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Telefónica für 20-30 Euro kaufen: die Wette derer, die einen Reibach erwarten
Telefónica für 20-30 Euro kaufen? Die Prognose eines Reibachs in fünf Jahren kollidiert mit negativen Zahlen und einer überalterten Aktionärsbasis.
Telefónica für 20-30 Euro kaufen: die Wette, die spaltet
Lohnt es sich, Telefónica-Aktien zu den aktuellen Kursen zu kaufen? Manche sind überzeugt, dass der Telekomkonzern in fünf oder zehn Jahren zwischen 20 und 30 Euro notieren wird – weit über dem heutigen Niveau – und dass jeder, der das nicht sieht, ein blinder Zweifler ist. Die These stützt sich auf zwei Säulen: das Aufkommen der künstlichen Intelligenz und den quasi-staatlichen Charakter des Unternehmens. Das Problem: Die Zahlen, die diese These begleiten, passen nicht dazu.
Das Szenario von 20-30 Euro je Aktie
Die Prognose ist deutlich: In einem Zeithorizont von fünf bis zehn Jahren könnte Telefónica zwischen 20 und 30 Euro je Aktie wert sein, vielleicht sogar mehr. Das zentrale Argument lautet, dass die künstliche Intelligenz die Nachfrage nach Konnektivität und digitalen Diensten ankurbeln wird und dass der Konzern dank seiner Größe und Infrastruktur bestens positioniert ist, um dieses Geschäft abzugreifen. „Sobald die KI einsteigt, geht es ab wie eine Rakete“, fasst einer der Verfechter der Idee zusammen. Der Kauf wird als etwas ganz Einfaches dargestellt, fast selbstverständlich: liquide Aktien, die man in jeder Filiale kaufen kann, ganz ohne ausgefeilte Plattformen. Der Vergleich mit einer Immobilie taucht immer wieder auf: ein greifbarer Vermögenswert, von der alten Sorte, den man kauft und liegen lässt.
Das Problem ist, dass die buchhalterische Realität des Unternehmens ein weit weniger schmeichelhaftes Bild zeichnet. Die Kritiker der These fassen es kühl zusammen: zwanzig Jahre Abwärtstrend, negatives Ergebnis je Aktie, eine Wachstumsschätzung im zweistelligen Minusbereich und eine ebenfalls negative Ausschüttungsquote. Unter diesen Voraussetzungen lautet die Frage nicht, ob die Aktie steigen wird, sondern warum jemand sie heute überhaupt kaufen sollte.
Das Erbe von Kapitalerhöhungen und Dividenden
Die jüngere Geschichte von Telefónica ist von einer Aktionärsvergütungspolitik geprägt, die mehr Fragen als Gewissheiten aufgeworfen hat. Manche erinnern daran, dass viele Anleger ihre Papiere seit dem Börsengang gehalten haben und dass die Kurse einst nahe an 30 Euro lagen. Der Trick, Dividenden auf Kosten von Kapitalerhöhungen zu zahlen, wird mit einem zwinkernden Auge als „ein wasserdichter Plan“ beschrieben. Das Ergebnis ist eine überalterte Aktionärsbasis: Anleger, die auf die regelmäßige Rente gesetzt hatten und nun zusehen müssen, wie sich der Wert ihres Anteils verwässert.
Auch das Profil des durchschnittlichen Aktionärs des Konzerns ist ein Diskussionspunkt. Es wird darauf hingewiesen, dass die meisten Führungskräfte des Unternehmens mit ihren hohen Gehältern im Rentenalter sind und dass auch die treuesten Kunden – jene, die das komplette Leistungspaket halten – allmählich verschwinden. „Tote verlängern das Maximal-Abzock-Paket nicht“, urteilt einer der Beiträge, eine Mischung aus schwarzem Humor und Demografie-Analyse.
Das Management und das Wahrheitsgebäude
Die Kritik beschränkt sich nicht auf die Zahlen. Sie richtet sich auch gegen das Management und die Nähe zur Macht. Man erinnert daran, dass die Nation dem Unternehmen ein Wahrzeichen gebaut hatte – das höchste Gebäude Madrids und Spaniens seinerzeit – und dass das Unternehmen es nun verkauft, um es zu erweitern und zu verunstalten. Der Verweis auf das Gebäude veranschaulicht, was als Verlust von Identität und Verwurzelung empfunden wird. Das Unternehmen wird in den Worten eines Teilnehmers als „quasi-staatliches Monstrum“ beschrieben, das schlecht funktioniert und Ekel erregt. Das Misstrauen gegenüber dem öffentlichen bzw. halböffentlichen Management zieht sich als roter Faden durch die Skepsis.
Künstliche Intelligenz als Katalysator
Die bullische These stützt sich auf die Vorstellung, dass die künstliche Intelligenz das Telekommunikationsgeschäft verändern wird. Konnektivität wird notwendiger sein als je zuvor, und Anbieter mit eigener Infrastruktur haben den Vorteil. Es ist ein plausibles, aber auch generisches Argument: Es ließe sich auf jeden Netzbetreiber der Welt anwenden. Die offene Frage ist, ob Telefónica positioniert ist, um diesen Mehrwert abzuschöpfen – oder ob, wie die Skeptiker meinen, ihre Kostenstruktur und ihre Verschuldung jede Verbesserung des Geschäfts auffressen werden.
Die Diskussion hinterlässt ein kurioses Bild: ein Unternehmen, das einst Symbol der Modernisierung des Landes war, das höchste Gebäude errichtete, jahrelang großzügige Dividenden zahlte und sich nun einer ungewissen Zukunft gegenübersieht – mit einer überalterten Anlegerbasis und einer Reibach-Prognose, die mehr nach Wunschdenken klingt als nach Analyse. In fünf oder zehn Jahren wird sich zeigen, wer gelacht und wer geweint hat. Oder vielleicht auch nicht.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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