Netflix-Kündigung spart kein Geld für eine Wohnung

Netflix zu kündigen reicht nicht für die Anzahlung. Wohnkosten steigen dreimal schneller als Löhne.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Netflix-Kündigung spart kein Geld für eine Wohnung
Der Mythos, dass Netflix-Stornierung eine Wohnung finanziert

Was kostet ein Netflix-Abo? Und wie hoch ist die Anzahlung für eine Wohnung? Der Unterschied zwischen diesen Zahlen ist so gravierend, dass jede Gleichung, die sie in Verbindung bringt, keinen Bestand haben sollte. Dennoch glauben manche immer noch, dass das Abbestellen dieser Plattform der erste Schritt zum Wohneigentum ist.

Netflix vs. Wohnungsanzahlung: Die Zahlen widerlegen den Mythos

Die Netflix-Pläne in Spanien reichen von 8,99 € pro Monat (mit Werbung) bis zu 21,99 € für Premium. Nehmen wir an, du stornierst den Standardplan für 14,99 €. Im Jahr sparst du 179,88 €. In hundert Jahren sind es 18.000 €. Aber niemand hat hundert Jahre Zeit. Und die Anzahlung für eine Wohnung liegt selbst in einem Dorf in Castilla y León bei rund 200.000 €, wie oft angegeben wird. Die Schlussfolgerung ist so einfach wie unbequem: Die Einsparung durch Netflix entspricht nur Krümeln im Vergleich zu den Immobilienpreisen.

Immobilien fressen die Ersparnis auf: Dreimal schneller

Eines der stärksten Argumente besagt, dass die Wohnungspreise dreimal schneller steigen als die Sparfähigkeit. Das heißt, während du monatlich einen Betrag sparen kannst, der langsam wächst, schießen die Immobilienpreise davon. Hinzu kommen die Kreditregeln: In Spanien gewähren Banken Darlehen mit einer maximalen Belastung von 30 % des Nettogehalts. Wenn du 2.000 € verdienst, kannst du nur 600 € pro Monat für die Rate zahlen. Für eine 200.000 € teure Wohnung übersteigt die anfängliche Rate diese Grenze deutlich. Das Ergebnis ist, dass dich der Markt ausschließt, auch wenn du jeden letzten Euro sparst.

Die Generationenkluft: War alles einfacher oder sind wir nutzlos?

Die andere Position, die Kultur der Anstrengung, behauptet, junge Leute wüssten nicht, was Opfer bedeuten. Fälle werden zitiert, in denen Menschen schon mit vier Jahren arbeiteten oder eine Wohnung in sieben Jahren bezahlten, während sie drei Kinder großzogen. Die Ironie besteht darin, dass dieselben Menschen, die sich opferten, auch Geld für Unterhaltung ausgaben: Ein Filmverleih im Videotheken kostete 300 Pesetas, und an einem Abend schaute man drei oder vier Filme. Mit der Inflation entspricht das fünf oder sechs Euro pro Film, mehr als ein Monat Netflix kostet. Also gab es Ausgaben für Freizeit immer; was sich geändert hat, sind die Immobilienpreise und das Verhältnis zum Gehalt.

Die Flucht aufs Land und das Madrider Paradoxon

Ein weiterer Streitpunkt ist die ländliche Lösung. In Castilla y León gibt es große Häuser für wenig Geld, sagen manche. Aber nicht alle können im Homeoffice arbeiten oder auf die Jobmöglichkeiten verzichten, die die Hauptstadt bietet. Der Kontrast zeigt sich in Madrid: Auf der einen Seite Staus, unzureichende Gehälter und brutale Konkurrenz (600 Bewerber pro Vorstellungsgespräch); auf der anderen Seite die Möglichkeit, Arbeit zu finden. Die Realität ist, dass geografische Mobilität nicht alles löst, denn der Arbeitsmarkt befindet sich dort, wo er ist, und günstiger Wohnraum dort, wo keine Arbeit ist.

Das ist der Kern: Nein, Netflix abbestellen finanziert keine Wohnung. Auch nicht Amazon Prime streichen oder nur Spaghetti essen. Das Problem ist strukturell: Die Preise steigen schneller als die Löhne und Hypotheken sind streng reguliert. Währenddessen predigen die Babyboomer weiterhin Opferbereitschaft von ihrem Sockel aus drei vermieteten Wohnungen. Jeder kann es interpretieren, wie er will.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (221 Antworten).

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