Mercadona wird bald ein Hostel-Dienst sein, da bin ich sicher

Mercadona in Spanien plant, seine Supermärkte in Hostels mit Etagenbetten für 300 €/Monat zu verwandeln. Eine Analyse des asiatischen Modells und der Wohnungsdiskussion.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Mercadona, der nächste Hostel-Riese?

Mitten in der Wohnungskrise nimmt eine Idee, die wie Science-Fiction klang, Gestalt an: dass Mercadona sein Imperium auf Beherbergung ausweitet. Kein Witz: In einigen asiatischen Märkten ist das bereits Realität, und die Zahlen regen zum Nachdenken an. Eine Nische im Kapselhotel-Stil für 300 Euro im Monat könnte der nächste Schritt der Kette von Juan Roig sein.

Vom Einkaufskorb zum Etagenbett
Mercadona hat in einigen Filialen bereits Essbereiche und Automaten eingeführt, nach dem Vorbild japanischer Supermärkte wie FamilyMart. Die Idee, Etagenbetten zum Schlafen hinzuzufügen, ist nicht abwegig: In Hongkong sind „Käfigwohnungen“ seit Jahrzehnten Realität, und eine Kapsel könnte rund 300 Euro monatlich kosten, weit unter der durchschnittlichen Miete in Städten wie Madrid oder Barcelona.

Geschäftsmodell oder Dystopie?
Während manche darin eine Geschäftschance und eine Antwort auf das Wohnungsproblem sehen, nennen andere es „Black Mirror“. Die Kritik: Es wäre ein weiterer Schritt zur Privatisierung grundlegender Bedürfnisse, bei der ein Supermarkt alles kontrolliert, von der Nahrung bis zur Ruhe. Allerdings ist die Rechtmäßigkeit von Beherbergungsdienstleistungen in einem Supermarkt fraglich und würde gesetzliche Änderungen erfordern.

Das asiatische Vorbild
In Japan bieten Konbini (Convenience-Stores) bereits Mikrowellen, Sitzgelegenheiten und sogar Wäschereiservices an. In Spanien betreibt Carrefour seit Jahren Restaurantbereiche. Das Neue wäre die Beherbergung, aber der Sprung ist nicht so groß, wie er scheint.

Die offene Frage ist, ob Juan Roig den Schritt wagen wird. Derweil spiegeln Spekulationen und schwarzer Humor eine echte Sorge wider: Wohnraum ist so unerschwinglich, dass selbst ein Supermarkt wie eine Option erscheint. Die Zahl: 300 Euro im Monat für eine Kapsel. Wird das reichen, um das Bewusstsein zu wecken – oder um die Dystopie zu bestätigen?

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