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Musk-Großvater war Mitglied der Technokraten-Bewegung
Elon Musks Großvater Joshua Haldeman unterstützte die Technocracy Incorporated. Die Bewegung forderte eine Regierung durch Ingenieure und Ruhestand mit 45.
Was, wenn wir aufhören zu wählen und Experten das Sagen geben? Diese Idee heißt seit 1919 Technokratie – und hat eine unbequeme Herkunft: Elon Musks maternaler Großvater, Joshua Haldeman, war in der Bewegung aktiv, die diese Ideologie radikalisierte. Sein Enkel, geboren 1971, nannte einen seiner Söhne X Æ A-Xii und träumt laut Berichten von einer Technokratie auf dem Mars. Das Erbe ist mehr als nur genetisch.
Was ist Technokratie und wer prägte den Begriff?
Der US-Ingenieur William H. Smyth prägte den Begriff 1919. Besorgt über die Verschwendung im Kapitalismus und in der Politik, plädierte er dafür, dass Wissenschaft und Technik die Produktion organisieren, um Effizienz und gerechte Verteilung zu sichern. Zuvor hatte der französische Philosoph Henri de Saint-Simon Anfang des 19. Jahrhunderts vorgeschlagen, dass Wissenschaftler, Ingenieure und Industrielle die Gesellschaft verwalten sollten. Der Soziologe Thorstein Veblen vervollständigte dieses Bild einer Idee, die Ordnung gegen Chaos versprach.
In den 1920er Jahren gründete der Ingenieur Howard ScottTechnocracy Incorporated, eine Bewegung, die sich als Antwort auf die Große Depression präsentierte. Die Gruppe schlug vor, das Preissystem abzuschaffen und es durch „Energiezertifikate“ zu ersetzen, wobei der Wert eines Produkts anhand der für seine Herstellung benötigten Energie bemessen werden sollte. In Kalifornien zählte sie zeitweise mehr als eine halbe Million Mitglieder, identifizierte Anhänger durch Nummern und uniformierte ihre Gefolgschaft in Grau.
Wer war Joshua Haldeman, Elon Musks Großvater?
Haldeman, ein kanadischer Chiropraktiker, wurde als radikaler Theoretiker von Verschwörungstheorien beschrieben. Laut Presseberichten wurde er in Kanada wegen seiner Beteiligung an dieser technokratischen und autoritären Bewegung verurteilt; ihm war die Nummer 10450-1 zugewiesen. Enttäuscht zog er nach Südafrika, wo 1971 sein Enkel zur Welt kam. Die familiäre Verbindung zeigt sich auch in den Namen der Kinder des Tesla-Gründers: X Æ A-Xii, Exa Dark Sideræl und Techno Mechanicus.
Diese Beziehung lädt zu vielfältigen Interpretationen ein. Das Buch L'uomo che vuole risolvere il futuro des Italieners Fabio Chiusi zeichnet ein ideologisches Porträt von Musk und untersucht, warum seine Figur bei politischen Anführern und der radikalen Rechten Faszination auslöst.
Der technokratische Plan: 16-Stunden-Woche und Rente mit 45
Das ursprüngliche Programm klingt attraktiv: Die Arbeitszeit sollte auf 16 Stunden pro Woche begrenzt sein. Nicht jeder müsste arbeiten, aber wer es tat, begann mit 25 und ging mit 45 in den Ruhestand, nach maximal 20 aktiven Jahren. Die Technokratie wird als System der Fülle dargestellt, im Gegensatz zu Modellen, die auf Knappheit basieren – Kapitalismus und Kommunismus –, die sie als administrative Relikte betrachtet. Das Kernargument: Automatisierung zerstört Arbeitsplätze und macht es unlogisch, Ressourcen so zu verteilen, als wären sie noch knapp.
Dieser Punkt dominiert viele Diskussionen. Wenn, wie einige behaupten, Roboter und künstliche Intelligenz die Arbeit übernehmen sollen, wird die Frage nicht utopisch, sondern buchhalterisch: Werden Roboter besteuert und wofür? Um Gesundheitssystem und Renten der Nicht-Arbeitenden zu finanzieren oder um Einkommen zu stützen, die nicht mehr vom Lohn abhängen?
Singapur und Chile: Zwei oft zitierte Experimente
Technokratie ist nicht nur Theorie. Singapur entwickelte sich seit seiner Unabhängigkeit 1965 von einem Handelshafen zu einer fortgeschrittenen Volkswirtschaft unter einer Governance, in der Stadtplanung, Bildung und Entwicklung Experten oblagen – um den Preis eingeschränkter Freiheiten. Chile diente während Pinochets Diktatur als Laboratorium für die sogenannten „Chicago Boys“, die neoliberale Politiken parallel zu Menschenrechtsverletzungen durchsetzten.
Daraus resultiert die zentrale Skepsis: Effizienz ohne Gegengewichte hat ihren Preis. Ein wichtiges Detail entkräftet zudem den Mythos einer einheitlichen Blockideologie: Der Begriff Technokratie beschreibt sehr unterschiedliche Realitäten. Der erste Technokrat, Saint-Simon, war ein utopischer Sozialist; heute wird der Technokrat eher mit dem Status quo großer internationaler Organisationen assoziiert. Es gibt linke und rechte Technokratien, und sie als eine einzige Ideologie darzustellen, ist schlicht falsch.
Warum löst Technokratie Misstrauen aus?
Die Debatte driftet manchmal in schwierige Gewässer: unbewiesene Verschwörungstheorien, Verdächtigungen gegenüber der EU als Investmentfonds oder Vergleiche mit China und dem entwicklungsorientierten Franco-Regime. Man sollte die Spreu vom Weizen trennen. Der Vergleich mit der zweiten Phase des Franquismus (1959–1975) illustriert das Argument der wirtschaftlichen Entwicklung ohne politischen Wandel – keine Gleichsetzung mit dem ursprünglichen technokratischen Projekt.
Einige vermischen das Thema auch mit Kosmismus und Pierre Teilhard de Chardin, indem sie Technologie, Spiritualität und Philosophie kombinieren. Dies ist symptomatisch: Wenn ein Thema Macht und Technik gleichzeitig berührt, absorbiert es alles, was damit in Kontakt kommt.
Am anderen Ende steht der Vergleich zwischen Ted Kaczynski und Technocracy Incorporated. Beide kritisierten das industrielle System, aber aus gegensätzlichen Gründen: Während die Technokraten mehr Wissenschaft zur Planung wollten, wünschte sich Kaczynski weniger Technologie, nicht mehr. Zwei Kritiken am selben System, die nicht einmal dieselbe Diagnose teilen.
Mit diesem Material wirkt die Technokratie wie die Quadratur des Kreises: Sie verspricht Effizienz ohne Wahlen und Fülle ohne Markt. Schade nur, dass jedes Mal, wenn sie angewendet wurde, jemand für alle entschied – und niemand daran erinnert, dies unterschrieben zu haben.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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