Orangensaftpreise in Spanien explodieren auf 1,75 Euro

In spanischen Supermärkten stieg der Preis für nicht-konzentrierten Orangensaft von 1,05 auf 1,75 Euro, während Orangenbäume gerodet werden und Industriepreise sich verdoppeln.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Der Tetrapak-Saft, der einst 1,05 Euro kostete, kostet jetzt 1,75

Spanien ist einer der weltweit größten Produzenten von Orangen, dennoch ist der Preis für nicht-konzentrierten Orangensaft im gewohnten Supermarkt innerhalb weniger Monate von 1,05 auf 1,75 Euro gestiegen. Fast eine Verdopplung. Bemerkenswert ist nicht nur die Zahl: Der Anstieg fällt mit einer Ernte zusammen, die geringer ausfällt, mit dem Roden und Verbrennen von Orangenbäumen in der Comunidad Valenciana (Region Valencia) und damit, dass die für die Industrie bestimmte Frucht doppelt so teuer gehandelt wird wie im Vorjahr. Der Verbraucher zahlt mehr für ein Produkt, dessen Rohstoff durch einen Markt geht, der sich komplett verschoben hat.

Von 1,05 auf 1,75 Euro im selben Supermarkt

Den Weg zeichnet der Käufer selbst nach: vor einigen Monaten 1,05 Euro, letzte Woche 1,50 Euro und beim letzten Besuch 1,75 Euro. Drei Überprüfungen, dasselbe Format, derselbe Laden. Laut seiner Aussage gab es keinen Marken- oder Größenwechsel. Die Anpassung beschränkt sich nicht nur auf Saft: Ein Teilnehmer berichtet, dass in einem anderen Supermarkt sogar Papierhandtücher innerhalb eines Jahres von knapp 80 Cent auf fast 1,50 Euro angestiegen sind.

Laut einem Teilnehmer, der Preise aus Deutschland vergleicht, ist dieser Anstieg kein rein spanisches Phänomen: Dort werde ein Liter Eigenmarkensaft zu einem sehr ähnlichen Preis angeboten, wobei er die Löhne als deutlich höher einschätzt. Dies ist ein unbequemes Detail für jene, die die Verteuerung dem lokalen Klima zuschreiben: Wenn der Tetrapak in einem Land mit weniger Sonne gleich viel kostet, erklärt das Wetter wenig.

Und wenn der Verbraucher Alternativen vergleicht, stellt er fest, dass manche Tetrapaks mit mindestens 50% Saftgehalt um die 0,80 Euro kosten, während andere überlegen, auf ganze Früchte vom Gemüsehändler umzusteigen.

Warum spanische Orangen den Saft nicht billiger machen

Dieses Jahr gibt es allgemein eine geringere Orangenernte, und die für die Industrie bestimmte Ware wird mehr als doppelt so hoch bezahlt. Ein Teilnehmer, der angibt, in der Branche tätig zu sein, nennt eine konkrete Referenz: 5,8 Euro für 20 kg, ein Preis, der täglich schwankt und bei Verarbeitungsfrucht bis zu 6 Euro erreichte.

Ein weiterer Geschäftszweig hat sich laut diesem Bericht völlig verändert. Das Fruchtfleisch, das früher weggeworfen oder an jeden Viehzüchter verschenkt wurde, ist heute pelletierte Rohware für Tierfutter, was einem Nebenprodukt Wert verleiht, das bis vor Kurzem nur ein Ärgernis war. Hinzu kommt die maritime Logistik, so ein anderer Teilnehmer: Container mit importierten Orangen, die den Suezkanal passierten, mussten das Kap der Guten Hoffnung umrunden, und die Kosten pro Container schossen in die Höhe. Manche weisen auch auf die Verteuerung des Tetra-Pak-Kartons hin.

Das Ergebnis, so wird im Thread argumentiert, ist, dass Saftorange aus Brasilien oder Südafrika stammen kann, obwohl wir uns im Land der Orangen befinden: Importiertes Konzentrat würde in die Mischung gelangen, weil man in der lokalen Sorte nicht immer die Süße findet, die das Endprodukt erfordert. Eine paradoxe Situation mit Kosten.

Auf dem Feld werden Orangenbäume gerodet, während die Industrie mehr zahlt

In der Comunidad Valenciana werden Parzellen gerodet und verbrannt, nachdem mehrere Kampagnen Verluste brachten. Ein Fall, der von regionaler Presse aufgegriffen wurde, betrifft einen jungen Landwirt aus Algemesí, der seine Mandarinenplantage zu Asche reduzierte. Die Zahl, die Kontext für diese Entscheidungen liefert, ist eine andere, so ein Teilnehmer: Ein Produzent erhält etwa 20 Cent pro Kilo Saftorange, aber die Produktion kostet ihn 50 Cent. Mit diesen Zahlen wäre jedes verkaufte Kilo ein verlorenes Kilo.

Der Satz, der unter Branchenbeobachtern kursiert, ist explizit: Sieben Cent pro Kilo Orange zu bekommen „führt dazu, dass wir die Bäume verbrennen“. Es scheint keine Metapher zu sein.

Ist es günstiger, zu Hause zu pressen?

Die am häufigsten wiederholte Rechnung im Thread ist einfach: Aus zwei Kilo Orangen gewinnt man einen Liter Saft, und bei einem Fruchtpreis von 1,50 Euro pro Kilo liegt der hausgemachte Saft bei etwa 3 Euro pro Liter. Teurer als der Tetrapak, selbst bei 1,75 Euro. Die Sache ändert sich, wenn man groß einkauft: Zwei Säcke à 5 Kilo für 4,95 Euro bei einer anderen Kette senken die Kosten pro Kilo weit unter den Preis für lose Orangen.

Dann gibt es noch die Diskussion über die Ernährung, die im Grunde dieselbe ist wie immer. Dass abgepackter Saft Wasser, Zucker und etwas Frucht sei; dass gepresster Saft die Fruktose dreier Orangen ohne Ballaststoffe konzentriere; dass es sinnvoller sei, die Orange ganz zu essen. Das sind Meinungen, die leidenschaftlich verteidigt werden und die man als das betrachten sollte, was sie sind: Bei Fragen zu Ernährung und Gesundheit sollte man medizinischem Fachpersonal zuhören, nicht einem Etikett oder einem Internetkommentar.

Steuern, Mindestlohn, Margen: Jeder benennt seinen Schuldigen

Wenn der Preis eines Grundnahrungsmittels explodiert, füllt sich die Diskussion mit Verdächtigen. Manche zeigen auf Regulierungen, die den Landwirt ersticken, und den Effekt des Mindestlohns (SMI) auf die Kosten; andere zielen auf die Marge des Einzelhandels, die im Lebensmittelbereich bei durchschnittlich 2% liegen soll; und es fehlen nicht jene, die den russischen Zinssatz, den Klimawandel oder eine globale Agenda nennen, die niemand konkretisiert. Jede Erzählung hat ihren Teil, aber keine schließt die Gleichung.

Der Punkt, der am meisten beunruhigt, ist der Kontrast zwischen der offiziellen Inflationsrate — laut Angabe bei 3,5% — und der tatsächlichen Rechnung im Supermarkt, wo die Lebensmittel sich in einem anderen Tempo bewegen. Daher stammt die am häufigsten wiederholte Diagnose: Es ist nicht so, dass ein einzelnes Produkt teurer geworden ist, sondern dass der gesamte Warenkorb zu einer Übung im mentalen Buchhalten geworden ist.

Während der Produzent Centbeträge erhält, die Industrie 5,8 Euro für 20 Kilo zahlt und der Tetrapak 1,75 Euro kostet, passt die Rechnung nirgendwo hin. Noch hat niemand darauf hingewiesen, in welchem Glied der Kette das Geld hängen bleibt. Und wie lange hält ein gepflanzter Orangenbaum durch, während man auf die Antwort wartet?

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (282 Antworten).

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