Mileis Argentinien: weniger Medikamente im Einkaufskorb

Ein Video zeigt eine Argentinierin, die zwei Medikamente statt vier kauft. Ist das Propaganda oder ein Spiegelbild von Mileis Sparkurs? Daten und Analyse.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Der Medikamenten-Einkaufskorb in Mileis Argentinien

Was steckt hinter dem Video, das über eine Argentinierin kursiert, die statt vier Medikamenten nur noch zwei kauft? Die Debatte über Javier Mileis Politik hat sich mit einem Zeugnis verschärft, das für die einen Propaganda ist und für die anderen die Realität des Sparkurses.

Das auf Facebook geteilte Video zeigt eine Frau, die erklärt, wie sie früher vier Medikamente kaufte und sich jetzt nur noch die zwei „essentiellen" leisten kann. Die Szene wurde sowohl als Fahne zur Kritik als auch zur Verteidigung der libertären Regierung genutzt. Aber die harten Daten sind unbequem: Die Inflation in Argentinien untergräbt trotz Verlangsamung weiterhin die Kaufkraft der Familien, besonders im Gesundheitsbereich.

Sparkurs oder Erbe: Mileis Dilemma

Die Verteidiger des argentinischen Präsidenten argumentieren, die aktuelle Lage sei das Erbe jahrzehntelangen Populismus, und der Sparkurs sei notwendig, um die Wirtschaft zu sanieren. Sie verweisen darauf, dass Medikamente auch in anderen Ländern teurer werden. Kritiker halten dagegen, dass der „Kettensägen-Plan" die besonders verwundbaren Bevölkerungsgruppen an den Rand treibt und der Kaufkraftverlust nicht durch die gesunkene Inflation ausgeglichen wird.

Das konkrete Beispiel der Medikamente ist nicht trivial: Laut dem Zeugnis im Video musste ein älterer Mensch die grundlegenden Medikamente priorisieren und auf andere Behandlungen verzichten. Ein Muster, das sich laut manchen Analysen im ganzen Land wiederholt.

Der Vergleich mit Spanien: Übertreibung oder Spiegel?

Manche Nutzer haben darauf hingewiesen, dass es auch in Spanien Fälle gibt, in denen Menschen beim Gesundheitsausgaben sparen. Die Größenordnung ist jedoch eine andere: In Argentinien liegt die Inflationsrate im Jahresvergleich bei über 200 %, und die Nominallöhne halten mit diesem Tempo nicht Schritt. Die Armut ist laut Daten des INDEC (Argentiniens amtliches Statistikinstitut) auf 57 % gestiegen, und der Verkauf von Markenantibiotika bzw. Markenmedikamenten ist zugunsten von Generika zurückgegangen.

Was das Video nicht zeigt, ist der makroökonomische Kontext: Die Reserven der Zentralbank sind auf ein Minimum gesunken, die Devisenkontrollen erdrücken, und die Rezession lässt keine Pause zu. Aber das Bild einer alten Frau, die entscheidet, welche Tabletten sie nimmt, trifft härter als jede Statistik.



Mileis Regierung hat es geschafft, die monatliche Inflation zu senken, aber die sozialen Kosten des Sparkurses lassen sich schwer überdecken. Vielleicht ist es keine Propaganda: nur das Thermometer einer Realität, die, so sehr man sie auch leugnet, weiter im Preis steigt.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (71 Antworten).

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