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Oberster Gerichtshof schränkt Zurückweisungen an der Grenze ein
Der Oberste Gerichtshof urteilt, dass das Umgehen des Zauns durch Schwimmen keine Überwindung ist. Eine Entscheidung vor dem Hintergrund von 64 Toten.
Umgehen des Zauns durch Schwimmen ist keine Überwindung: Urteil ebnet Weg für irreguläre Einreise
Was unterscheidet das Überspringen eines Zauns vom Umgehen über das Meer? Für den Fünften Senat des Verwaltungsgerichts der Audiencia Nacional alles. Das Urteil vom 8. Juli, bekannt als „das Urteil der Schwimmer“, bestimmt, dass die Zurückweisung an der Grenze — die sogenannte schnelle Zurückschiebung — nur möglich ist, wenn versucht wird, die Grenzsicherungselemente „wie Zäune“ zu überwinden. Wer den Pier schwimmend umgeht, überwindet sie nicht: er weicht ihnen aus. Ergebnis: irreguläre Einreise ohne sofortige Zurückweisung und eine Präzedenzfalle, die laut Daten in den folgenden Tagen bereits 64 Menschenleben gefordert hat.
Der Wortlaut wendet sich gegen seinen Urheber
Die Bestimmung wurde 2015 eingeführt, während der Partido Popular die absolute Mehrheit hatte. Zehn Jahre später wendet sich der Wortlaut gegen seine eigene Herkunft: Der Begriff „Sicherungselemente“ wurde als physisches Hindernis interpretiert, das überwunden werden muss, nicht als Perimeter, den man vermeiden kann. Der Kontext ist für diese Lesart unbequem. Im Februar 2014 starben am Tarajal-Pier fünfzehn Personen genau dadurch, dass sie den Zaun über das Meer umgingen. Diese Tragödie war bereits Geschichte, als das Gesetz verfasst wurde, und dennoch blieb der Seeweg außerhalb des Tatbestands der Zurückweisung.
Fünf Richter, ein Gehalt und eine kontroverse Auslegung
Der Senat besteht aus vier Frauen und einem Mann und entschied einstimmig. Ihre Bezüge liegen zwischen 124.200 und 162.800 Euro brutto jährlich. Die Ironie bleibt Kritikern nicht verborgen: Bei solchen Gehältern ist es schwer zu verstehen, warum die maritime Flanke der Grenze nicht erkannt wurde. Andere, pragmatischer eingestellt, erinnern daran, dass der Gesetzgeber verantwortlich ist, der eine Norm nur im Hinblick auf den Zaun verfasste. Der wörtliche Gesetzestext, der in der Analyse zitiert wird, ist Pflichtlektüre für jeden, der sich eine eigene Meinung bilden will: Es lohnt sich, mit eigenen Augen zu sehen, wie der Senat die Auffassung vertritt, dass das Umschwimmen einer Mauer keine Überwindung darstellt.
Der Kern der Debatte: Ausnahme vs. gesunder Menschenverstand
Manche vertreten die Ansicht, das Gericht habe das Gesetz streng angewandt, und dass die schnelle Zurückschiebung eine Ausnahme sei, die restriktiv auszulegen ist. Aus dieser Sicht ist das Urteil eine Warnung an die Regierung: Wenn man nicht möchte, dass Menschen schwimmend eindringen, sollten Abschreckungsmittel im Meer eingesetzt werden, statt zu erwarten, dass ein Richter den Wortlaut eines Textes dehnt, der unter anderen Realitäten verabschiedet wurde. Auf der Gegenseite wird argumentiert, dass das Umgehen eines Zauns dessen Überwindung gleichkommt und die Unterscheidung zwischen oben und seitlich reine rhetorische Ingenieurskunst ist. Dazwischen liegt eine dritte Strömung: Die Schuld liegt beim Gesetzgeber von 2015, und das Gericht hat lediglich das angewandt, was vorhanden war.
Der Preis der Semantik
Während die juristische Debatte läuft, ist der Pull-Effekt bereits spürbar. Die Strände von Ceuta und Melilla sind zum Eingangstor geworden, das der Zaun nicht schließen konnte. Und die Richter haben sich mit ihrem wörtlichen Urteil ruhige Ferien verdient: Schließlich liegt die Schuld bei demjenigen, der nicht spezifiziert hat, dass „überwinden“ auch „umgehen“ einschließt. Wenn das Meer Leichen zurückbringt, spielt die Semantik kaum eine Rolle.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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