Estás usando un navegador desactualizado. Es posible que no muestre este u otros sitios web correctamente. Debe actualizar o usar un navegador alternativo.
Open Arms und öffentliche Zuschüsse: Spanien folgt der Geldspur
Die Fundación Proa (Open Arms) erscheint laut öffentlichem Register als Empfängerin von zweckgebundenen Zuschüssen spanischer Stadtverwaltungen, Provinzräte und Inselregierungen...
Das öffentliche Geld, das Open Arms trägt: zweckgebundene Zuschüsse von lokalen und regionalen spanischen Behörden
Eine Abfrage des spanischen nationalen Systems für Transparenz öffentlicher Zuschüsse hinterlässt eine unbequeme Spur: Die Fundación Proa (Pro-Activa Open Arms) erscheint als Empfängerin von zweckgebundenen Zuschüssen (sogenannte subvenciones nominativas, die ohne vergaberechtliches Verfahren vergeben werden), die von Verwaltungen unterschiedlicher politischer Couleur und aus verschiedenen Gebieten gewährt wurden. Es gibt kein Wettbewerbsverfahren, kein verpflichtendes Vorprojekt. Der Zuschuss wird per Direktzuweisung vergeben. Zu den als Geldgebern aufgeführten Stellen gehören das Departament d'Igualtat i Feminismes der Generalitat (Regionalregierung Kataloniens), die Provinzverwaltung Tarragona, der Stadtrat von El Prat de Llobregat, der Cabildo Insular de Gran Canaria (Inselregierung) und der Stadtrat von Gata de Gorgos. Der am häufigsten wiederkehrende Betrag liegt bei rund 20.000 Euro pro Zuweisung.
Wer zahlt wie viel: die Landkarte der zweckgebundenen Zuschüsse
Das öffentliche Register erlaubt es, einen Teil des Geflechts nachzuzeichnen. 2023 gewährte die Generalitat de Catalunya der Stiftung 50.000 Euro für eine Wanderausstellung über Menschenrechte an Bord des Open-Arms-Schiffs. Im selben Jahr steuerte die Provinzverwaltung Tarragona 20.000 Euro für das Projekt „Schutz durch Präsenz, humanitäre Rettung und Kommunikation im Mittelmeer" bei. 2021 gewährte der Stadtrat von El Prat de Llobregat weitere 20.000 Euro per Direktzuschuss, und der Cabildo de Gran Canaria tat es ihm mit demselben Betrag gleich. 2020 wiederholte die kanarische Inselregierung dies: 20.000 Euro an Direktzuschüssen für laufende Kosten. 2019 steuerte die Provinzverwaltung Tarragona 15.000 Euro für Treibstoff bei, der Stadtrat von El Prat 25.000 Euro für Schutz- und Notfallarbeit, und der Stadtrat von Gata de Gorgos 2.500 Euro über eine Vereinbarung.
Die Summe der sichtbaren Posten übersteigt in sechs Jahren 170.000 Euro – allein in dieser Stichprobe. Das Muster wiederholt sich: Kommunale und regionale Verwaltungen finanzieren eine Organisation, die im zentralen Mittelmeer tätig ist, nicht in ihren eigenen Hoheitsgewässern. Manche fragen, warum eine Kleinstadt mit 9.000 Einwohnern oder eine Inselregierung öffentliches Geld für eine NGO ausgibt, die ihren Bürgern keine direkten Leistungen erbringt.
Das Rettungsargument und der Verdacht des Geschäfts
Wer die Arbeit von Open Arms verteidigt, führt an, dass die Organisation lediglich der Rettungspflicht in internationalen Gewässern nachkommt, wo die europäischen Behörden ihre Such- und Rettungskapazitäten zurückgefahren haben. Aus dieser Sicht wäre die öffentliche Finanzierung eine Art Ausgleich für die Aufgabe der staatlichen Verantwortung. Die Wanderausstellung, die Vereinbarungen und die zweckgebundenen Zuschüsse würden als Unterstützung humanitärer Arbeit gerechtfertigt, die sonst keine Mittel hätte.
Die andere Seite ist weniger schmeichelhaft. Manche sehen in diesen Zuschüssen einen geschlossenen Kreislauf: öffentliches Geld, das eine Aktivität finanziert, die wiederum einen Migrationsstrom erzeugt, der dann mehr öffentliche Ausgaben für Unterbringung, Gesundheitsversorgung und Sicherheit erfordert. Ein Kreislauf, den manche als ein schneidiges Geschäft bezeichnen. Das Fehlen eines Wettbewerbsverfahrens bei den zweckgebundenen Zuschüssen macht es unmöglich zu wissen, ob eine andere Organisation dasselbe für weniger Geld leisten könnte. Es gibt auch keine öffentlichen Kennzahlen zu den Kosten pro Rettung und keine Prüfberichte, die aufschlüsseln, wofür die jeweils 20.000 Euro genau ausgegeben werden.
Der Kapitän, die Villen und die Intransparenz der Konten
Auf persönlicher Ebene kursieren Behauptungen über das Vermögen des Schiffskapitäns, dem Grundbesitze in Gemeinden in Barcelona, Girona und Alicante zugeschrieben werden. Es sind Vorwürfe ohne Vorlage von Grundbuchunterlagen oder irgendwelchen Gerichtsurteilen. Man sollte sie als das behandeln, was sie sind: unbestätigte Verdächtigungen. Genauso verhält es sich mit den Zahlen über angebliche Einkommen von NGO-Managern, die sich im Bereich der Spekulation bewegen.
Überprüfbar ist hingegen die strukturelle Intransparenz. Zweckgebundene Zuschüsse erfordern kein Wettbewerbsverfahren, und die veröffentlichten Informationen beschränken sich auf Empfänger, Betrag, Datum und eine generische Projektbeschreibung. Keine Aufschlüsselung der Ausgaben, keine Ergebnisindikatoren, keine Wirkungsbewertung. Der Steuerzahler zahlt und weiß nicht genau, was er kauft.
Das Geschäft mit der Armut und die institutionelle Komplizenschaft
Die eigentliche Debatte geht über Open Arms hinaus. Es geht um ein Modell öffentlicher Finanzierung, das Organisationen im Bereich Migration und Entwicklungszusammenarbeit ohne die üblichen Kontrollen der öffentlichen Auftragsvergabe trägt. Das englische Konzept des „Government Cut-Out" beschreibt nach Aussage eines Debattenteilnehmers Einrichtungen, die als faktische Verlängerung der Verwaltung agieren und Aufgaben übernehmen, die die Regierung nicht offen übernehmen kann oder will. Wer der Geldspur folgt, dem fällt die institutionelle Komplizenschaft schwer abzustreiten.
Derweil bleibt die Debatte darüber, ob diese Zuschüsse Leben retten oder ein Geschäft speisen, ohne offizielle Antwort. Die Daten liegen vor, in einem öffentlichen Register, das jeder einsehen kann. Die Deutung hängt, wie immer, davon ab, wo man den Fokus setzt: auf die Rettung oder auf die Rechnung.
Wie viele zweckgebundene Zuschüsse müssen noch zusammengezählt werden, bis jemand eine Prüfung fordert?
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
Die ganze Diskussion lesen (97 Antworten).
Ein spanisches Gericht hat die Reservierung von 40 % der Feuerwehrstellen für Frauen in Katalonien bestätigt, wobei geschlechtsspezifische körperliche Standards angewendet werden.
Der Fall gegen Spaniens Ex-Regierungschef Zapatero wackelt: US-Beweise könnten für ungültig erklärt werden. Gefängnis droht wohl nicht, doch der Rufschaden könnte…
Pedro Sánchez setzt das Zieljahr 2031 und fordert Mut von der spanischen PSOE – mitten in einer Welle von Skandalen, während das Enkelgesetz monatlich 16.000 neue Wähler bringt.
Miriam González, die Ehefrau von Nick Clegg, führt Democracia21 an, eine europäisch unterstützte liberale Partei, die die Lücke von Ciudadanos füllen will. Kann das…