Eine chronische Nierenerkrankung unbekannten Ursprungs, die junge und gesunde Arbeiter in heißen Klimazonen betrifft, ist nun in Texas aufgetreten. Die Betroffenen weisen die üblichen Risikofaktoren wie Diabetes oder Bluthochdruck nicht auf.
## Besorgniserregende Signale in Texas
Die chronische Nierenerkrankung unklarer Ätiologie (CKDu), auch als mesoamerikanische Nephropathie bekannt, die junge Arbeiter in Zentralamerika und Südasien befallen hat, scheint nun **Texas** erreicht zu haben. Ärzte des Sicherheitsnetzes der sozialen Gesundheitsversorgung in **Houston**, darunter das Krankenhaus **Ben Taub**, haben gesunde Männer zwischen **20 und 30 Jahren** behandelt, die an Nierenversagen litten. Einige kamen mit einem Urin, der als „Coca-Cola-farben" beschrieben wurde. Auffällig ist, dass diese Patienten keine der üblichen Erkrankungen haben, die einen so schweren Nierenschaden erklären würden. **Dr. Gokul Paidi**, Reaccionariorzt für Allgemeinmedizin bei der **Community Healthcare Network** in New York, weist darauf hin, dass diese Fälle in Texas stark dem ähneln, was anfangs in **Zentralamerika** beobachtet wurde.
Viele der Betroffenen sind Einwanderer, oft ohne Papiere, aus **Mexiko** und **Zentralamerika**. Sie arbeiten in Berufen wie dem Bau oder der Dachdeckerei – Tätigkeiten, die Arbeit im Freien bei extremer Hitze mit begrenztem Zugang zu Pausen und Wasser bedeuten. Eine Auswertung von Krankenakten im **Harris** County ergab, dass etwa jeder sechste Fall von Notfall-Dialyse bei unversicherten Patienten oder undokumentierten Einwanderern keine identifizierbare Ursache hatte. **Dr. Paidi** hält diesen Befund für vereinbar mit der CKD unbekannten Ursprungs. Die Verfolgung der Erkrankung wird dadurch erschwert, dass manche Patienten aus Angst vor ihrem Migrationsstatus medizinische Hilfe meiden oder sich nicht an Untersuchungen beteiligen, wodurch der Nierenschaden bis zur Irreversibilität fortschreiten kann.
## Ein globales Muster
Die mesoamerikanische Nephropathie wurde erstmals Ende der **1990er** Jahre unter Zuckerrohrarbeitern in **El Salvador** und **Nicaragua** identifiziert. Seitdem wurden ähnliche Epidemien von Nierenerkrankungen in **Sri Lanka**, **Indien**, ländlichen Regionen **Thailands** und der Region **Tierra Blanca** in **Mexiko** dokumentiert. Im Laufe der Jahrzehnte sind weitere regionale Nierenerkrankungen aufgetreten, wenn auch nicht alle als CKDu eingestuft werden. **Dr. Paidi** erwähnt die endemische Nephropathie des **Balkans** seit den **1950er** Jahren, die **Itai-Itai**-Krankheit in **Japan**, die mit mit Cadmium belastetem Reis in Verbindung steht, sowie die Nephropathie in **Sri Lanka**, die seit den **1990er** Jahren erforscht wird. Die Forscher vermuten zunehmend, dass diese Ausbrüche Variationen desselben zugrunde liegenden pathologischen Prozesses sein könnten. Man geht davon aus, dass es sich um verwandte Erkrankungen handelt, um Gruppen desselben pathologischen Prozesses, die in verschiedenen landwirtschaftlichen und industriellen Regionen weltweit auftreten.
## Die stille Krankheit
Eines der gefährlichsten Merkmale der CKDu ist, dass die Betroffenen anfangs oft nicht merken, dass etwas nicht stimmt. Experten beschreiben sie als „stille Krankheit", weil die Symptome häufig erst auftreten, wenn der Nierenschack schon erheblich ist. **Dr. Richard J. Johnson**, Experte für Nierenerkrankungen und emeritierter Professor für Medizin an der **University of Colorado**, erklärt, dass viele Zuckerrohrarbeiter die Erkrankung nur durch Routineblutuntersuchungen entdecken. Später kann sie typische Symptome einer schweren chronischen Nierenerkrankung verursachen, wie Müdigkeit, Schlafstörungen, Übelkeit, Schwäche und Atemnot durch Anämie. In diesem Stadium können die Patienten bereits nahe am Endstadium der Krankheit sein. Die Folgen können in Regionen mit weniger Ressourcen besonders schwerwiegend sein, wo Dialyse und Nierentransplantation unzugänglich oder sehr teuer sind. Die Krankheit schreitet oft innerhalb weniger Jahre rasch fort, und die Sterblichkeit ist hoch, da kaum Behandlungen verfügbar sind.
## Ursachen werden erforscht
Die Forscher haben die genaue Ursache dieser Erkrankung noch nicht bestimmt. Hitzestress gilt als einer der Hauptverdächtigen. Die Experten untersuchen, ob Jahre anstrengender körperlicher Arbeit, wiederholte Dehydrierung und die Exposition gegenüber Umweltfaktoren die Nierenfunktion allmählich zerstören. Landarbeiter können zudem Pestiziden und dem Rauch des Abbrennens von Zuckerrohr ausgesetzt sein. Weitere mögliche Faktoren sind kontaminiertes Trinkwasser und der häufige Gebrauch rezeptfreier nicht-steroidaler Entzündungshemmer (NSAID) zur Schmerzlinderung. In Kombination mit extremer Hitze und Dehydrierung könnten diese Faktoren die Nieren zusätzlich belasten. Experten schlagen vor, dass mehr Schatten, bessere Flüssigkeitszufuhr, kürzere Arbeitszeiten und ein früherer Arbeitsbeginn den Nierenschaden verringern könnten.
Derzeit gibt es keinen einzelnen Diagnosetest, der die CKDu bestätigt. Ärzte stellen die Diagnose, indem sie andere bekannte Ursachen der chronischen Nierenerkrankung ausschließen und Beruf sowie Umwelteinflüsse des Patienten prüfen. **Dr. Paidi** erklärt, dass eine Nierenbiopsie dem am nächsten kommt, was man als Referenzmethode bezeichnen könnte, aber für ein flächendeckendes Frühscreening nicht praktikabel ist. Auch eine spezifische Behandlung gibt es nicht. Ärzte können versuchen, den Blutdruck zu kontrollieren, weitere Schäden zu verhindern und vor Medikamenten zu warnen, die den Organen schaden könnten. Fortgeschrittene Fälle erfordern Dialyse oder Transplantation. Manchen Patienten werden ACE-Hemmer verschrieben, doch **Dr. Johnson** warnt, dass diese Medikamente bei dehydrierten Patienten die Nierenfunktion manchmal verschlechtern können. Angesichts des Auftretens dieser mysteriösen Krankheit in Texas betonen die Experten die Bedeutung der Früherkennung. **Dr. Paidi** empfiehlt Menschen, die in der Landwirtschaft oder anderen Berufen im Freien in heißen Klimazonen arbeiten, ihre Nierenfunktion mindestens zweimal jährlich überprüfen zu lassen. Ein einfacher Bluttest zur Messung des Kreatinins und ein Urintest zum Nachweis von Eiweiß können frühe Veränderungen lange vor dem Auftreten von Symptomen erkennen. Bei einer Krankheit, die bis kurz vor dem Nierenversagen fast unsichtbar sein kann, könnten diese frühen Tests eine der wenigen Gelegenheiten bieten, den Schaden zu erkennen, bevor er irreversibel ist.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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