Netflix-Verzicht deckt Anzahlung für eine Wohnung nicht

Der Verzicht auf Abos spart 2.000 Euro monatlich, doch hohe Preise und 40-Jahres-Hypotheken machen den Kauf zweier Wohnungen unmöglich.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Netflix-Verzicht deckt Anzahlung für eine Wohnung nicht
Netflix-Streichung zahlt nur die Anzahlung einer Wohnung, nicht zwei

Reicht es wirklich aus, auf Netflix und die jährliche Reise zu verzichten, um zwei Wohnungen zu kaufen? Eine in Finanzforen kursierende Berechnung behauptet, dass ein junges Paar, das bei den Eltern lebt und jeweils zwischen 1.200 und 1.500 Euro netto verdient, durch Streichung aller unnötigen Ausgaben 15.000 bis 20.000 Euro pro Jahr sparen kann. In drei oder vier Jahren hätten sie die Anzahlung für eine Wohnung im Wert von 150.000 bis 200.000 Euro zusammen. Der Haken daran ist, dass diese Wohnung weder im Zentrum von Madrid noch von Barcelona liegt. Und selbst mit Anzahlung wird die Hypothek oft über 40 Jahre abgeschlossen.

Die maximalen Ersparnisse dieser Rechnung liegen bei knapp 2.000 Euro monatlich, wenn man mit Partner und Kindern bei den Eltern wohnt. Zwölf Monate ergeben 24.000 Euro; zehn Jahre 240.000 Euro. Die Zahl beeindruckt, bis man sie mit den tatsächlichen Immobilienpreisen in den Gebieten vergleicht, wo Arbeitsplätze verfügbar sind. Wer in den 90ern in Madrid gekauft hat, erinnert sich, dass der Aufwand damals anders war; heute frisst die Anzahlung diese Ersparnis auf, ohne das Kapital zu berühren.

Was gestrichen wird, um 2.000 Euro monatlich zu sparen

Die Liste ist konkret: Keine Bierchen, Chips, Abendessen außer Haus, Abos, Kino, Bücher, Videospiele oder Kleidung. Nur echte Lebensmittel – Fleisch, Fisch, Hülsenfrüchte, Gemüse –, Miete und Nebenkosten bleiben übrig. Drei Grundposten wie Zahnarzt, Versicherungen und Telefon summieren sich auf etwa 120 Euro monatlich, 1.440 Euro jährlich, laut wiederholter Aufschlüsselung. Diese Ersparnis ist kein Märchen: Es ist eine Subtraktion.

Kritiker bestreiten nicht die Zahlen, sondern die Prämisse. Wie ein Einsiedler leben, um eine winzige Wohnung mit 40-jähriger Hypothek zu finanzieren, ist kein Lebensplan, sondern eine Verurteilung. Und wer dies verteidigt, besitzt meist bereits eine abbezahlte Immobilie oder hat reichlich Platz bei den Eltern.

Die Anzahlung ist nicht das Problem: Die Laufzeit ist es

Das Argument gegen diese Rechnung betrifft nicht den Preis, sondern den Zeitrahmen. Mit 45 Jahren riskiert man beim Abschluss einer Hypothek, vor deren Tilgung zu sterben. Die Alternative ist lebenslanges Mieten, mit dem fragwürdigen Trost, dass die Miete nicht garantiert steigt. Der Vergleich zwischen Miete und Kauf hängt von der jährlichen Anpassung ab, nicht von der ersten Rate.

Einige behaupten, Mieten sei ein schlechtes Geschäft, außer bei geförderten Wohnungen. Die Berechnung des jährlich verschwendeten Mietgeldes schmerzt, aber auch eine 40-Jahres-Hypothek muss bezahlt werden. Der Unterschied liegt darin, wen man bezahlt und welche Garantien man erhält.

Das Gehalt zählt mehr als der Verzicht

Mit 4.000 Euro Netto monatlich kann man 1.000 Euro für Luxus ausgeben und trotzdem sparen. Mit 2.000 Euro gleicht der Freizeitverzicht die Differenz nicht aus. Der Zielpreis der Immobilie ändert alles: 250.000 Euro erfordern weniger als 500.000 Euro. Die entscheidende Variable ist das Gehalt, nicht das gekündigte Abo.

Laut gängiger Anpassung frisst die Inflation die Hälfte der Ersparnisse innerhalb von zehn Jahren. Entweder man spielt das Investitions-Casino oder das Geld verliert an Wert. Indexfonds und Gurus, die sie als sichere Wette verkaufen, erzeugen sowohl Begeisterung als auch Misstrauen: Das Spiel ist manipuliert, und der Ausstieg gelingt eher durch Glück als durch Methode.

Das Tattoo-Beispiel und die Fabel von Ameise und Grille

Das häufigste Beispiel ist keine Zahl, sondern eine Szene. Ein Bekannter verliert seinen Job, bewohnt fremdes Eigentum, findet eine Zeitarbeit und lässt sich statt Schuldenzahlung oder neuer Kleidung ein Tattoo stechen, sobald er bezahlt wird. Die Geschichte illustriert ein Profil, keine Statistik.

Die Fabel von der Ameise und der Grille beendet die Debatte. Das Problem ist, dass die heutige Grille Miete zahlt und die heutige Ameise die Wohnung nicht mit ihren Netflix-Ersparnissen kauft. Bei diesen Unterschieden reicht der Freizeitverzicht für die Anzahlung. Für zwei Wohnungen nicht. Oder jemand zählt die Jahre falsch.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (138 Antworten).

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