Nordkorea eröffnet Juni 2025 „Benidorm“ mit 100.000 Plätzen

Das Wonsan-Kalma Beach Resort öffnet im Juni 2025 für 100.000 Gäste, mit Flughafen direkt am Hotel und Mikrofonen in den Zimmern.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Nordkorea eröffnet Juni 2025 „Benidorm“ mit 100.000 Plätzen
Nordkorea kopiert Benidorm für 100.000 Touristen

Welche Art von Urlaubsziel baut man mit einer Landebahn direkt am Strand, einer Straße zwischen Hotels und Wasser und ohne einen einzigen Parkplatz? Nordkorea glaubt, die Antwort zu haben. Das Wonsan-Kalma Beach Resort, errichtet auf dem Küstenort Myongsasimni an der Ostküste des Landes, soll offiziell im Juni 2025 eröffnen und bis zu 100.000 Personen beherbergen können. Es wird als eines der weltweit größten Resorts gemessen an der Küstenlänge präsentiert.

Der Ursprung ist kein Geheimnis. Im Jahr 2017 schickte Kim Jong-un ein Team von Architekten nach Benidorm, um das Tourismusmodell der spanischen Stadt zu kopieren. 2024 befand sich das Projekt in der Endphase, mit Verbesserungen am Flughafen und dem Bau eines Freizeitparks. Das Regime hüllt es in die Rhetorik der sozialistischen Zivilisation: eine wunderbare küstennahe Tourismusstadt im koreanischen Stil.

Warum der Flughafen direkt neben den Zimmern liegt

Dies fällt auf den Bildern sofort ins Auge: Flugzeuge landen nur wenige Schritte von den Apartmentblocks entfernt. Es gibt zwei Lesarten. Die Logistik lässt sich einfach verteidigen: In Nordkorea sind Fahrzeuge staatlich, jedes Ministerium, Unternehmen oder militärische Einheit hat ihre eigenen und teilt sie unter Arbeitnehmern, sodass niemand mit dem eigenen Auto anreist. Besucher kommen per Zug, Bus oder Flugzeug. Daher gibt es keine Parkplätze.

Die zweite, weniger freundliche Lesarte besagt, dass die Startbahn als versteckte Barriere dient: Eine zwanzig Meter hohe Mauer hinter den Gebäuden wäre zu offensichtlich gewesen. Den Soundtrack des Ortes liefern in jedem Fall die Tupolew- und Antonow-Maschinen von Air Koryo, sowjetische Designs mit Transportmotoren, berühmt für ihren Lärm. Manche erinnern daran, dass die Idee, Flugzeuge strandnah zu sehen, bereits von einem anderen Ziel genutzt wurde.

Das Klima: 13 Regentage im Juli und August

Das Resort wird als Strandurlaub vermarktet, doch der Strand hat Nuancen. Ein Teil der Analyse vergleicht die nordkoreanische Breite mit Spanien, Italien und Griechenland — das Land liegt auf Höhe der Iberischen Halbinsel — und kommt zum Schluss, dass der Sommer vergleichbar sei. Die Gegenargumente sind geografisch: Das Japanische Meer ist nicht das Mittelmeer.

Mit den Daten vor Augen registrieren Juli und August Höchstwerte von 27 Grad, ja, aber sie fallen in die Regenzeit: mehr als 300 Millimeter pro Monat, etwa 13 Tage Niederschlag und eine Luftfeuchtigkeit von 80 %. Sechs Monate Schnee und kalter Wind, vier gemäßigte und zwei nutzbare Monate, fassen jene zusammen, die historische Reihen geprüft haben. Für chinesische oder russische Besucher, die ans Baden bei Schnee gewöhnt sind, ist das Problem geringer. Für alle anderen ist das Zeitfenster eng.

Woher kommt das Geld für ein Resort ohne Touristen?

Die Kosten tauchen in keinem öffentlichen Haushalt auf. Schätzungen für die gesamte Infrastruktur der letzten Dekade belaufen sich auf Dutzende Milliarden Dollar, und die Aufschlüsselung bietet viel Diskussionsstoff. Eine Strömung erklärt dies durch interne Disziplin: geschlossene Wirtschaft, vergesellschaftete Produktionsmittel und ein Militär von 1.250.000 Soldaten bei einer Bevölkerung von 25 Millionen, das beschäftigt werden muss. Die Arbeiter- und Bauern-Rote Garde fügt weitere 7 Millionen Paramilitärs hinzu. Ohne öffentliche Arbeiten, argumentiert diese Analyse, wären mehr als drei Viertel dieser Masse arbeitslos, und die einzigen realen Ausgaben wären Importkosten.

Die andere Strömung kauft die Erzählung nicht. Sie behauptet, Magie existiere nicht und jemand zahle: Die UdSSR tat dies bis zu ihrem Zusammenbruch, heute deuten Hinweise auf die Outsourcing-Animationsindustrie, digitale Dienstleistungen, die Embargos umgehen, und in der Vergangenheit auf die Herstellung hochwertiger gefälschter Banknoten. Über Peking konvergiert die Diagnose: China hätte kein Interesse daran, seinen Nachbarn zu stärken, sondern ihn zur Kontrolle zu schwächen.

Mikrofone im Zimmer und Casinos nur für Ausländer

Was kann man dort tun? Klare Verbote: Es gibt keine Prostitution, und unkontrolliertes Straßenleben ist teuer. Ja, es gibt Casinos und Glücksspiele, vorbehalten für ausländische Besucher, sowie Alkohol im ganzen Land: Nordkoreaner, heißt es, seien bemerkenswerte Biertrinker. Sicherheit hat einen expliziten und zugegebenen Preis: Mikrofone in den Zimmern und Personal des Sicherheitsministeriums in eingeschränkten Etagen der Hotels selbst. Es ist keine Geschmacksfrage, es ist nationale Sicherheit.

Der Zugang ist geregelt. Jeder Ausländer kann reisen, aber immer über Agenturen, die von der Korea International Travel Company autorisiert sind. Der Tourismus wurde während der Pandemie ausgesetzt und danach wieder aufgenommen. Das erklärte Ziel ist nicht, mit der Karibik oder den Bahamas zu konkurrieren, sondern den nationalen Tourismus abzudecken und chinesische und russische Besucher zu empfangen.



Das Resort wird im Juni makellos sein. Sauber, hell, mit ausgerückten Liegestühlen und ruhigem Pool. Dass sich jemand darauf setzt, ist eine andere Sache.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (241 Antworten).

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