Oktober beginnt in Spanien mit Sommerhitze – Klimadebatte kocht hoch

Der Oktober beginnt in Spanien mit sommerlicher Hitze und einem ungewöhnlich trockenen zweiten Septemberhalbdrittel. Der Altweibersommer verschmilzt mit dem Klimawandel und...

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Oktober beginnt in Spanien mit Sommerhitze – Klimadebatte kocht hoch
Oktober beginnt in Spanien mit Sommerhitze – Klimadebatte kocht hoch

Der erste Oktobertag erwacht mit Temperaturen wie im August und einer Frage, die sich durch Spanien zieht: Ist das normal? Die Diskussion ist längst nicht geklärt und hat sich zu einem Schlachtfeld entwickelt, auf dem der alljährliche Altweibersommer, der Klimawandel, Verschwörungstheorien und sogar apokalyptische Prophezeiungen nebeneinander existieren. Laut einem Teilnehmer hat es von Mitte bis Ende September kaum geregnet, während ein anderer betont, dass das Wasser im Kantabrischen Meer weiterhin 22 Grad hat und halb Spanien im Mittelmeer badet, als gäbe es den Kalender nicht.

Was ist da oben mit dem Wetter im Oktober los?

Die Szene wiederholt sich in jedem Gespräch: Jemand bringt das Wetter zur Sprache, und binnen zwei Sätzen kippt der Austausch in Grabenkrieg. Manche tun es als den klassischen Altweibersommer um den Michaelstag ab, der jedes Jahr um diese Zeit kommt und den manche für so vorhersehbar halten wie die Weihnachtslotterie. Andere wiederum sehen in der anhaltenden Hitze eine Anomalie, die die AEMET (Spaniens Wetterdienst) hartnäckig als Klimawandel etikettiert. Die Diskussion ist keineswegs belanglos: Laut einem Teilnehmer fiel in der zweiten Septemberhälfte in vielen Gebieten kaum Niederschlag, und das ist angesichts der noch immer geschwächten Stauseen keine gute Nachricht.

Die meistzitierte Zahl ist die des Kantabrischen Meeres, das laut einem Teilnehmer weiterhin 22 Grad aufweist. Das ist keine Kleinigkeit: Sie erlaubt Badegänge außerhalb der Saison und nährt das Gefühl, dass der Herbst ein Sabbatical genommen hat. Im Mittelmeer sieht es nicht anders aus, und mancher scherzt, das Land sei zu einem Dauernbadeland geworden, bis der erste ernsthafte Sturm kommt.

Vom Altweibersommer zum Klimawandel: die Lager

Das der offiziellen Erzählung gegenüber skeptischste Lager hält das Ganze für nichts weiter als den üblichen Altweibersommer, ein wiederkehrendes Phänomen, das jetzt als Neuigkeit verkauft wird. „Hunderte Male“, fasst jemand spöttisch zusammen und deutet an, die AEMET habe das Rad neu erfunden. Dagegen gewinnt die klimatische Erklärung bei denen an Gewicht, die daran erinnern, dass der September nicht immer so trocken war und sich die Temperaturrekorde Jahr für Jahr stapeln.

Dazwischen tauchen die abstrusesten Theorien auf. Manche machen Sprühflüge, Strahlung oder Impfstoffe dafür verantwortlich, dass die Körpertemperatur verändert wurde. Andere zeigen direkt auf Pilingui, weil er die Heizung zu hoch dreht. Und es fehlen nicht diejenigen, die auf einen Kaltlufttropfen, eine DANA (ein Höhentief) oder einen Sturm warten, der alles wegspült – der Untergang verkauft sich eben besser als ein sonniger Nachmittag.

Das Heizungsgeschäft und der politische Kalender

Während die einen streiten, ob das normal ist, haben andere längst die praktische Seite entdeckt: Wenn das gute Wetter anhält, spart man Heizkosten. Der Dauerwitz lautet, der Klimawandel habe, so betrachtet, durchaus seine lustige Seite. Doch die Realität ist hartnäckig: Ein warmer Herbst verzögert das Anheizen der Kessel, senkt den Energieverbrauch und entlastet nebenbei die Stromrechnung von Millionen Haushalten. Keine Kleinigkeit in Zeiten volatiler Preise.

Auch die Politik schleicht sich ins Gespräch. Manche schieben die Hitze auf Regierungsentscheidungen, Korruption oder alles Mögliche, was sich eignet, dem Gegner in die Augen zu stechen. Die Kontroverse ist serviert, doch Thermometer kennen keine Ideologien.

Was ist in den nächsten Tagen zu erwarten?

Die meistgeäußerten Prognosen deuten auf eine Polarfront hin, die sich zum Wochenende hin herabsenken könnte, mit einem Temperatursturz und heftigen Gewittern. Die Unsicherheit ist maximal: Manche sprechen von sintflutartigen Regenfällen, andere nur von einer leichten Abkühlung. Klar scheint zu sein, dass der Altweibersommer ein Verfallsdatum hat, auch wenn sich niemand festlegt, wann genau.

Unterdessen lautet der Rat wie immer: die Hitze genießen, solange sie anhält, den Regenschirm griffbereit halten und niemandem vertrauen, der in einem Mittagsschlaf den Weltuntergang verspricht. Das Klima nimmt seinen Lauf, und wir streiten derweil, ob das normal ist oder das Vorspiel zu etwas Schlimmerem.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (40 Antworten).

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