Ökonom warnt: Keine Mittel für spanische Februar-Renten

José Carlos Díez bezweifelt die Zahlungsfähigkeit für Februar-Renten, während die Regierung nicht beitragsgedeckte Renten um 11 % erhöht. Der Streit um die Tragfähigkeit des Systems eskaliert.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Ökonom warnt: Keine Mittel für spanische Februar-Renten
Ökonom warnt: Keine Mittel für spanische Februar-Renten

Der Ökonom José Carlos Díez formulierte es unmissverständlich: Es fehlt das Geld, um die Renten im Februar zu zahlen. Nur noch ein Monat. Und die von ihm aufgeworfene Frage – „Was ist der Plan?“ – beantwortete sich selbst: Es gibt keinen Plan. Die Paradoxie besteht darin, dass die Regierung am selben Tag, an dem diese Diagnose kursierte, die nicht beitragsgedeckten Renten um 11 % erhöhte. Zwei Fakten, die nicht zusammenpassen und den Zustand des Systems gut illustrieren.

Das Thema ist nicht neu. Es liegt seit Jahren auf dem Tisch, mit Prognosen, die vom bevorstehenden Kollaps bis zum „Abwarten“ reichen. Was sich jetzt ändert, ist der Ton: Man diskutiert nicht mehr, ob das System hält, sondern wie viele Monate noch bleiben, bevor jemand eine unpopuläre Entscheidung treffen muss.

Warum heißt es, dass kein Geld für die Februar-Renten vorhanden ist?

Die Rentenzahlungen werden monatlich aus dem Haushalt beglichen. Wenn die Beitragseinnahmen nicht ausreichen, wird die Differenz durch Verschuldung gedeckt. Das ist keine Anomalie, sondern seit Jahren der übliche Mechanismus. Die Diagnose stützt sich darauf, dass das Defizit strukturell geworden ist und der Handlungsspielraum enger wird.

Manche fassen es so zusammen: Schulden aufnehmen und fertig. Andere betonen den wichtigen Unterschied zwischen Schulden und Zinsen. Wenn die Zinsen steigen, reißen sie Löcher in den Haushalt, denn wenn man keinen Zahlungsausfall erklären will, muss man andere Posten kürzen oder die Einnahmen erhöhen. Als Beispiel dient Frankreich, wo die Zinslast bereits die größte Haushaltsposition darstellen soll.

Die Debatte um die 11 % Erhöhung bei den nicht beitragsgedeckten Renten bringt Verwirrung. Es wird darauf hingewiesen, dass diese Erhöhung noch umgesetzt werden muss und dass es Leistungen gibt – etwa Waisenrenten oder möglicherweise das Existenzminimum (Ingreso Mínimo Vital) –, bei denen die Steigerung noch nicht berücksichtigt wurde. Ohne außerordentliche Einnahmen im Januar ist unklar, wie die Erhöhung finanziert werden soll.

Unbegrenztes Geld und die Rechnung, die niemand zahlen will

Ein anderer Strang der Analyse vertritt die Ansicht, dass Geld kein knappes Gut sei: Der Staat schaffe es und es sei per Definition unbegrenzt. Nach dieser Logik wäre die Aussage, es fehle Geld für Renten, so absurd wie wenn ein Mathematiklehrer behauptet, er könne keinen Unterricht geben, weil ihm die Zahlen ausgegangen sind. Die reale Grenze wäre nicht das Geld, sondern die Inflation, die durch ungezügeltes Gelddrucken entsteht.

Das Gegenargument lautet, dass die Fähigkeit, Geld zu schaffen, die Einschränkung nicht beseitigt, sondern nur verschiebt. Wenn Geld gedruckt wird, um Renten zu zahlen, kommt die Anpassung über einen anderen Weg – Preise, Zinsen, Schulden – und jemand muss dafür bezahlen. Die Diskussion dreht sich also nicht darum, ob gezahlt werden kann, sondern wer die Kosten trägt und wann. Und hier will niemand die Unterschrift leisten.

Die Generation, die geht, und jene, die die Rechnung zahlt

Eines der häufigsten Argumente betrifft die intergenerationelle Verteilung. Es wird vertreten, dass eine Generation, die mit erheblichem Vermögen und gesunden Kontoständen in den Ruhestand geht, die nachfolgenden Generationen jahrzehntelang ruinieren werde, weil sie eine Kürzung ihrer Rente um ein Drittel ablehnt. Das verwendete Gleichnis ist das einer 70-Jährigen, die eine Kreditkarte erhält, auf Kosten ihrer Kinder, mit einer Mindestzahlung über 40 Jahre.

Der Vergleich mit dem Wohnungsmarkt drängt sich auf: Dieselbe Generation, die dank massiver Baugenehmigungen Zugang zu günstigen Wohnungen hatte, erschwert nun den Bau neuer Unterkünfte. Die Schlussfolgerung lautet, dass das Problem nicht die Liquidität, sondern die Anreize seien: Niemand, der Einkünfte bezieht, hat einen Grund, auf etwas zu verzichten.

Wann bricht es zusammen? Die genannten Fristen

Die Vorhersagen lassen sich in zwei Gruppen einteilen. Jene, die glauben, das System halte, solange jemand weitere Schulden aufnimmt, und jene, die den Wendepunkt in einem konkreten Horizont sehen: 2026 als Jahr, in dem das Defizit spürbar wird, 2027-2028 als Zeitraum, in dem es wirklich sichtbar wird. Die Grundidee ist, dass der Kaugummi zu weit gedehnt wird und nicht mehr hält.

Es gibt auch Stimmen, die daran erinnern, dass Kollaps-Prognosen seit Jahrzehnten falsch liegen. Ein Meinungsartikel aus dem Jahr 1991 angekündigte bereits den Bankrott des öffentlichen Rentensystems vor dem Jahr 2000, unterzeichnet vom Präsidenten des Arbeitgeberverbands der Banken. Die skeptische Schlussfolgerung ist, dass die Pessimisten genauso oft irren wie die Optimisten und dass das System weiter zahlt, weil immer jemand bereit ist, zu unterschreiben.

Die Anpassung, die niemand auf den Tisch legt

Die offensichtlichste Lösung – die Senkung der Renten – wird kein Politiker vorschlagen, da die politischen Kosten sofort anfallen und der Nutzen anderen zugutekommt. Es wird vermutet, dass der nächste Amtsinhaber sagen wird, der Nachfolger möge aufräumen. Und dass die Schuldenobergrenze bei Bedarf geändert wird, ohne großen Zeremoniell.

Ein weiterer vorgeschlagener Weg ist die Erhöhung der Beiträge, durch eine zusätzliche Steuer auf die Lohnsumme der Arbeitnehmer, ähnlich dem schwedischen Modell. Dies ist technisch machbar, aber politisch unbequem: Die Kosten tragen die Arbeitenden, nicht die Bezieher. Auch diese Verteilung ist nicht konfliktfrei.

Indessen wird die Februar-Rente gezahlt. Und die März-Rente. Und die April-Rente. Das Problem ist nicht der kommende Monat, sondern der übernächste. Wie viele Februare bleiben, bevor jemand wählen muss zwischen Kürzungen, Steuererhöhungen oder unbegrenzter Schuldenaufnahme, bis der Markt ein Stoppsignal setzt?

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (143 Antworten).

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