Der Objektivist, der VOX nicht wählt, obwohl er ihn bevorzugt
Ein Wähler, der VOX als „die am wenigsten unsympathische Partei im Parlament“ bezeichnet, aber dennoch nicht bereit ist, ihm seine Stimme zu geben. Diese Paradoxie ist kein Denkfehler, sondern die These eines selbsternannten Objektivisten in diesem Thread. Seine Schlussfolgerung ist klar: Die Wahl von VOX entspricht der Wahl der PP. Ein konsequenter Liberaler kann weder die Wehrpflicht (MILI), das Pandemiemanagement noch Versprechen wie den kostenlosen Zahnarzt akzeptieren.
Der Ausgangspunkt ist simpel: Wenn die Partei, die deinen Ideen am nächsten steht, weiterhin Zwangsrekrutierung, gesundheitliche Nötigung und willkürliche Staatsausgaben verteidigt, wird die Stimme zum Blankoscheck. Die unbequeme Frage lautet: Wozu wählen, wenn die Stimme in einer Koalition verdampft, die mit dem regiert, gegen den man angeblich kämpft?
Die MILI, die VOX noch immer im Programm hat
Der erste Vorwurf ist konkret und dokumentiert. Das VOX-Programm enthält das „Recht und die Pflicht, Spanien zu verteidigen“, was dieser Wähler als Türöffner für eine erneute Zwangsrekrutierung durch den Staat interpretiert. Er spricht von der MILI, ihren 300 jährlichen Todesfällen unter Rekruten und schlecht konstruierten Gewehren. Für einen Objektivisten ist die Wehrpflicht keine Nuance, sondern der Beweis, dass die Partei nicht auf die Verfügungsgewalt über den Körper des Individuums verzichtet hat.
Manche relativieren dies: Der freiwillige Militärdienst habe nichts mit der MILI der Neunziger zu tun, und die Kritik sei übertrieben. Doch der Kern des Vorwurfs ist nicht Nostalgie, sondern Prinzip. Eine Partei, die individuelle Freiheit betont, aber die Pflicht zur Landesverteidigung beibehält, widerspricht laut dieser Strömung ihrer eigenen Propaganda.
Warum das Pandemiemanagement nicht verziehen wird
Hier wird die Debatte hitzig. Der Hauptvorwurf lautet, dass VOX für die erste Verlängerung des Alarmzustands im Jahr 2020 gestimmt hat. Verteidiger betonen, dass ein Alarmzustand niemanden zwingt, zu Hause zu bleiben, und dass die Ausgangssperre erst nach einer Klage der Partei selbst vom Verfassungsgericht für illegal erklärt wurde. Die zwei Verfassungsklagen sind ihr stärkstes Argument.
Gegen diese Position spricht die persönliche Erfahrung: Wer die Impfpflicht kritisiert, erinnert daran, dass man ihm 2021 sagte, „du musst dich impfen lassen, damit die Pandemie endet“, und 2023, „du musst wählen gehen, damit der Sánchezismus endet“. Mit Betrügern spielt man nicht. Zu den medizinischen Aspekten kursieren Aussagen über Impfungen und vermeintliche Krankheitsursachen, die wissenschaftlich nicht belegt sind. Sie sollten als unbelegte Hypothesen gelesen werden, nicht als Fakten.
Ist Nichtwählen eine Stimme für Sánchez?
Dies ist der Knackpunkt. Einige argumentieren, dass Nichtwählen legitim, aber dumm sei, weil die Enthaltung der Rechten der Regierung mehr hilft als eine linke Stimme. Die Logik: Eine nicht abgegebene Stimme zählt automatisch für die Amtsinhaber. Andere entgegnen, dass Wählen in dreißig Jahren nichts geändert habe und wer zu Hause bleibt, zumindest nicht die Schulden unterschreibt, die andere für ihn machen.
Die Diskussion driftet zur Staatsverschuldung: Kann man die Verschuldung, die andere in deinem Namen aufnehmen, als „odios“ betrachten, wenn du nicht teilnimmst? Diese Strömung sagt ja: Nichtteilnahme ist der einzige Weg, Verschwendung nicht zu legitimieren. Die Gegenposition lautet, dass Reue nicht vor der Zahlungspflicht schützt. Jeder muss entscheiden, woran er glaubt.
Vom kostenlosen Zahnarzt bis zu den PP-Stellvertretern
Der dritte Kritikpunkt betrifft die Ausgaben. Den Wähler ärgert, dass das VOX-Programm den „kostenlosen Zahnarzt“ enthält, genau wie Sumar, und erinnert daran, dass PP und PSOE dies bereits 2008 versprachen. Die Bemerkung über Karies als Infektion – es ist ein chemischer Prozess – ist die Krönung eines ernsteren Arguments: Unbegrenzte kostenlose Gesundheitsversorgung zu versprechen ist nicht liberal, sondern Verteilung fremden Geldes.
Dann ist da die Ursünde. Für dieses Profil ist VOX das, was Podemos für die PSOE war: Stellvertreter, die letztlich die große Partei stützen. Wenn VOX eine von allen anderen Parteien abgelehnte Kraft wäre, könnte man sie wählen; da sie aber als Stütze der PP dient, bedeutet ihre Wahl die Wahl der PP. Damit, so heißt es, ist die Debatte beendet.
Das ausstehende Urteil über das Gesetz gegen geschlechtsspezifische Gewalt
Der vierte Vorwurf richtet sich gegen das Gesetz gegen geschlechtsspezifische Gewalt. Die These lautet, dass nach dessen Einführung Verurteilungen ohne ausreichende Beweise erfolgten und Verantwortlichkeiten geklärt werden müssten, ähnlich einem großen Prozess wie beim Putschversuch vom 23-F, bei dem Politiker, Richter und Staatsanwälte angeklagt würden.
Dies ist heikler Boden: Vorwürfe ungerechter Urteile sind Verdachtsmomente, keine bewiesenen Tatsachen, und betreffen das System, nicht namentlich genannte Personen. Dennoch ist dies das letzte Puzzleteil: Wenn die Partei auch dies nicht abschafft, hat die liberale Stimme keinen Ort mehr.
Mit diesen Argumenten bleibt die Grundfrage offen. Kann man eine Partei bevorzugen, ihre Umfragewerte feiern und ihr gleichzeitig aus reiner Konsequenz die Stimme verweigern? Wer Ja sagt, hat dies ausführlich begründet. Wer Nein sagt, hat die Wahlarithmetik auf seiner Seite.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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