dass diese Stadt genauso gut ist für die, die es sich leisten können, wie für die, die es sich nicht leisten können“, sagte sie. Und fügte hinzu: „Dass wir in diesem Bereich besser dastehen als andere Großstädte, bedeutet nicht, dass es uns gut geht. Es bedeutet, dass die großen Städte Europas noch schlechter dastehen und dass dort der Wohnungsbau längst aufgehört hat, ein Recht zu sein.“

Rey forderte, eine andere Rangliste anzuführen: die der spanischen Stadt mit dem meisten sozialen Mietwohnraum. Sie erinnerte daran, dass das Concello (Stadtrat) seit Jahren städtebauliche Projekte vorantreibt, die jahrzehntelang stillstanden, und dass sie Bauland übertragen hat und sozialen Wohnungsbau errichtet, wenn auch nicht in ausreichendem Maße. Kritik übte sie auch an der Xunta (Regionalregierung Galiciens): „Fünfzehn Jahre lang wurde keine einzige Wohnung gebaut, während zugelassen wurde, dass etwas so Grundlegendes wie das verfassungsrechtliche Recht auf Wohnraum dem freien Markt überlassen wurde.“ Die Ausweisung der angespannten Mietzone habe die Preise laut Bürgermeisterin zwar gedämpft, doch die Weigerung der galicischen Regierung, den regionalen Teil des Gesetzes umzusetzen, bremse dessen Wirkung.

## Ein objektiver Index, keine Meinungsumfrage

Man sollte diese Rangliste nicht mit den Wahrnehmungsumfragen verwechseln, die jedes Jahr erscheinen. Hier bewertet niemand seine Stadt mit einer Note von 1 bis 10. Oxford Economics verknüpft Daten und vergleicht. Das macht den Index nicht zur Offenbarung, aber zu einem externen Thermometer, das einordnet, was von innen über- oder untertrieben wird. Die Bürgermeisterin selbst sagte es mit galicischem Trockenhumor: „Während mancher den ganzen Tag nur große Töne spuckt, sehen uns von außen und mit objektiven Kriterien als die beste Stadt Spaniens.“

Was der Index nicht beantwortet, ist die Frage, die für Wohnungssuchende am wichtigsten ist. Platz 68 weltweit bei der Lebensqualität und ein ernstes Problem beim Zugang zu Wohnraum für Tausende Menschen lassen sich in derselben Stadt vereinen. Beides ist gleichzeitig wahr. Und wer einen Mietvertrag unterschreiben will, sollte sich eher mit dem zweiten als mit dem ersten befassen.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (5 Antworten).

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