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Mit 49 wird der Körper der Frau bewertet, der des Mannes nicht
Eine Diskussion über den Körper einer 49-jährigen Frau zeigt die doppelte Messlatte beim Altern: Frauen werden in jedem Alter ästhetisch bewertet, Männer nicht.
Mit 49 steht der Körper einer Frau weiterhin unter öfflicher Begutachtung
Hat sie einen guten Körper für ihr Alter von 49 Jahren? Die Frage eröffnet das Gespräch und liefert die Diagnose gleich mit. So formuliert, hört das Verstreichen der Zeit auf, eine bloße Tatsache zu sein, und wird zu einer Umständen, die gesondert bewertet werden muss – fast wie ein mildernder Umstand. Niemand stellt einem 49-jährigen Mann diese Frage: Bei ihm wird allenfalls das Girokonto gemessen. Von fünfzehn Antworten verteilt sich das Urteil auf bedingungslose Zustimmung, technische Korrekturen – an den Beinen fehle noch Arbeit, sagt eine – und die Forderung nach weiteren Blickwinkeln, um fundiert urteilen zu können. Auffällig ist nicht die Verteilung, sondern dass es überhaupt eine gibt.
Warum das Alter als erschwerender Faktor im ästhetischen Urteil wirkt
Die doppelte Messlatte ist kein Eindruck, sondern eine hartnäckige Asymmetrie. Frauen müssen für ihr Aussehen in jedem Alter Rechenschaft ablegen; Männer nicht. Mit 49 sammelt ein Mann angebliche Autorität und einen Bauch, der verziehen wird; eine Frau rutscht in eine Kategorie, die eine vorherige Rechtfertigung verlangt, und der Beweis wird schriftlich eingefordert: Ein Bild genügt nicht, es braucht die Rückansicht. Die Altersgruppe der Fünfzigjährigen erscheint sogar als nach oben korrigierte Schwelle, denn das Urteil wird nie abgeschlossen. Und ein Kommentar erledigt die Sache mit dem Verweis auf die längst erloschene Fruchtbarkeit, als begänne und endete das Interesse genau dort. Die kurioseste Note kommt, wenn jemand die Frau auf dem Bild geografisch verortet und das Thema Richtung Küche abbiegt.
Das natalistische Argument, das sich in jede Altersdiskussion einschleicht
Mal als Parodie, mal ernst gemeint, taucht eine Minderheitsmeinung auf, die behauptet, jedes Interesse an Frauen über 30 gehöre zu einer angeblichen Sozialingenieurskunst, um die europäische Geburtenrate zu senken. Für eine solche Strategie gibt es keinerlei Belege. Die Demografie führt den Rückgang der Geburten auf bekannte Faktoren zurück – Wohnraum, Beschäftigung, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Kosten der Kindererziehung –, nicht auf die ästhetischen Vorlieben irgendjemandes. Das Deutungsmuster wiederholt sich dennoch und dient als Alibi: Es macht aus einem persönlichen Geschmack eine historische Mission und befreit den, der ihn vertritt, von jeder Erklärung.
Angesichts dieses Materials war die klügste Antwort des ganzen Experiments die, die die Frage schlicht als albern abtat. Schwer, ihr zu widersprechen. Und trotzdem wird die Frage weiter gestellt.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
Die ganze Diskussion lesen (16 Antworten).
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