Mönch behauptet, 12 Jahre gestanden zu haben: Leistung oder Schwindel?
Ein anonymer Mönch kursiert erneut in den sozialen Medien, weil er behauptet, zwölf Jahre lang weder gesessen noch gelegen zu haben, sondern stets gestanden zu haben. Die Zahl klingt wie ein unmenschlicher Rekord, und Fachleute sind sich sicher: Der menschliche Körper hält das nicht aus. Das Blut staut sich in den Gliedmaßen, das Gewebe stirbt ab, und das Thromboserisiko ist lebensgefährlich. Aus medizinischer Sicht ist es schlicht unmöglich, ewig aufrecht zu stehen.
Die medizinische Erklärung, die den Mythos entlarvt
Stehen ohne die Beine zu bewegen führt zu venösem Stau, der Ödeme, Geschwüre und Nekrosen zur Folge hat. Liegend zu schlafen ist keine Laune: Es ist die einzige Haltung, bei der das Blut effizient zum Herzen zurückfließen kann. Wer versucht, länger als 48 Stunden am Stück zu stehen, erleidet irreversible Schäden. Zwölf Jahre sind biologisch gesehen ein Unsinn.
Der wirtschaftliche Hintergrund der Geschichte
So sehr es wie eine Volksgeschichte klingen mag: Solche Erzählungen haben eine spürbare wirtschaftliche Wirkung. Sie locken Touristen in abgelegene Klöster, befeuern den Verkauf von „Wundern“ und stützen eine Spiritualitätsbranche, die Millionen umsetzt. In Indien haben beispielsweise mehrere Sadhus jahrelang gestanden – oder es zumindest behauptet – und Pilger zahlen dafür, sie zu sehen. Die Frage ist, ob mancher Leichtgläubigkeit einen hohen Preis zahlt.
Wie viel Wahrheit steckt dahinter?
Wahrscheinlich handelt es sich um eine Übertreibung oder eine wiederaufgewärmte moderne Sage. Es gibt weder dokumentarische Belege noch medizinische Begutachtungen, die die Behauptung stützen. Die wenigen dokumentierten Fälle längerer Unbeweglichkeit – etwa bei hinduistischen Asketen – enthalten meist Tricks: versteckte Stützen, Vertretungen oder nicht offengelegte Ruhepausen.
Wie zu erwarten, wird die Geschichte in wenigen Tagen verpuffen, wie so viele andere virale Meldungen auch. Solange sie aber Klicks und Besuche generiert, wird sie immer wieder auftauchen. Die Prognose: Der nächste „Rekordmönch“ ist schon um die Ecke.
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