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Ökodorf Barchel lebt von externen Gehältern
Das Ökodorf Barchel in Chelva (Spanien) wird durch Einkommen aus Castellón und Manchester finanziert. Billiges Land allein reicht für ein ländliches Leben nicht aus.
Ein verlassenes Weiler in den Bergen von Chelva, ein Dutzend Einwohner, ein Hund namens Tofu und zwei Hektar Land, die von einem Bach durchzogen werden. Das ist die Postkarte von La Presola de Pio, dem Bauernhof, den ein Paar – er Argentinier, sie Britin – in ihr persönliches ländliches Paradies im Hinterland von Castellón verwandelt hat. Sie sind seit vier Monaten dort. Sie baden im Dezember im Stausee. Und vor allem leben sie nicht vom Land: Laut einem Forumsnutzer arbeitet er in der Hauptstadt Castellón und sie arbeitet im Homeoffice für eine Firma in Manchester. Diese Tatsache entkräftet die Erzählung.
Die Geschichte von Barchel, des Ortes, über den das Material spricht, hat einen illustren Vorläufer: Joselito „El Pequeño Ruiseñor“ lebte dort, als seine Eltern am Bau des Staudamms von Benagéber arbeiteten. Heute wird die Umgebung als Wanderziel beworben, mit Routen, die vom Weg entlang des Flusses bis zu den Chorros de Barchel und einer Etappe des GR-7 zwischen Chelva und Benagéber reichen. Der Verein Benagéber el Descendiente del Monte arbeitet an einer Wanderkarte in Zusammenarbeit mit Wanderern.
Was es wirklich kostet, ein Ökodorf zu gründen
Das Gespräch nimmt eine harte wirtschaftliche Wendung. Nach Berechnungen, die im Thread kursieren, kann eine interessante Immobilie im ländlichen Spanien, günstig und mit wenigen Nachbarn, zehnmal weniger kosten als ein bezugsfertiges Haus: Wenn das fertige Produkt etwa 300.000 Euro erfordert, bleibt der Ausgangspunkt ein Bruchteil dieser Summe. Die Differenz wird in einer anderen Währung bezahlt: Maurer-, Sanitär- und Elektroarbeiten von Grund auf lernen, mit Internet-Tutorials als einzigem Lehrer. Das große Haupthaus des Hofes ist tatsächlich ruinös, und das Paar bewohnt das kleine Haus.
Die Berechnung hat einen Haken. Wer ohne Handwerk oder externes Gehalt aufs Land kommt, stellt fest, dass das Land keine Gnade kennt. Manche haben gesehen, wie Menschen, die nie vor zehn Uhr morgens aufgestanden sind, schließlich nachts Brot backten, über Kilometer lieferten und zurückkehrten, um ihre Kinder abzuholen und weitere siebenundzwanzig Kilometer zur Schule zu fahren. Der Hippie-Traum endet, wenn Kinder ins Spiel kommen.
Freiwilligenarbeit, die Knechtschaft verbirgt
Die andere Seite des Phänomens sind Plattformen für Freiwilligenarbeit in Ökodörfern mit Angeboten weltweit. Die verbreitete Diagnose ist unbequem: Viele dieser Initiativen suchen kostenlose Arbeitskräfte mit süßlicher Rhetorik, und unangenehme menschliche Situationen sind keine Seltenheit. Hinter den Lächeln kann sich ein einsamer Mann auf dem Land verbergen, der mehr als nur einen Helfer sucht, oder ein neorurales Paar, das jemanden braucht, der ihr Haus reinigt.
Die Warnung wiederholt sich: Um etwas Anständiges zu finden, muss man nützliche Dinge können oder einfach Frau sein. Das Profil des gewünschten Freiwilligen verrät das Modell.
Die Rückkehrer mit Maschinen vs. die Poser
Der Kontrast zu denen, die im ländlichen Raum tatsächlich gedeihen, ist brutal. Es gibt Fälle von Fachleuten, die mit großen Landflächen und eigenem Agrargerät in ihr Heimatdorf zurückgekehrt sind und unter keinen Umständen ins Büro zurückkehren würden. Der Unterschied ist nicht ideologisch, sondern vermögensbezogen. Ohne materielle Basis ist die Rückkehr aufs Land eine Inszenierung.
Daher der Verdacht, dass einige dieser Projekte primär Sichtbarkeit auf Videoplattformen suchen. Das Paar aus Barchel hingegen muss nicht posieren: Sie haben Gehaltsabrechnungen. Und das, mehr als das Baden im Stausee im Dezember, trägt den Hof.
Leeres Spanien als Themenpark
Im Kern liegt eine alte Spannung: Die Stadt idealisiert das Land, und das Land stellt die Rechnung in Form von Isolation, Bürokratie und körperlicher Arbeit. Manche würden den digitalen Freizeitkonsum um nichts tauschen, während andere gesunde Neid gegenüber einem Strohhalm- und Lehmhaus gestehen, das von seinen Besitzern errichtet wurde, wobei ein Brunnen genutzt wird, um bürokratische Hürden zu umgehen. Beides ist gleichzeitig wahr.
Die Wanderkarte von Barchel wird weiter wachsen. Auch das Ökodorf. Aber die verstörende Tatsache ist nicht der Bach: Es ist, dass dieses Paradies mit Gehältern von außen bezahlt wird.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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