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Öl bei rund 104 Dollar, Gas übersteigt 80 €/MWh
Das Fass liegt bei rund 104 Dollar bei gesperrter Straße von Hormus, das Gas übersteigt 80 €/MWh. Manche halten den aktuellen Preis für eine Verharmlosung der kommenden Knappheit.
Das Fass liegt bei rund 104 Dollar, das Gas ist bereits über 80 €/MWh
Das Öl notiert bei etwa 104 Dollar je Fass. Seit Monaten ist die Straße von Hormus gesperrt, und manche halten diesen Preis nicht für eine Warnung, sondern für ein Schnäppchen verglichen mit dem, was noch kommen kann. Das Gas hat derweil bereits 80 Euro pro Megawattstunde überschritten und trifft Europa deutlich früher als das Rohöl. Die Energierechnung ist zum eigentlichen Thermometer der Krise geworden – und das Thermometer zeigt Fieber.
Warum 104 Dollar je Fass zu wenig sind
Die Logik von Angebot und Nachfrage ist außer Kraft gesetzt. Bei einer seit sechs Monaten blockierten Straße von Hormus halten manche ein Fass für 104 Dollar für viel zu billig angesichts des Engpasses, unter dem der Markt leidet. Im Kern ist die Überlegung einfach: Wenn das Rohöl längere und teurere Routen nehmen muss, sollte der Preis das deutlicher widerspiegeln, als er es derzeit tut.
Das Gas ist es, das in Europa den eigentlichen Schaden anrichtet. Mehr als **80 Euro pro Megawattstunde** zu zahlen, während das Öl scheinbar im Zaum gehalten wird, ergibt ein unbequemes Bild: Der Kontinent zahlt seine Energierechnung durch die Hintertür – über Heizung und Industrie –, noch bevor das Rohöl endgültig überläuft.
Der kommende Winter und das Heizöl bei 1,50 Euro
Das Heizen wartet nicht. Das Heizöl hat sich bei rund **1,50 Euro** eingependelt, und die Frage ist nicht mehr, ob die Rechnung steigt, sondern um wie viel. Ein kalter Winter bei diesen Preisen verwandelt jedes zusätzliche Grad in eine häusliche Debatte darüber, wie weit man das Thermostat herunterdrehen kann, bevor man wirklich friert.
Der Strom hält vorerst stand. Doch der Markt wirft nervös Blicke auf jede Gaspreiserhöhung, denn der Strompreis zieht am Ende die Kosten für das Gas nach sich, das zur Erzeugung verbrannt wird. Darin liegt die Falle: Das Fass macht Lärm, aber das Gas entscheidet.
China und die USA würden bereits ihre Reserven anzapfen
Es kursiert eine Erklärung, die in den Zeitplan passt: China soll sich anderthalb Jahre an Öl angehäuft haben, bevor der Konflikt ausbrach, und verbrauche nun die Vorräte, statt zu kaufen. Die USA würden es mit ihren eigenen Beständen ebenso halten. Das Ergebnis ist ein Markt, der ruhig wirkt, weil zwei Giganten gerade den Schrank leeren.
Sind diese Reserven aufgebraucht, ändert sich das Szenario. An dem Tag, an dem China und die USA als Käufer auf den Markt zurückkehren, hat der Preis das heutige Polster nicht mehr. Das ist das unbequemste Argument der Analyse: Der aktuelle Preis misst nicht die Knappheit, sondern die Ruhe vor der Knappheit.
Der Kater, den niemand beachtet
Selbst wenn der Konflikt morgen gelöst würde, wäre die Krise nicht vorbei. Beschädigte Raffinerien und Anlagen brauchen Monate, um wieder voll zu laufen, und Staaten und Unternehmen müssen sich an eine neue Nachfrage und neue Preise anpassen. Der Treibstoff bliebe noch monatelang teuer, vielleicht ein Jahr, während das Zerstörte repariert wird.
Und dann sind da noch die Steuern. Die Regierungen, die derzeit für jeden verkauften Liter mehr einnehmen, werden es nicht gerne sehen, wenn diese Einnahmen bei fallenden Preisen schrumpfen. Der fiskalische Kater kann länger dauern als die Energiekrise selbst.
Euribor und die kommende Hypothek
Die Energie bleibt nicht an der Tankstelle. Teures Öl befeuert die Inflation, und die Inflation drängt die Zentralbank, die Zinsen hoch zu halten. Der Euribor, der sich bereits in unangenehmem Terrain bewegt, ist die häusliche Übersetzung dieses ganzen Durcheinanders: Die Hypothek Tausender Familien steigt, während das Fass steigt.
Das Szenario, das der Markt zeichnet, ist nicht das eines vorübergehenden Schreckens. Es ist das einer Energiekrise, die sich in den Einkaufskorb, in die Heizung und in die monatliche Kreditrate schleicht. Ein Cocktail, der bereits serviert wird und von dem niemand weiß, wie lange er reichen wird.
Die ehrlichste Prognose lautet, dass das Öl weiter taumeln wird, solange die Reserven halten. Sind sie aufgebraucht, werden wir sehen, ob der Markt wirklich so ruhig war, wie er schien – oder ob er nur den Atem anhielt.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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