Moderna und MSD präsentieren in Madrid Daten zu ihrer mRNA-Melanomvakzine

Moderna und MSD stellen am 24. Oktober in Madrid Wirksamkeitsdaten ihrer mRNA-Vakzine gegen Melanom vor – nachdem die Moderna-Aktie um 177% gestiegen war.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Moderna und MSD präsentieren in Madrid Daten zu ihrer mRNA-Melanomvakzine
Moderna und MSD präsentieren in Madrid Daten zu ihrer mRNA-Melanomvakzine

Am Samstag, den 24. Oktober, ab 16.30 Uhr, werden Moderna und MSD auf dem in Madrid stattfindenden Kongress der European Society for Medical Oncology die konkreten Zahlen der Phase-III-Studie INTerpath-001 vorlegen. Die Therapie namens Intismeran Autogene kombiniert personalisierte Messenger-RNA mit Keytruda, um ein Wiederauftreten des Melanoms nach der Operation zu verhindern. Bereits am 19. August hatten beide Unternehmen mitgeteilt, dass die Studie ihren primären Endpunkt erreicht habe: Sie verbesserte das rezidivfreie Überleben im Vergleich zu Keytruda allein statistisch signifikant und verringerte das Risiko von Fernmetastasen. Die Wall Street reagierte mit einem Anstieg von 177% bei Moderna und rund 13% bei MSD an einem einzigen Handelstag. Was noch fehlte – und was nun präsentiert wird – sind die genauen Wirksamkeitszahlen.

Was ist Intismeran Autogene und worin unterscheidet es sich von einer klassischen Impfung?

Es verhindert keinen Krebs. Es wird auf Grundlage der Mutationen hergestellt, die im Tumor jedes einzelnen Patienten identifiziert wurden, und nutzt Messenger-RNA, um dem Immunsystem beizubringen, abnormale Proteine zu erkennen und anzugreifen. Die Studie rekrutiert Patienten mit operiertem kutanem Melanom im Stadium IIB bis IV und Wiederauftretensrisiko und vergleicht die Kombination mit den einzeln verabreichten Immuntherapien. Für Moderna ist dies der Weg, ein Geschäft zu diversifizieren, das auf dem Elbichito-Impfstoff aufgebaut wurde; für MSD eine Möglichkeit, Keytruda vor dem bevorstehenden Verlust der Exklusivität zu schützen.

Die Reaktion: von der Börseneuphorie zur Skepsis gegenüber der Industrie

Die August-Ankündigung ließ die Aktien in die Höhe schießen, doch die Präsentation der Daten hat das Misstrauen gegenüber allem, was nach mRNA riecht, wieder angefacht. Manche halten fest, dass das Nutzen-Risiko-Verhältnis hier unbestreitbar ist: Angesichts eines Melanoms mit Metastasierungsrisiko treten Nebenwirkungen in den Hintergrund. Dagegen wiegt die Erinnerung an das Pandemie-Management, das jede Deutung vergiftet. Eine Strömung der Analyse bringt es mit hämischem Unterton auf den Punkt: Wenn dieselbe Technologie, die massenhaft verabreicht wurde, nun gegen Krebs dient, kehrt der Verdacht zurück, das Geschäft liege darin, Menschen krank zu machen, um dann die Heilung zu verkaufen. Nicht vergessen wird auch, dass die Moderna-Aktie im Handelsverlauf zeitweise um 20% fiel – ein Zeichen, dass der Markt nicht so sicher ist, dass die Zahlen spektakulär ausfallen werden.

Die technischen Grenzen, von denen die Schlagzeile nichts erzählt

Onkologische mRNA wirkt nicht bei allen Tumoren gleich. Sie benötigt Krebsarten mit vielen angesammelten Mutationen wie das Melanom und hängt davon ab, dass das Immunsystem des Patienten reagiert. Das ist das Kleingedruckte, das die Begeisterung der Schlagzeilen gern ausblendet. James Larkin, einer der wissenschaftlichen Co-Vorsitzenden des Kongresses, machte es deutlich: „Es mag wie der Beginn einer neuen Ära aussehen, aber wir müssen den vollständigen Datensatz sehen und kritisch bewerten, bevor wir allgemeine Schlüsse ziehen." Das tatsächliche Überleben wird sich in Jahren messen lassen, nicht in einer Pressemitteilung.

Das Geschäft hinter der personalisierten Vakzine

Die Herstellung einer maßgeschneiderten Therapie für jeden einzelnen Patienten ist weder billig noch schnell. Moderna und MSD haben ihre Absicht bekundet, mit den Zulassungsbehörden zu sprechen, doch es gibt weder eine Zulassung noch einen Zeitplan für die Vermarktung. Der potenzielle Markt ist enorm, wenn es funktioniert – und ebenso groß ist das Risiko, dass es bei einer Nischenbehandlung bleibt. Die Frage, die über dem Kongress schwebt, lautet nicht, ob mRNA Tumore angreifen kann – das kann sie –, sondern zu welchem Preis und für wie viele.

Mit den detaillierten Daten, die an diesem Samstag auf dem Tisch liegen, geht es in der Diskussion nicht mehr um Erwartungen, sondern um Zahlen. Und dort liegt, wie immer, der Teufel im Kleingedruckten der Studie.

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (91 Antworten).

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