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Mérida bietet Migranten aus den Kanaren Aufnahme an
Der Bürgermeister von Mérida stellt seine Stadt für die Aufnahme von Migranten von den Kanarischen Inseln zur Verfügung, obwohl PP und VOX dort über 50 % der Stimmen gewannen.
Bürgermeister von Mérida bietet Stadt für Aufnahme von Kanaren-Migranten
Der Bürgermeister von Mérida, Antonio Rodríguez Osuna, hat seine Stadt der Regierung zur Verfügung gestellt, um einen Teil der Migranten aufzunehmen, die derzeit auf den Kanarischen Inseln eintreffen. Er kündigte dies in einer öffentlichen Botschaft an Pedro Sánchez an – in einer Gemeinde, in der mehr als die Hälfte der Stimmen bei den Wahlen 2023 an PP und VOX gingen. Diese Paradoxie prägt alles Weitere: Ein sozialistischer Bürgermeister bietet lokale Institutionen an, während die nachfolgende Debatte sich darauf konzentriert, dieses Angebot infrage zu stellen. Das Genießen des Wahlergebnisses, fasst die zynischste Reaktion zusammen.
Was der Bürgermeister von Mérida an Pedro Sánchez richtete
Die Nachricht des Bürgermeisters ist wörtlich gemeint: „Sie können auf Mérida zählen, auf die Stadt und ihre Institutionen, um diese Einwanderer aufzunehmen, die lawinenartig auf den Kanaren eintreffen.“ Der Text enthält keine Angabe der Platzzahl, keinen Zeitplan und keinen verknüpften Haushaltsansatz. Auch wird nicht detailliert, woher das Geld für die Unterbringung kommen soll. Alles liegt in den Händen der Zentralregierung.
Stimmenverteilung in Mérida 2023: 12.356 für PSOE und über 50 % für PP und VOX
Bei den letzten Kommunalwahlen war die PSOE mit 12.356 Stimmen (37,93 %) die stärkste Kraft. Vier Jahre zuvor hatte sie 10.912 Stimmen (35,88 %) erhalten; die Partei des Bürgermeisters wächst also, bleibt aber weit von einer absoluten Mehrheit entfernt. Die PP hingegen legte um 74 % zu: Sie stieg von 6.789 Stimmen (22,32 %) auf 11.808 (36,24 %). VOX fiel von 5.432 Stimmen (17,86 %) auf 4.790 (14,7 %). Sumar trat erstmals an und erhielt 2.731 Stimmen (8,38 %).
Diese Arithmetik ist unbequem für jemanden, der die Stadt im Namen aller anbietet. Zusammen erreichten PP und VOX mehr als die Hälfte der lokalen Wählerschaft. Die Ankündigung stützt sich daher nicht auf eine explizite gesellschaftliche Mehrheit, sondern auf die institutionelle Mehrheit, die durch die Liste mit den meisten Stimmen entsteht. Für manche bedeutet dies, eigenständig zu regieren. Für andere heißt es, öffentliche Ressourcen ohne die Unterstützung der Hälfte der Nachbarschaft einzusetzen, die später mit den Folgen leben muss.
Wie viel kostet die Aufnahme der auf den Kanaren eingetroffenen Migranten?
Das kommunale Angebot enthält keine Kostenschätzung. Die genannten Zahlen sind Schätzungen Dritter, ohne offizielle Grundlage. Einige Berechnungen gehen davon aus, dass die Verpflegung pro untergebrachter Person etwa 1.000 Euro beträgt, plus mehrere Tausend Euro für das Personal, das diese Ressourcen betreut, berät und überwacht. Andere addieren die Verwaltungskosten, die für die Abwicklung entstehen. Über allem schwebt das Argument, das bei jeder Ausgabedebatte auftaucht: eine Staatsverschuldung, die ein Kommentator auf fast anderthalb Billionen Euro beziffert.
Das am häufigsten wiederholte Argument lautet, dass das Geld für die Unterbringung – sowie für Renten, Gesundheitswesen oder Schulen der Gemeinde – aus derselben Tasche kommt. Kritiker blicken auf die Kassen des Rathauses, die nicht dargelegt haben, wie sie die Verpflichtung finanzieren wollen. Noch hat niemand eine feste Zahl auf den Tisch gelegt, und diese Abwesenheit ist für viele das eigentliche Problem.
Von der Aufnahme zur Abschiebung: Was rund um die Ankündigung diskutiert wird
Zwei Fragen stehen im Vordergrund. Die erste lautet, warum Ankommende nicht in ihre Herkunftsländer zurückgeschickt werden; die Ankündigung des Bürgermeisters geht auf diesen rechtlichen Rahmen nicht ein. Die zweite betrifft die Mobilität: Wer in einer Gemeinde ankommt, kann jederzeit weiterziehen, da keine innere Grenze ihn aufhält. So würde die angebotene Stadt die Anfangslast tragen, während der Rest Spaniens und Europas weiterhin Flüchtlingsströme empfängt. „Die Magie grenzenloser Bewegung“, wie ein anderer Kommentator es nennt.
Hinzu kommt die Debatte über das Profil der Ankommenden, die mal als Familien und Minderjährige, mal als Erwachsene im erwerbsfähigen Alter beschrieben werden, sowie darüber, welche Arbeitsplätze sie auf einem Markt wie dem in Extremadura tatsächlich besetzen könnten. Manche ironisieren, dass sie keine Ingenieursstellen füllen. Andere erinnern daran, dass Mérida nicht das Endziel wäre, sondern nur die erste Station auf dem Weg zu den Großstädten. Fast alle Analysen stimmen darin überein, dass das Angebot, wie es formuliert ist, die Verantwortung für das Wie, Wann und Wieviel an die Regierung abschiebt.
Ist Mérida bereit, die Kosten dessen zu tragen, was sein Bürgermeister in seinem Namen angeboten hat? Diese Frage wurde noch nicht beantwortet.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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