Mietergewerkschaft: Nur eine Wohnung in 21 Monaten übergeben

Die Mietergewerkschaft wirbt für die Übergabe leerstehender Wohnungen an Sozialmietprogramme. In 21 Monaten wurde jedoch nur ein Objekt übergeben.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Mietergewerkschaft: Nur eine Wohnung in 21 Monaten übergeben
Mietergewerkschaft fordert Wohnungsübergabe: Nur ein Objekt in 21 Monaten

Die Übergabe einer Wohnung für soziale Mieten klingt nach einem bürgerlichen Akt. Die Zahlen der Plattform der Mietergewerkschaft zeigen jedoch ein anderes Bild: Nur eine einzige Wohnung wurde übergeben, und zwar im Januar 2024. Einundzwanzig Monate später hat niemand weiter unterschrieben. Die Kampagne ruft Eigentümer auf, ihre leerstehenden Immobilien vulnerablen Familien zur Verfügung zu stellen. Die Reaktion des Marktes – und derer, die etwas zu verlieren haben – war ein ziemlich beredtes Schweigen.

Was die Mietergewerkschaft fordert und wer die Rechnung zahlt

Der Ansatz ist leicht zu formulieren, aber schwer zu unterschreiben. Sie überlassen die Nutzung der Immobilie; im Gegenzug wird Ihnen eine garantierte Miete versprochen, die laut den vorliegenden Berechnungen etwa 10 % bis 15 % unter dem Marktpreis liegen würde, wobei die Verwaltung Schäden abdeckt. Das Kleingedruckte klärt jedoch nicht, wer die restlichen Kosten trägt: Grundsteuer (IBI), Müllgebühren, Versorgungsanschlüsse, Gemeinschaftskosten und Sonderumlagen bleiben beim Eigentümer. Übergabe ja, aber Sie zahlen die Rechnungen.

Die Kampagne ist allerdings nicht kostenlos. Dahinter steht die Gruppe idrabcn.com, die laut genannten Zahlen 1,15 Millionen Euro von der Regionalregierung (Govern) und der Stadtverwaltung erhalten hätte. Hier liegt ein Großteil des Misstrauens begründet: Es wird nicht diskutiert, ob sozialer Wohnraum notwendig ist, sondern wer für die Organisation bezahlt wird.

Das Kalkül geht nicht auf: Mietausfall und russisches Roulette

Hier liegt der Kern des Problems. Der Eigentümer übergibt seine Wohnung an einen bedürftigen Mieter und steht mit der aktuellen Gesetzeslage ohne Ausweg da, wenn dieser die Miete nicht zahlt. Das am häufigsten genannte Argument besagt, dass dies gleichbedeutend sei mit russischem Roulette, bei dem alle Patronen im Trommel sind. Es wird behauptet, dass Mietausfälle in der überwiegenden Mehrheit der Fälle eintreten würden, auch wenn diese Prozentzahl durch keine offizielle Statistik belegt ist.

Demgegenüber schlägt der moderatere Sektor eine Alternative vor: Dass die Stadtverwaltung oder das zuständige Ministerium den Vertrag unterzeichnet, die Miete schriftlich garantiert und für Störungen haftet. Die berechtigte Frage lautet, was passiert, wenn diese Verwaltung ihre politische Farbe wechselt oder beschließt, nicht mehr zu zahlen. Mit einer Behörde zu unterschreiben ist nicht dasselbe wie mit Gott.

Das baskische Modell funktioniert (mit Nuancen)

Nicht alles ist heiße Luft. Im Baskenland gibt es ein Programm zur Übergabe von Wohnungen an die Verwaltung für soziale Mieten, das laut Beobachtern vernünftig funktioniert: gesicherte Miete, gedeckte Kosten, öffentliche Verwaltung des Mietverhältnisses. Das Problem ist jedoch, dass ein regionales Programm nicht per Dekret zur nationalen Norm wird, und der öffentliche Wohnungsbestand in Bilbao nicht derselbe ist wie im Zentrum von Madrid.

Der andere Aspekt, den niemand offen betrachten möchte, ist, dass der Fluss der Übergaben seit 21 Monaten praktisch eingefroren ist. Das Interesse daran, eine Wohnung an die Verwaltung zu übergeben, besteht; was fehlt, ist das Vertrauen, dass die Verwaltung sich daran hält. Und Vertrauen in Wohnungsfragen kauft man sich durch wasserdichte Verträge, nicht durch sarracena Appelle.

Die politische Rechnung

Ein Großteil der Ablehnung richtet sich nicht gegen sozialen Wohnraum, sondern gegen den Rahmen. Manche sehen darin eine Agitationsaktion im Vorfeld der nächsten Wahlen, finanziert mit öffentlichen Geldern und mit Blick auf einen Sprung in die Politik. Wenn das Ziel wäre, einer konkreten Familie zu helfen, so die Überlegung, wäre direkte Hilfe billiger und schneller als eine Kampagne.

Die Konsequenz ist für alle unangenehm: Das Wohnungsproblem ist real, teuer und dringend, aber die vorgeschlagenen Instrumente lösen solches Misstrauen aus, dass sie keine Nutzer finden. Ein Übergabeprogramm, das nur überzeugt, wer nichts zu übergeben hat, hat ein Designproblem, kein Sarracena.

Und hier lohnt es sich, nicht falsch zu liegen: Der Mangel an Freiwilligen beweist nicht, dass die Idee schlecht ist, nur dass sie weder gut vergütet noch gut abgesichert ist. Solange der Eigentümer das Risiko trägt und die Verwaltung den Ruhm erntet, wird der Zähler der übergebenen Wohnungen bei eins stehen bleiben. Wenn der Vertrag eines Tages wasserdicht gemacht und die Miete angepasst wird, ändert sich das wahrscheinlich. Wahrscheinlich. Aber mit den aktuellen Zahlen ist die Wette auf einen Ansturm von Übergaben ein Glaubenssprung, den wenige bereit sind zu machen.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (110 Antworten).

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