Myopie-OP: Patienten berichten von Halos und unvollständigem Sehen

Patienten nach Myopie-Operationen berichten von Halos, chronischer Trockenheit und unvollständigem Sehen. Manche halten den Augenärzten, die operieren, vor, selbst eine Brille zu tragen.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Myopie-OP: Patienten berichten von Halos und unvollständigem Sehen
Myopie-Operation: Die Chirurgen, die sie durchführen, tragen selbst eine Brille

Ein operiertes Auge hat kein Ersatzteil. Dieser Satz, im Streit um die refraktive Chirurgie tausendfach wiederholt, bringt den wahren Sachverhalt auf den Punkt: Myopie korrigiert man mit einer Brille, alles andere —LASIK, PRK, FemtoLASIK, ICL— ist ein Glücksspiel. Der am weitesten verbreitete anekdotische Beweis ist keine klinische Studie, sondern eine Beobachtung des gesunden Menschenverstands: Die Augenärzte, die andere operieren, tragen selbst eine Brille. Wenn die Operation so gut ist, warum gehen dann ausgerechnet diejenigen nicht ins OP-Zimmer, die die Nachsorge am besten kennen?

Die Sache ist aktuell: Ein Patient, der in diesem Jahr mit ICL-Linsen operiert wurde —den intraokularen, die die Hornhaut nicht beschleifen— beschreibt „gewaltige" Halos um jede Lichtquelle und ein Sehvermögen, das nicht 100 % erreicht. Sein Augenarzt sagt ihm, alles sei perfekt und er lande direkt in den Erfolgsstatistiken. „Ich habe Angst davor zu erfahren, wie die Misserfolgsstatistiken aussehen", fasst er zusammen.

Was ist ICL und warum ist es nicht dasselbe wie LASIK?

Die technische Diskussion ist wichtig, weil der Sammelbegriff „Myopie-Operation" sehr unterschiedliche Verfahren in einen Topf wirft. LASIK formt die Hornhaut mit dem Laser und ist irreversibel. Beim ICL wird eine Linse —eine permanente Kontaktlinse— über einen seitlichen Schnitt eingesetzt, ohne die vordere Hornhaut anzutasten, und es ist reversibel: Die Linse lässt sich wieder entfernen, allerdings nur per erneuter Operation. Die Preise: rund 7.000 Euro für beide Augen, die Linsen werden individuell nach Dioptrien angefertigt.

Das rettet nicht alles. Ein Patient, der in einer Klinik operiert wurde, die sich als nationale und internationale Referenz präsentiert, berichtet, dass er mit dem linken Auge nicht 100 % sieht —eine Abweichung von 0,25 Dioptrien— und vermutet, dass er falsch vermessen wurde oder die Linse verdreht eingesetzt wurde. Die Halos, sagt er, verschwinden nicht: Sein Gehirn blendet sie nicht aus. Ein anderer Bericht hingegen behauptet, die Halos würden mit der Zeit schwächer, weil das Gehirn lernt, sie zu ignorieren, und dass die anfängliche Anpassung —verzerrtes Sehen für einige Tage, Halos für Wochen oder Monate— zum Prozess gehöre.

Das Argument, das niemand entkräftet: Die Chirurgen operieren sich nicht selbst

Die am häufigsten geäußerte und unbequemste Beobachtung betrifft die Brillen der Augenärzte. Sie wird auf verschiedene Weise formuliert: Wenn 40 % der Bevölkerung eine Brille tragen, dann auch 40 % der Augenärzte; und wäre die Operation so gut, würde man angesichts ihres Wissens über die Nachsorge und ihrer Kontakte zu Chirurgen keinen einzigen mit Brille sehen. Auf Kongressen, heißt es, tragen alle eine Brille. Es ist ein Argument der adversen Selektion: Wer das Risiko am besten kennt, geht es nicht ein.

Dem stehen positive Fälle gegenüber, die ohne Scheu erzählt werden. Einer, 2004 an nur einem Auge operiert: „Kein einziges Problem und keine Tropfen." Ein anderer, fünfzehn Jahre nach einer LASIK-OP: „Wie im siebten Himmel. Nachts sah ich mit einer Schärfe, die mich umgehauen hat." Ein Dritter, wegen Grauem Star operiert mit Myopie-Korrektur gleich mit: Halos „einmal im Monat oder alle zwei Monate", darauf hingewiesen worden, dass er das Nahsehen verlieren würde, und am zweiten Tag schon wieder am Steuer. Die Verteilung ist entscheidend: Es geht nicht allen schlecht, aber manchen schon — und vorher lässt sich nicht wissen, wem.

Die wiederkehrenden Folgeschäden: Halos, Trockenheit und lebenslange Tropfen

Der Katalog der Nebenwirkungen in den Erfahrungsberichten ist einheitlich: chronische Schmerzen, extreme Trockenheit mit ständigem Bedarf an künstlichen Tränen und Halos um Lichtquellen. Die Hornhaut ist ein sehr empfindlicher Bereich, und das Auge hat kein Ersatzteil. Wer ein Verbot fordert, argumentiert von dort aus: Myopie lässt sich mit einer einfachen Brille lösen, alles andere bedeutet, ein irreversibles Risiko einzugehen, um ein Problem zu beheben, das längst eine reversible Lösung hatte.

Es gibt einen wirtschaftlichen Aspekt, der oft übersehen wird: 0,25 Dioptrien übrig zu lassen kann ein Gefallen sein. Tritt die Presbyopie auf, gleicht diese Restmyopie sie aus und verzögert den Einsatz von Gleitsichtgläsern. Was der Patient als Betrug erlebt —nicht 100 % sehen, nachdem er 7.000 Euro bezahlt hat— kann mit zwanzig Jahren Abstand ein unbeabsichtigter Vorteil sein.

Alternativen: Kontaktlinsen, Brille und die Bates-Methode

Das Spektrum derer, die sich nicht operieren lassen, reicht vom Konventionellen bis zum Unorthodoxen. Kontaktlinsen haben ihr eigenes Problem: Die Hornhaut bezieht ihre Sauerstoffversorgung aus der Luft, und ihre Abdeckung mit Kunststoff verursacht Allergien, Trockenheit, mögliche Geschwüre und in Extremfällen einen Sehverlust, der eine Hornhauttransplantation erfordern würde. Die Brille, mit all ihren Brüchen und Glaswechseln, bleibt die Option ohne Nebenwirkungen. Und dann gibt es noch die Bates-Methode, empfohlen mit Beständigkeit, Geduld und fünfzehn Minuten täglich: Sie wirkt, solange man sie praktiziert, wie der Gang ins Fitnessstudio, und verliert ihre Wirkung, sobald man aufhört.

Die Frage, die ohne klare Antwort bleibt, ist die nach dem Alter. Ab welchem Alter wird man nicht mehr operiert? Die Antwort, die kursiert: Man operiert in jedem Alter. Ob es sich für den Patienten lohnt, ist eine andere Frage. Für die Klinik lohnt es sich jedenfalls immer.



Der Punkt, an dem die Sache immer hängt, ist derselbe: Vorher lässt sich nicht wissen, auf welcher Seite der Statistik man landen wird. Wer gut daraus hervorgeht, empfiehlt sie begeistert weiter. Wer schlecht daraus hervorgeht, kann es nicht rückgängig machen. Und diejenigen, die das Verfahren am besten kennen, tragen weiterhin eine Brille.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (76 Antworten).

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