Milch für 0,50 € pro Liter: Anatomie eines Schnäppchens
Die günstigste Milch gibt es nicht im Supermarkt um die Ecke. Sie liegt in einem kostenpflichtigen Lagerhaus am Stadtrand, oft in Sechserpacks: Xoia kostet 0,54 Euro pro Liter Vollmilch und 0,50 Euro fettarm. Um beim Einkaufskorb zu sparen, muss man Eintritt zahlen, den Weg kalkulieren oder auf den Nachbarschaftsladen verzichten. Dieser Widerspruch prägt die Suche nach dem niedrigsten Preis.
Milch für 0,50 € und Diesel für 1,27 €: Der Club gegen Gebühr
Das kostenpflichtige Gelände rechtfertigt sich durch Kraftstoff. Die Costco-Mitgliedschaft kostet 25 Euro plus MwSt., aber wer sie zahlt, amortisiert sie beim Tanken: 1,27 Euro pro Liter Diesel gegenüber 1,40 Euro an Billigstationen und 1,55 Euro bei Repsol. Mit einem 80-Liter-Tank decken zwei Füllungen das Jahr ab. Die vollständige Aufstellung der Tankfüllungen, die unter den Genaueren kursiert, zeigt eine überraschende Marge. Dort taucht auch Olivenöl nativ extra aus Jaén für 3,15 Euro pro Liter auf – genug für zwölf Monate in einem Haushalt, der wenig frittiert. Das Kleingedruckte: Es gibt nur vier Standorte in Spanien und man muss an der Kasse vorbeikommen, um einzutreten.
Mercadona gegen Lidl: 1.600 Filialen gegenüber 630
Der Kilopreis entscheidet nicht alles. Lidl hat 630 Filialen in Spanien; Mercadona übertrifft 1.600 und verteilt sie nach Stadtteilen, was Fußwege ermöglicht. Die Ersparnis der deutschen Kette verflüchtigt sich im Auto: Bei aktuellen Spritpreisen lohnt sich die Fahrt für Reis, der 0,92 Euro pro Kilo kostet (bei Mercadona 0,95 Euro), nicht immer. Die häufige Kritik betrifft das Netz, nicht die Tarife: Würde Lidl seine Filialen näher ins Stadtzentrum bringen, würde es einen größeren Marktanteil gewinnen. Auch wird an die dünnen Personalbesetzungen dieser Ketten erinnert, mit nur zwei Mitarbeitern pro Filiale.
Lohnt sich das billigste Supermarktbrot?
Hier kollidiert Sparen mit Gesundheit. Kolonialbrot für 0,55 Euro oder Stangen für 0,30 Euro – und drei Stück für einen Euro in manchen Geschäften – sind unschlagbare Preise, aber einige Käufer warnen, dass verarbeitete Kohlenhydrate das Schlimmste der Ernährung seien. Die gegenteilige Antwort ist ökonomisch: Alles Fertige zu vermeiden ist ein wirtschaftlicher Selbstmord, und wer zu Hause backt, kauft 40 Kilo Mehl auf einmal, um nie wieder in die industrielle Bäckerei gehen zu müssen. Der gesundheitliche Vorwurf unterscheidet zudem kaum zwischen der 0,30-Euro-Stange und der 1,20-Euro-Variante.
Der Warenkorb mit Datum: Tomatensoße steigt von 1 auf 1,20 €
Angebote koexistieren mit stillen Preiserhöhungen. Die Eigenmarke-Tomatensoße stieg von 1 auf 1,20 Euro pro Kilo und das Dreierpack Brot von 1,10 auf 1,20 Euro. Demgegenüber starten Ketten zeitlich begrenzte Aktionen: Pedrosillano-Kichererbsen für 1,45 Euro pro Kilo, Sardinen für 2,59 Euro, Spaghetti für 1,15 Euro, pürierte Tomaten für 0,49 Euro pro Dose. Die Strategie des Käufers besteht darin, das genaue Datum zu notieren und den Rest der Liste nicht auf demselben Weg zu kaufen.
Scomber-Makrele für 3 € pro Kilo und Knoblauch-Fritur
Fetter Fisch drängt sich unter die Schnäppchen. Die Saison der Scomber-Makrele begann früher und das Kilo kostete 3 Euro auf Märkten und in Supermarkt-Fischabteilungen. Die Hälfte zum Braten am selben Abend, die andere Hälfte in die Gefriertruhe. Für größere Exemplare: Im Ofen mit einer Sauce aus Knoblauch und Weißwein; den Saft vom Blech auffangen, in der Pfanne reduzieren und den Fisch in den letzten fünf Minuten damit übergießen. Eine Delikatesse mittleren Preises, die neben Rinderfilet leicht übersehen wird.
Die Angst, dass das Schnäppchen verbrennt
Einen niedrigen Preis zu veröffentlichen birgt Risiken. Wenn zu viele Leute kommen, nimmt die Kette ihn zurück oder erhöht ihn. Deshalb bewahren manche Käufer ihre Funde auf und geben nur Hinweise preis: Anfangsbuchstabe des Geschäfts, eine bestimmte Kette, das genaue Datum der Aktion. Family-Cash-Milch für 0,91 Euro, sechs Dosen Thunfisch für 1,99 Euro oder Butter (250 g) für 1,60 Euro kursieren mit der Warnung, sie nicht allzu sehr zu verbreiten.
Ein Angebot, das nur einen Tag hält: Cola Cao für 2,59 €
Das kürzeste Schnäppchen dauerte anderthalb Tage. Ein 750-Gramm-Bottle Cola Cao für 2,59 Euro bei Lidl und am nächsten Tag dasselbe Produkt für 5,90 Euro. Ähnliches passiert beim Nord-Thunfisch, dessen Rabatte fast als Beleidigung gelten, sowie bei Produkten, die ohne Ankündigung aus dem Prospekt verschwinden. Die Aktion ist real, aber ihr Zeitfenster ist so eng, dass wer nicht täglich im Laden ist, zu spät erfährt.
Bleibt die unbeantwortete Frage: Wenn echtes Sparen Mitgliedsgebühren, Kilometerfahrten oder das Leben am Wochenprospekt erfordert, lohnt sich der Aufwand dann noch oder ordnet er nur dieselbe Rechnung neu? Die Zahlen streiten sich vorerst.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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