Merkel vergleicht Ostdeutsche mit Syrern

Angela Merkel erklärte in Leipzig, dass die Ostdeutschen von 1990 und die seit 2022 angekommenen Syrer gleichermaßen zum Land gehören. Die Aussage löste Kritik aus.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Angela Merkel erklärte bei einer Veranstaltung in Leipzig, dass die Ostdeutschen, die 1990 zur Bundesrepublik kamen, und die drei Jahre zuvor eingetroffenen Syrer gleichermaßen zum Land gehören. Dieser Vergleich stößt bei vielen auf Ablehnung, da sie darin eine Gleichsetzung der nationalen Wiedervereinigung mit Migration sehen.

Der Satz fiel bei einer Preisverleihung in **Leipzig**. **Angela Merkel** verglich die Ostdeutschen, die **1990** Teil der Bundesrepublik wurden, mit den Syrern, die etwa **2022**, also drei Jahre vorher, nach Deutschland gekommen waren. Ihrer Argumentation zufolge gehören beide Gruppen gleichermaßen zum Land.

## Was genau gesagt wurde und wo

Der Vergleich war kein Versprecher in einem Interview: Er fand bei einer öffentlichen Zeremonie vor Publikum und Kameras statt. Merkel stellte die Zugehörigkeit zum Land als einen Fakt dar, der weder vom Ankunftsdatum noch von der Herkunft abhängt. Der Rahmen, eine Preisverleihung, verleiht der Botschaft einen feierlichen Ton, der ihre Wirkung verstärkt.

Die gewählte Formulierung hat die Debatte entfacht. Sie sprach nicht über Integration oder Staatsbürgerschaft, sondern über Zugehörigkeit. Und sie brachte zwei Prozesse in denselben Satz, die für weite Teile der deutschen Öffentlichkeit nicht vergleichbar sind.

## Warum der Vergleich Unbehagen auslöst

Die deutsche Wiedervereinigung von **1990** war ein juristischer und politischer Prozess zwischen Staaten, keine Politik zur Aufnahme von Ausländern. Die Ostdeutschen waren Bürger eines Staates, der verschwand, und integrierten sich in einen anderen. Die Syrer kamen unter dem Regime des Asyls und des internationalen Schutzes.

Dieser Unterschied in der Natur ist der Kern der Einwände. Wer dies kritisiert, bestreitet nicht, dass beide Gruppen zur deutschen Gesellschaft gehören können; er bestreitet die Gleichsetzung der Wege und Umstände. Eine häufige Reaktion in sozialen Medien bringt das Unbehagen auf den Punkt: die Selbstverständlichkeit der Zugehörigkeit einer Gruppe zu betonen, die diese nie infrage gestellt hatte.

## Die politischen Kosten des Satzes

Merkel regierte **Deutschland** zwischen **2005** und **2021**, und ihre Entscheidung von **2015**, die Grenzen für syrische Flüchtlinge zu öffnen, bleibt der umstrittenste Punkt ihres Vermächtnisses. Dass sie nun, außerhalb des Amtes, jene Aufnahme mit der Wiedervereinigung gleichsetzt, öffnet diese Wunde wieder.

Die Geste hat eine paradoxe Wirkung. Ein Satz, der die Neuankömmlinge einschließen sollte, klingt für manche wie eine Relativierung dessen, was die Ostdeutschen erlebt haben. Die deutsche Migrationspolitik bleibt ein Thema, das keine einfachen Vergleiche zulässt, wie dieser Vorfall zeigt.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (4 Antworten).

Weitere Zusammenfassungen

Alle Zusammenfassungen auf Deutsch →

Volver