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Niederlande planen Abbau von bis zu 60 % der Beamten in einigen Ministerien
Die niederländische Regierung will mit KI 25.000 öffentliche Stellen streichen und ab 2035 jährlich 3,5 Milliarden Euro sparen. Der Rekord-Personalbestand steht im Visier.
Die niederländische Regierung bereitet Stellenabbau von bis zu 60 % in einigen Ministerien und Behörden vor – Teil eines Plans, mit Hilfe der künstlichen Intelligenz 25.000 öffentliche Stellen zu streichen. Ziel ist es, ab 2035 jährlich 3,5 Milliarden Euro zu sparen.
Das niederländische Kabinett hat schriftlich festgehalten, was bis vor Kurzem nach Zukunftsmusik aus dem Büro klang: Es wird seine Zentralverwaltung mit der künstlichen Intelligenz als Begründung verkleinern. Der an das Parlament geschickte Brief des Staatssekretärs für eine effiziente Verwaltung, **Eric van den Burg**, nennt Personalabbau, der in Ministerien, Inspektionen und ausführenden Behörden **45 %** und in einigen Departements bis zu **60 %** erreichen kann. Es ist keine einheitliche Schere: Polizei und Verteidigung bleiben ausgenommen.
## Von 160.000 Beamten zu 25.000 weniger
Ende 2025 erreichte die Zahl der Beschäftigten der Zentralregierung mit **160.000** einen Rekord, **41 %** mehr als 2018. Dieses Wachstum erfolgte trotz der Versprechen früherer Kabinette, den Personalbestand zu verkleinern. Der aktuelle Plan sieht vor, etwa **25.000 Stellen** über mehrere Jahre hinweg abzubauen, wie aus der Regierungserklärung vom Montag hervorgeht.
Die Einsparungen haben einen Zeitplan. Bis **2027** will die Zentralregierung **900 Millionen Euro jährlich** einsparen. Ab **2035** soll die Zahl auf **3,5 Milliarden pro Jahr** steigen. Die Details kommen Anfang nächsten Jahres, wenn das Kabinett die konkreten Pläne zum KI-Einsatz und zur Produktivitätssteigerung vorlegt, wie Bloomberg berichtete.
## Auch die Bürokratie wird verkleinert
Van den Burg verkauft nicht nur Technologie. Sein Programm sieht vor, jährlich **500 Vorschriften** zu streichen, die unnötig oder übermäßig bürokratisch sind – mit der Idee, dass eine schlankere Verwaltung weniger Personal braucht. "Wir können nicht so weitermachen wie bisher", erklärte der Staatssekretär. "Wir werden schwierige Entscheidungen treffen, um eine Zentralregierung zu erreichen, die wirklich funktioniert: einfacher, intelligenter und kleiner."
Die Ironie der Sache: Es geht den Niederlanden finanziell gut. Ihr Staatsdefizit beträgt **1,6 %**, eines der niedrigsten Europas, und die Staatsverschuldung liegt bei **44 % des BIP**, laut Eurostat. Zum Vergleich: Spanien liegt bei rund **100 %**, Frankreich bei **119 %**. Die Wirtschaft läuft zudem prächtig: ING revidierte das BIP-Wachstum im dritten Quartal auf **0,8 %** gegenüber dem Vorquartal nach oben, erwartet waren 0,5 %, und die Arbeitslosigkeit liegt bei rund **4 %**.
## Warum ein Land mit gesunden Finanzen trotzdem kürzt
Hier liegt der Schlüssel zum Verständnis. Die niederländische Haushaltsdisziplin ist kein Nationalcharakterzug, sondern Politik. Ein Land mit niedrigem Defizit und geringer Verschuldung hat Spielraum für unpopuläre Reformen, ohne dass die Märkte ihm im Nacken sitzen. Und die laufenden Staatsausgaben, die von allein wachsen, bereiten mittelfristig die größte Sorge.
Der Präzedenzfall des Rekord-Personalbestands wiegt schwer. Zwischen 2018 und 2025 verzeichnete die Zentralregierung **41 %** mehr Beschäftigte, und frühere Abbaupläne scheiterten. Jetzt kombiniert die Regierung zwei Hebel: weniger Vorschriften und mehr KI. KI-Initiativen gibt es bereits in verschiedenen Regierungsbereichen, und das erklärte Ziel ist ein Einsatz, der "noch breiter" ausfällt.
Offen ist, wie der Abbau mit einem Arbeitsmarkt bei niedriger Arbeitslosigkeit zusammenpasst, wo die Umverteilung von 25.000 Menschen keine Kleinigkeit ist. Der Plan betrifft öffentliche Beschäftigung und Verwaltungsdienstleistungen, daher lohnt es sich, die offiziellen Zahlen zu verfolgen, wenn das Kabinett seine Pläne Anfang 2026 im Detail vorstellt.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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