Monte di Pietà: Das Pfandkreditmodell eines Franziskaners aus dem Jahr 1462

Der Monte di Pietà entstand 1462 in Perugia als Pfandkredit gegen Wucher. Er kam 1702 nach Spanien und wurde schließlich in Sparkassen integriert.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Monte di Pietà: Das Pfandkreditmodell eines Franziskaners aus dem Jahr 1462
Der Monte di Pietà wurde 1462 gegründet, um ohne Wucher zu verleihen; heute überlebt er als Pfandhaus

Den ersten Monte di Pietà gründete kein Bankier, sondern ein Mönch. Bernabé de Terni, ein Franziskaner, richtete 1462 in Perugia eine Institution für Pfandkredite ein, um kleine Beträge an jene zu verleihen, die keinen Zugang zum Bankwesen hatten, und verlangte niedrige Zinsen statt der wucherischen Raten, die Geldverleiher und Lombarden anwendeten. Die Logik war einfach: Wenn der Arme Geld braucht und nur der Wucherer es ihm gibt, kann organisierte Wohltätigkeit dies besser und günstiger tun. Vier Jahrhunderte später, im Jahr 1702, replizierte Pater Francisco Piquer y Rudilla das Modell in Spanien mit dem Monte de Piedad de Madrid, im Oratorium der Straße Calle del Sacramento und unter königlicher Schirmherrschaft.

Was genau war ein Monte di Pietà?

Nichts mit Bergsteigen zu tun: reiner Pfandkredit. Das heißt, ein Pfandhaus, aber in der Rechtsform einer frommen Stiftung. Der Kunde hinterließ einen Gegenstand als Sicherheit und erhielt einen kleinen Betrag; wenn er den Kredit nicht zurückzahlte, verlor er das Pfand. Der Unterschied zum Wucherer lag nicht im Mechanismus, sondern im Zinssatz und Zweck: Der Monte di Pietà funktionierte als Mikrobank für die Armen, nicht als Akkumulationsgeschäft.

Die italienische Erfindung verbreitete sich in Europa mit der Unterstützung der Kirche und der Kronen. In Spanien kam die Niederlassung in Madrid mit königlicher Schirmherrschaft, einer Formel, die es der Krone ermöglichte, wohltätige Verdienste zu geringen Kosten zu beanspruchen. Die Institution wuchs und wurde im Laufe der Zeit in größere Finanzstrukturen integriert, bis hin dazu, dass die Caja Madrid jahrzehntelang den Namen Monte de Piedad in ihrer Bezeichnung trug.

Warum setzten die Montes de Piedad ihre Tätigkeit nicht fort?

Hier spaltet sich die Analyse. Manche behaupten, das Modell sei von Anfang an zum Scheitern verurteilt gewesen: Wenn der typische Kreditnehmer jemand ohne Ressourcen ist, der kleine Beträge leiht und oft nicht zurückzahlt, erfordert das Verleihen Härte, und eine fromme Einrichtung kann auf diesem Feld nicht konkurrieren. Ein Bankier, so diese Strömung, muss per Definition rücksichtslos sein, damit das System funktioniert; eine NGO, die Mikrokredite vergibt, hat keine Zukunft.

Dagegen spricht ein anderes Argument: Das Problem war nicht die Frömmigkeit, sondern die Bankenzentralisierung. Das deutsche Sparkassenmodell, mit einer Regionalbank pro Gebiet, die lokale Unternehmer finanziert, oder die spanischen Sparkassen (cajas de ahorros) zeigten, dass Nahkredit funktioniert. Die Krise von 2008 zerstörte dieses Modell und öffnete das Feld für Mega-Fusionen. Das Ergebnis, so wird argumentiert, ist eine Eurozone ohne lokalen Kredit für jene, die bereit sind, ein Unternehmen zu gründen: Megabanken interessieren sich nicht für kleine Geschäfte.

Der Einwand kommt schnell: Wenn das Problem fehlender lokaler Kredit wäre, hätte das ICO (Spanisches Institut für Kredit) scheitern müssen, und das ist nicht geschehen. Die hinzugefügte Nuance lautet, dass das Sparkassensystem nicht schlecht geplant war; was versagte, war die Korruption.

Niedrige Zinsen als Waffe gegen Wucher

Der Schlüssel des ursprünglichen Modells war der Satz. Zu niedrigen Zinsen zu verleihen war nicht reine Philanthropie: Es war direkter Wettbewerb gegen den Wucherer. Indem man tragbare Konditionen bot, entzog der Monte di Pietà missbräuchlichen Verleihern das Geschäft. Dies ist der Unterschied, der bei der Vergleichbarkeit mit Sparkassen diskutiert wird: Ob diese zu niedrigeren Sätzen verliehen oder einfach die kommerzielle Logik der Banken replizierten.

Die Grundfrage bleibt offen. Mit demzerstörten lokalen Kreditmarkt und Mega-Fusionen, die den Markt konzentrieren, ergibt die Figur des Monte di Pietà wieder theoretisch Sinn. Ob jemand ihn finanzieren will, ist eine andere Sache.



Die vernünftigste Vorhersage, mit Vorbehalten: Der Monte di Pietà wird nicht als karitative Institution zurückkehren, aber seine Funktion —kleiner Kredit für jene, die anderswo keinen erhalten— wird von Plattformen und Pfandhäusern abgedeckt werden, deren Zinssätze der Mönch von Perugia als Wucher betrachtet hätte.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (16 Antworten).

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