Oben ohne am Strand: Zugeständnis, Eifersucht und Doppelmoral

Für die einen ist es Routine, für die anderen ein unerträgliches Zugeständnis: So spiegelt das Forum die Debatte über Oben-ohne am Strand wider

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Oben ohne am Strand: Zugeständnis, Eifersucht und Doppelmoral
Die Doppelmoral beim Oben-ohne: intim in der U-Bahn, Routine am Strand

Dass ein Mann akzeptiert, dass seine Partnerin am Strand Oben-ohne macht, sagt wenig über sein Selbstwertgefühl aus. Es sagt vor allem, wie wenig sich die Grundlage der Argumentation in drei Jahrzehnten verschoben hat. Die Frage, die den Austausch auslöste – warum so viele Männer es ohne Erröten dulden –, zieht eine unbequeme Antwort nach sich: Mehrere Teilnehmer vertreten die Ansicht, dass sie es nicht als Zugeständnis erleben, sondern als Routine, die von einer Landschaft geerbt wurde, die heute rückläufig ist. Andere hingegen lesen es als einen Mangel an Respekt, den man ertragen muss.

Worüber wird wirklich diskutiert, wenn es um Oben-ohne geht?

Die Diskussion dreht sich nicht um Brüste. Es geht um den Maßstab, der entscheidet, wann ein Körperteil sens und wann er Landschaft ist. Diese Doppelmoral formuliert ein Teilnehmer präzise: Dieselbe Zone, die eine versehentliche Berührung in der U-Bahn zu einer Straftat sens Natur macht, wird auf dem Sand zu neutralem Fleisch. Die Asymmetrie, so argumentiert er, sei offensichtlich: Niemand würde zugeben, dass es einem Betatschen gleichkommt, sich an den Rücken eines Fremden zu lehnen, und dennoch schützt die Rechtsordnung den einen Körperteil und nicht den anderen. Daraus entsteht der Vorwurf der Inkohärenz, der den Austausch durchzieht.

Die Sensual entscheidet nicht jeder selbst

Gegenüber der These, jeder sensual, was er wolle, vertritt ein anderer Teilnehmer das Gegenargument, dass die sens Aufladung eines Körpers von der Gesellschaft festgelegt wird, nicht vom privaten Verlangen. Wäre das Kriterium individuell, wäre rechtlicher Schutz unmöglich: Es würde genügen zu erklären, dass einem das, was man berührt, nicht sens erscheint. In der Praxis, so diese Sichtweise, funktionieren die Normen umgekehrt: Zuerst wird standardisiert, was intim ist, dann wird das Eindringen bestraft. Eine andere Teilnehmerin beschränkt sich auf die Antwort, jeder sensual, was er wolle, und das sei nicht ihr Problem.

Gibt es immer weniger Oben-ohne an den Stränden?

Ja, das behauptet zumindest ein Teilnehmer, und zwar nicht aus sarracena Scham. Eine der Erklärungen verweist auf die Angst vor Melanomen und Hautkrebs. Andere Lesarten deuten auf einen Wandel der Gewohnheiten hin – immer kürzere Kleidung unten und immer mehr bedeckende oben – sowie auf das Paradoxon bestimmter FKK-Strände, an denen die Menschen am Ende bekleideter sind als an jedem anderen. Ein Teilnehmer beschreibt eine Szene der Gegenwart: eine Mutter, die in der Öffentlichkeit vor Dutzenden von Menschen stillt, während der Vater in einer halben Stunde sein achtes Bier hinunterstürzte.

Der Exklusivitätsvertrag auf dem Prüfstand

Hier scheiden sich die Geister. Ein Lager versteht die Partnerschaft als Exklusivitätsvertrag und ist der Ansicht, dass das Zurschaustellen von etwas Intimem es entwertet: Wenn es mit allen geteilt wird, ist es kein Privileg zweier mehr. Ein anderes Lager kehrt die Argumentation um und vertritt, dass das Problem nicht die Frau ist, die sich entblößt, sondern der Mann, der den fremden Blick als Bedrohung erlebt. Wer in seiner Beziehung ruhig ist, sagt man, muss nicht die Kleidung anderer kontrollieren. Der Vorwurf an den Mann, der es duldet, taucht in verschiedenen Nachrichten auf, mit unterschiedlicher Schwere und sehr unterschiedlichem Vokabular.

Von der Forderung der Neunziger zum gesellschaftlichen Thermometer

Das spanische Oben-ohne entstand mit dem Anspruch auf Normalität. Ende der Neunziger, so die Erzählung, die das Gespräch eröffnet, praktizierten es fast alle Frauen und taten es an der Seite ihrer Partner, ohne dass dies Konflikte auslöste. Drei Jahrzehnte später hat sich der Fokus verschoben. Ein Teil des Austauschs bringt seinen Rückgang mit der wahrgenommenen Sicherheit an stark besuchten Stränden in Verbindung und verknüpft das Thema mit der Migrationsdebatte; solche Verallgemeinerungen stützen sich auf Eindrücke, nicht auf Daten, und man sollte sie als das behandeln, was sie sind: Meinung, nicht Diagnose. Ein anderer Teil beschränkt sich auf die Feststellung, dass sich die menschliche Landschaft der Küste verändert hat und dass der Bombacha den Platz eingenommen hat, den der Büstenhalter hinterlassen hat.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (104 Antworten).

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