Migrationsregularisierung und Sicherheit: Brüssel warnt vor diesem Kurs

Über 1,1 Millionen gelöschte Strafregistereinträge in 5 Jahren und in Ceuta festgenommene frühere Dschihadisten: Die Migrationspolitik der spanischen Regierung steht unter Verdacht.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Migrationsregularisierung und Sicherheit: Brüssel warnt vor diesem Kurs
Eine Regularisierung, die Kriminellen Tür und Tor öffnet

Wenn das Ziel wäre, Gefängnisse in aller Welt zu leeren und ihre Insassen nach Spanien zu holen, könnte man es kaum besser machen. Es gibt keinen unterschriebenen Befehl, aber die Informationen der letzten Monate dokumentieren eine Kette von Effekten, die genau in diese Richtung weist: massenhafte Löschung von Strafregistern, Regularisierungen mit vagen Kontrollen und eine Grenze in Ceuta, die zur Einfallspforte für Personen geworden ist, die zuvor wegen Dschihadismus ausgewiesen worden waren.

1,1 Millionen gelöschte Einträge ohne Kontrolle

Die erste Zahl liefert das Justizministerium selbst: mehr als 1,1 Millionen in fünf Jahren per automatisiertem Verfahren gelöschte Strafregisterauszüge. Denselben Stellen zufolge hängen diese Löschungen mit der Erlangung der Staatsbürgerschaft und von Aufenthaltsgenehmigungen zusammen. Der schmerzhafte Punkt: Für die automatische Löschung muss die zivilrechtliche Haftung nicht beglichen sein. Wer also dem Gericht für eine Straftat Geld schuldet, lässt seinen Eintrag tilgen, ohne zu zahlen.

Ceuta: die Grenze, die nicht filtert

An der Grenze von Ceuta entdeckten die Sicherheitskräfte unter den Zuwanderern der letzten Welle rund ein Dutzend Personen, die zuvor wegen Dschihadismus aus Spanien ausgewiesen worden waren. Mehrere Länder boten Hilfe an, um nicht erfasste Radikale zu identifizieren. Zur Einordnung: Die meisten im vergangenen Jahr in Spanien wegen Dschihadismus Festgenommenen waren Marokkaner. Diese Kombination schafft kein Vertrauen.

Staatsbürgerschaft als Belohnung: der Fall Leire Díaz

Beim Thema Staatsbürgerschaft gibt es inzwischen konkrete Namen. Das Justizministerium räumte ein, einem ehemaligen chavistischen Vizeminister, der mit den Schmiergeschäften der PSOE in Verbindung gebracht wird, die Staatsbürgerschaft verliehen zu haben – nachdem die UCO (die zentrale Ermittlungseinheit der Guardia Civil) im Ministerium erschienen war. Berichten zufolge soll Leire Díaz sich dafür eingesetzt haben, die Verfahren zu beschleunigen. Jenseits des Atlantiks ermitteln die USA gegen Personen mit Verbindungen zum Kastrismus und zur organisierten Kriminalität, denen die spanische Staatsbürgerschaft verliehen wurde. Nichts davon ist gerichtlich bewiesen, doch das Muster nährt den Verdacht.

Inkompetenz oder hybride Kriegsführung?

Die Deutungen gehen auseinander. Manche behaupten, die Regierung schüre das Chaos gezielt, um abzulenken und die Bevölkerung zu kontrollieren. Andere reduzieren alles auf reine Inkompetenz: eine Verwaltungsmaschinerie, die Register ohne Kriterien löscht, und eine Migrationspolitik, die von der Ideologie gekapert wurde. Brüssel hat Pedro Sánchez unterdessen gewarnt, dass es in seiner Verantwortung liege zu prüfen, ob die Regularisierten ein Sicherheitsrisiko darstellen. Die Regierung hat keine Antwort geliefert, die die Zweifel ausräumt.

Vor diesem Hintergrund wächst das Misstrauen in die Migrationspolitik weiter. Die Regierung kann alles weiter bestreiten, aber die Zahlen und Fälle häufen sich. Der Eindruck ist: Das Rezept ändert sich nicht – regularisieren, löschen und darauf hoffen, dass das Problem nicht an die Tür klopft. Bis es klopft.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (95 Antworten).

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