Senkung der Quote auf 22 ändert nicht die demografische Karte des Klassenzimmers
Die Region Murcia hat eine maximale Schülerzahl von 22 pro Klasse in Vorschule und Grundschule vorgeschlagen. Madrid plante 2023 400 neue Klassenzimmer, um die Klassen auf 20 Kinder zu begrenzen. Dies sind Ankündigungen bezüglich Infrastruktur, Personal und Gehältern. Die daraus entstandene Diskussion ist jedoch woandershin gewandert: zu den Personen, die jeden Platz besetzen.
Was in Murcia und Madrid angekündigt wurde
Die murcianische Regierung stellte die Maßnahme als „strukturelle und schrittweise“ Senkung der Quoten vor, mit dem Ziel, die maximale Schülerzahl pro Klasse auf 22 in Vorschule und Grundschule zu begrenzen, verbunden mit einem „festen und entschlossenen Engagement“ für öffentliche Bildung. Es ist eine Regeländerung: Sie setzt eine Obergrenze, kein Ergebnis.
In Madrid sprach der erwähnte Plan von 400 neuen Klassenzimmern für 20 Kinder pro Klasse im Jahr 2023. Die Zahl hat einen arithmetischen Trick: Wenn mehr Klassenzimmer eröffnet werden, sind weniger Kinder in jedem Raum, aber die Gesamtzahl der Schüler im System bleibt gleich. Die Kosten steigen jedoch.
Die Berechnung, die aus 20 Schülern 13 und 7 macht
Hier beginnt die Ablenkung. Bei einer Klasse von 20 Schülern und einer geschätzten Zusammensetzung aus drei Adoptivkindern, einer Schülerin chinesischer Herkunft, einem schwarzen Schüler und zwei in Indien geborenen Schwestern – dem konkreten Fall auf dem Tisch – ergibt sich eine Klasse mit 13 spanischen und 7 ausländischen Schülern, also 65 % gegenüber 35 %. Mit der Obergrenze von 22 würde das Verhältnis theoretisch auf etwa 33 % sinken. Das alles sind Serviettenschätzungen basierend auf einem Einzelfall, keine offiziellen Statistiken einer Behörde, und sollten so gelesen werden. Die vollständige Aufschlüsselung, Platz für Platz, zeigt ein Bild, das in Schlagzeilen nicht auftaucht.
Die Prozentzahlen, die jeder auf den Tisch legt
Die kursierenden Zahlen passen nicht zusammen, und genau das ist das Problem. Manche behaupten, dass in einer Schule in einem Wohngebiet nordwestlich von Madrid, wie Majadahonda, spanische Schüler weniger als 10 % ausmachen; andere antworten, dass in der Schule ihrer Kinder 99 % Spanier seien, abgesehen von drei Adoptivkindern; wieder andere, aus dem Bereich der Berufsbildung, behaupten, dass das reale Verhältnis in öffentlichen Schulen bei 90 % Ausländern und 10 % Staatsangehörigen liege. Eine weitere Nachricht stellt fest, dass mehr als 50 % der Schüler ausländischer Herkunft in Salt (Girona) seien, während eine andere 5 % in Soto del Real berechnet.
Es ist die klassische Diskussion, bei der jeder von seiner eigenen Straße verallgemeinert. Im gesamten Material gibt es keinen einzigen offiziellen Einschreibungsdatensatz: Alles besteht aus Beobachtungen am Schultor, jede aus einem anderen Viertel, dargestellt, als würden sie das ganze Land beschreiben.
Warum kommt die Herkunft der Schüler in die Debatte über Quoten?
Weil das Kernargument nicht pädagogisch ist. Es wird behauptet, dass eine Klasse mit Mehrheit im Ausland geborener Schüler mehr Ressourcen, mehr Teilungen und mehr Lehrer erfordert, und dass dies die Senkung der Quote treibt. Das Gegenargument lautet, dass niedrigere Quoten das Lernen unabhängig von der Herkunft verbessern und dass die Vermischung beider Dinge eine Bildungsmaßnahme in etwas anderes verwandelt.
Persönliche Erfahrungen spielen hier hinein: Wer sagt, er habe in Klassen mit 35 oder 40 Schülern gelernt und sei gut damit gefahren, wer warnt, dass wohlhabendere Familien auf halböffentliche oder private Schulen wechseln und die öffentliche Bildung mit der verbleibenden Mischung zurücklassen, und wer daran erinnert, dass jedes Jahr weniger Kinder geboren werden und dass die Klassenstufen außerhalb der Pflichtschulzeit bereits halbleer sind. Die Schlussfolgerung dieser letzten Gruppe ist unbequem: Sie werden das Ziel ohne Zutun erreichen.
Das Identitätsargument: Der Fall einer französischen Oberschule
Der am häufigsten wiederholte Dreh ist ein Video einer französischen Oberschule, in dem mehrere in Frankreich geborene Schüler sagen, sie fühlten sich nicht französisch, sondern eher als Angehörige der Länder ihrer Eltern, in denen einige nie gelebt haben. Es wird verwendet, um zu behaupten, dass Herkunft wichtig sei, weil sie die Kultur prägt, in der man aufwächst, und dass sich dies im Klassenzimmer bemerkbar mache. Dies ist ein Argument, das auf audiovisuellem Material basiert, nicht auf einer Studie, und ignoriert, dass Integrationsergebnisse stark variieren, je nachdem, was gemessen wird.
Und das Geld? Der PISA-Bericht und das Personal
Die Senkung der Quote auf 22 erfordert mehr Klassenzimmer, mehr Lehrer und höhere laufende Budgets. Der am häufigsten wiederholte Einwand betrifft die Kosteneffektivität: Wozu das Personal verdoppeln, wenn die PISA-Ergebnisse weiterhin mittelmäßig sind? Die Verteidigung ist das Gegenteil: Gerade weil sich die Ergebnisse nicht verbessern, müssen die Unterrichtsbedingungen geändert werden. Keine der beiden Positionen bringt die Zahl, die die Sache klären würde.
Und dann ist da noch der demografische Hintergrund, den niemand bestreitet: Wenn jedes Jahr weniger Kinder geboren werden, leeren sich die Klassenzimmer von selbst, und die Obergrenze von 22 wird ohne Reform erreicht. Angesichts dieses Szenarios, ist die Senkung der Quote eine echte Verbesserung des Bildungssystems oder eine Schlagzeile, die durch demografische Trägheit erfüllt wird?
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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