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Mirtha Legrand: seit 1968 im argentinischen Fernsehen
Mirtha Legrand, geboren 1927, moderiert ihre Sendung seit 1968: Sie hat sechs Päpste und Franco überlebt und ist ohne Ruhestand weiter im Fernsehen.
Mirtha Legrand, 98 Jahre und 57 Staffeln des fernsehausgestrahlten Abendessens
An einem beliebigen Samstag setzt sich eine 98-jährige Frau in einem Fernsehstudio zum Abendessen, prüft Licht und Kameratiming und startet die Sendung. Das macht sie seit 1968. Mirtha Legrand wurde 1927 geboren, als Tochter spanischer Eltern — ihr Vater stammte aus Almería — und moderiert «Almorzando con Mirtha Legrand» (Mit Mirtha Legrand zu Mittag) seitdem fast ohne Unterbrechung, was ihr einen Rekord beschert, den niemand auch nur annähernd erreicht: die langlebigste Sendung der Fernsehgeschichte, moderiert von ein und derselben Person.
Wie viele historische Persönlichkeiten hat Mirtha Legrand überlebt?
Die Liste ist schwer zu erreichen und funktioniert als Thermometer des Jahrhunderts. Sie hat Eva und Juan Domingo Perón beerdigt, Hitler, Franco, Maradona, Videla und die Königinmutter von England, außerdem ihre eigene Tochter. Auch sechs Päpste. Sie sah Diktaturen in ihrem Land entstehen und stürzen, benutzte mehrere verschiedene argentinische Währungen und war bereits volljährig, als die UNO gegründet wurde, als Israel entstand oder als das Dritte Reich fiel. In der Familie hat sie eine 22-jährige Urenkelin und steht kurz davor, Ururgroßmutter zu werden.
Joaquín Prat senior, Jordi Hurtado und die Messlatone der Vergleiche
Jeder Vergleich fällt daneben zu kurz aus. Joaquín Prat senior wurde im selben Jahr geboren, 1927, und begann ebenfalls 1968 im Fernsehen. Jordi Hurtado fing an, als Mirtha bereits 45 Jahre arbeitete, und ist inzwischen fast im Ruhestand; Miguel de la Quadra-Salcedo wurde nach ihr geboren. Der meistgenannte internationale Fall ist Vanna White, die 42 Jahre neben Pat Sajak bei Wheel of Fortune verbracht hat und nun das Studio mit Ryan Seacrest teilt, doch ihre Arbeitslast beträgt etwa 34 Drehtage pro Jahr mit sechs Episoden pro Tag und einem Vertrag bis zur Saison 2025-2026. Es ist rekordverdächtig, auch wenn das Tempo nicht vergleichbar ist.
Der Rekord gehört auch dem Sender, der sie nie rausnahm
Manche meinen, eine solche Marke lasse sich nicht allein mit der körperlichen Widerstandskraft der Moderatorin erklären: Es braucht auch, dass keine der aufeinanderfolgenden Senderführungen beschließt, sie aus dem Programm zu nehmen. Ihr kommt eine lange Laufbahn in anderen Formaten zugute. Jahrzehntelang moderierte sie Mittagessen von Montag bis Freitag, zuvor war sie Schauspielerin an der Seite ihrer Zwillingsschwester. Negativ verbucht wird eine Phase im Kino, die in der Debatte ohne Begeisterung abgetan wird.
Warum gibt es in Spanien keinen vergleichbaren Fall?
Die Frage schwebt über jedem Vergleich. Eine Analyselinie verweist auf die Kultur des Ruhestands: Mit 65 will kaum noch jemand arbeiten, und Altern wird als Rückzug gelesen, nicht als Kontinuität. Eine andere, härtere Linie verbindet das Thema mit der Pandemie und den Vorwürfen gegen das Gesundheitsmanagement jener Jahre. Das sind politische Kritiken, keine bewiesenen Fakten.
Die gebrochene Hüfte und der Samstagsplan
Vor einigen Jahren stürzte sie und brach sich die Hüfte. Sie kam zurück. Sie achtet weiterhin auf Licht, Kameraeinstellungen und Timing, und wer sie jeden Samstag sieht, merkt keine Abnahme ihrer Moderationskraft. Ihre eigene Erklärung des Wunders passt in einen Satz: nie aufgehört zu arbeiten. Die wirklich verblüffende Tatsache ist eine andere: Sie war bereits volljährig, als die UNO gegründet wurde, als Israel entstand und als das Dritte Reich fiel. Und sie isst weiterhin samstags zu Abend.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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