Ourense-Bürgermeister fordert freie Entlassung von Beamten

Gonzalo Pérez Jácome, Bürgermeister von Ourense (Spanien), sorgt mit der Forderung nach freier Entlassung im öffentlichen Dienst für Kontroversen.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Jácome attackiert seine Beamten: „Ein großer Teil arbeitet nicht“

Der Bürgermeister von Ourense, Gonzalo Pérez Jácome, hat eine Debatte ausgelöst, indem er offen erklärte, dass „ein großer Anteil der Beamten nicht arbeitet und sich drückt“ und dass er sich „die freie Entlassung im Beamtensystem“ wünschte. Die Aussage bei einem öffentlichen Event hat die Diskussion über die Produktivität in der Verwaltung und die Starrheit der öffentlichen Strukturen neu entfacht.

Die Diagnose des Bürgermeisters: Drückeberger und fehlende Werkzeuge

Jácome, bekannt für seinen direkten und kontroversen Stil — auch für seine Vorliebe, Videos in sozialen Medien zu posten —, hielt sich nicht zurück. Wie er kritisierte, würden ein erheblicher Teil der Mitarbeiter seiner Stadtverwaltung „den ganzen Tag damit verbringen, weniger zu arbeiten“. Der Bürgermeister ist der Ansicht, dass das aktuelle Gesetz keine Maßnahmen gegen jene erlaubt, die ihre Pflichten umgehen, und fordert einen Rahmen, der die freie Entlassung von Beamten ermöglicht, die keine Leistung bringen.

Der Vorschlag spaltet die Meinungen. Auf der einen Seite sehen ihn einige als notwendige Offenbarung: „Endlich sagt jemand die Wahrheit. Er wird von links bis rechts angegriffen“, fasste ein Kommentar zusammen. Auf der anderen Seite vermuten Kritiker, dass der Bürgermeister nur seine eigenen Leute platzieren will: „Lasst euch nicht täuschen, dieser will nur seine Verbündeten einsetzen“, warnte ein anderer Teilnehmer der Debatte.

Der Konflikt der Visionen: Effizienz versus Unabhängigkeit des öffentlichen Dienstes

Hinter dem Streit liegt ein klassisches Dilemma der öffentlichen Verwaltung. Befürworter des aktuellen Systems argumentieren, dass die Unkündbarkeit der Beamten vor politischer Willkür schützt: „Beamte können nicht frei entlassen werden, damit sie die Verwaltung gegen Politiker verteidigen. Der Traum jedes Politikers ist es, ehrliche Beamte entlassen zu können, die sich weigern, Unterschriften unter illegale Geschäfte zu setzen“, so die Stimme eines Brancheninsiders.

Auf der anderen Seite weisen Kritiker auf den fehlenden Arbeitsanreiz hin: „In privaten Unternehmen geht der Untaugliche auf die Straße, weil er sonst das Unternehmen ruinieren könnte“. Sie erinnern daran, dass laut dem Grundstatut für öffentliche Bedienstete (Estatuto Básico del Empleado Público) bereits Instrumente wie die Leistungsbeurteilung (Artikel 20) und Sanktionen existieren, die bis zur Entfernung aus dem Dienst bei schweren Verfehlungen reichen (Artikel 96). „Das Problem ist, dass die Verantwortlichen keine Ziele festlegen, nicht messen, nicht dokumentieren und keine Verfahren einleiten. Wenn der Bürgermeister behauptet, es sei ein großer Anteil, soll er Daten zu Fehlzeiten, Produktivität und laufenden Verfahren veröffentlichen“, konterte eine technischere Analyse.

Der gordische Knoten: Vetternwirtschaft, Prüfungen und reale Produktivität

Die Debatte beschränkt sich nicht auf die freie Entlassung. Dabei tauchen Vorwürfe der Vetternwirtschaft auf: „Die meisten sind durch Beziehungen eingestellt, ich kenne einige, alles Kinder von“, beschwert sich ein Teilnehmer. Ein anderer weist auf die Nutzlosigkeit vieler Stellen hin: „Auflösung der Provinzverwaltungen (Fruta), die 50 % des Budgets für Gehälter verbrauchen. Auflösung von 7.700 Gemeinden und Reduktion auf 300“. Es werden konkrete Beispiele genannt: eine Gemeinde mit 1.300 öffentlichen Bediensteten, bei der montags und freitags 30 % krankgeschrieben sind, oder das Eingeständnis eines IT-Leiters eines Staatsunternehmens, dass 25 Beamte ausreichen würden, um die Arbeit von 100 zu erledigen.

Parallel dazu wird das System der Einstellungsenseinstellung (Oposiciones) kritisiert, das manchmal so gestaltet ist, dass niemand besteht: „Viele Examensverfahren sind Maschinen, die Kandidaten vernichten, die sich beim Lernen die Ellenbogen blutig geschunden haben“, erzählt ein weiterer Nutzer.

Die unbequeme Zahl

Während die Diskussion hitzig wird, verschweigt der Bürgermeister eine unangenehme Variable: die Zahlen zu Fehlzeiten und Produktivität seiner eigenen Stadtverwaltung. Ohne diese Zahlen klingt sein Vorschlag eher nach einem Slogan als nach einem Managementplan. Und währenddessen deuten selektive Krankmeldungsdaten in Ávila oder León darauf hin, dass das Problem existiert, aber die freie Entlassung — wie Skeptiker betonen — ein zweischneidiges Schwert ist, das für politische Säuberungen genutzt werden könnte, statt den Service zu verbessern.

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (209 Antworten).

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