Mietrückstand als Betrug? Anwältin schlägt Strafanzeige vor

Eine Anwältin will Mietrückstände als Betrug einstufen, um Mieter zu verjagen. Foren-Nutzer warnen: Private können keine Straftaten definieren.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Mietrückstand als Betrug? Anwältin schlägt Strafanzeige vor
Die Klausel, die eine Anwältin gegen Mietrückstände vorschlägt

Kann man eine vermietete Wohnung so absichern, dass ein zahlungsunfähiger Mieter nicht darin bleiben kann? Eine Anwältin hat in sozialen Medien eine Methode verbreitet, die nach ihrer Aussage den Rückstand der ersten Jahresmiete in einen Betrugsfall gemäß Artikel 248 des Strafgesetzbuches verwandelt. Dies würde es dem Eigentümer ermöglichen, beim Ermittlungsrichter vorsorgliche Maßnahmen wie die sofortige Räumung oder sogar die Festnahme des Mieters zu beantragen. Der Ausgangspunkt ist eine Zahl: Im Jahr 2023 wurden in Spanien 15.289 Anzeigen wegen Hausbesetzung erstattet, laut dem Artikel, der ihren Vorschlag aufgreift. Das Phänomen, das sie „Inquiokupación“ nennt – der Mieter, der nicht zahlt und sich häuslich einrichtet –, beunruhigt immer mehr Eigentümer.

Der Vorschlag stieß bei erfahrenen Juristen auf Skepsis. Das am häufigsten wiederholte Argument ist, dass Privatpersonen nicht entscheiden können, was eine Straftat ist: Die rechtliche Einordnung der Fakten obliegt der Staatsanwaltschaft oder der Klagepartei, und der Richter bestimmt, ob Betrug vorliegt. Eine solche Klausel in einen privaten Vertrag aufzunehmen, wird als wertlos betrachtet; ein Nutzer fasste zusammen, dass der Richter diese einfach ignorieren werde.

Bringt es etwas, eine strafrechtliche Klausel in den Mietvertrag aufzunehmen?

Nein, laut der vorherrschenden Lesart. Verträge zwischen Privatpersonen können Handlungen nicht als Straftaten einstufen oder Vertragsverletzungen in strafrechtliches Unrecht umwandeln. Das für Mietverhältnisse geltende Gesetz ist das LAU (Ley de Arrendamientos Urbanos), und Klauseln, die damit kollidieren, sind unwirksam. Einige fügen hinzu, dass das Strafgesetzbuch den Betrug bereits mit seinen eigenen Voraussetzungen definiert und dass ein Mietausfall nicht in dieses Schema passt: Es fehlt an einer ausreichenden vorherigen Täuschung, die die Anschuldigung tragen könnte.

Das zweite Problem ist praktischer Natur. Selbst wenn der strafrechtliche Weg akzeptiert würde, sind vorsorgliche Maßnahmen nicht automatisch: Der Ermittlungsrichter gewährt sie oder nicht, und die gerichtlichen Zeiten – Zustellungen, Rechtsmittel, überlastete Gerichte – können die Angelegenheit um Monate oder Jahre verlängern. Die im Video versprochene sofortige Räumung prallt auf die Realität eines Verfahrens, das nicht beschleunigt ist.

Was passiert, wenn der Mieter nicht zahlt und drinnen bleibt

Der säumige Mieter, der in der Wohnung bleibt, genießt nach Aussagen verschiedener Nutzer mehr rechtlichen Schutz als ein Besetzer, der in ein leerstehendes Haus eindringt. Diese Asymmetrie erklärt das Gefühl der Rechtlosigkeit, das das Thema durchzieht: Der Eigentümer sieht, wie seine Immobilie weiterhin bewohnt bleibt, während das Verfahren voranschreitet, und stellt manchmal fest, dass der Bewohner sein Vermögen auf Dritte übertragen hat. Dies erfordert einen neuen Prozess wegen Vermögensverschiebung, um zumindest teilweise Zahlung zu erhalten.

Der Aufwand ist nicht nur finanziell. Ein detailliert geschilderter Fall spricht von drei Jahren Verfahrensdauer, 10.000 Euro Kosten für Anwalt und Gerichtsvollzieher und einer endgültigen Schuld, die unmöglich einzutreiben ist. Die Schlussfolgerung lautet: Der Rechtsweg existiert, kommt aber oft zu spät oder gar nicht.

Alternativen abseits des Gerichts

Wenn das Gesetz keine Antwort bietet, wird die Fantasie angeregt. Es wird erwähnt, eine vertraute Person in der leeren Wohnung anzumelden und gelegentlich dort vorbeizukommen, um Post abzuholen, um nachzuweisen, dass jemand dort wohnt. Auch die Idee, eine Waffe im Haus zu haben, wird diskutiert, aber von mehreren Nutzern unter Berufung auf die Vorschriften widerlegt: Die Aufbewahrung einer Waffe außerhalb des Hauptwohnsitzes ohne zertifizierten Waffenschrank kann zu Sanktionen führen, und die Guardia Civil würde die Waffe beschlagnahmen, bevor sie die Besetzung löst. Das Ergebnis wäre ein zusätzliches Problem.

Ein anderer Ansatz besteht darin, Wohnungen zu verkaufen, die nicht der Hauptwohnsitz sind, um nichts besetzbares zu haben. Und eine dritte, zynischere Haltung deutet auf einen schnellen Weg hin, ohne die Sicherheitskräfte einzuschalten, mit dem offensichtlichen Risiko, das dies birgt.

Das Grundproblem: Anwälte, die versprechen, was das Gesetz nicht leistet

Die schärfste Kritik richtet sich nicht gegen die Besetzung selbst, sondern gegen die Beratung. Es wird gewarnt, dass viele Fachleute ihr Handwerk nicht beherrschen und mehr Probleme verursachen als lösen können. Die wiederholte Empfehlung: Wählen Sie einen qualifizierten Anwalt, prüfen Sie dessen Kompetenz und misstrauen Sie magischen Formeln, die in sozialen Medien kursieren. Die vollständige Aufstellung der Kosten eines schlecht geplanten Verfahrens zeigt eine entmutigende Summe.

Und darunter liegt ein unbequemer Verdacht: Dass die Besetzung nicht das Ergebnis politischer Inkompetenz ist, sondern einer bewussten Verwaltung. Das Gesetz, so heißt es, schützt wirklich nur diejenigen, die bereits etwas zu verlieren haben. Mit diesen Voraussetzungen dient die Star-Klausel der Anwältin bestenfalls dazu, ein Blatt Papier zu füllen.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (144 Antworten).

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