Gute Weine unter 3 Euro für den Alltag

Rueda für 2,95 €, Borsao für 1,59 € und ein Liter Rotwein für 1,20 €: Der reale Markt der günstigen Alltagsweine.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Gute Weine unter 3 Euro für den Alltag
Gute Weine unter 3 Euro: Was keine Guide empfiehlt

Kann man an einem gewöhnlichen Dienstag einen würdigen Rotwein für weniger als drei Euro trinken, vielleicht zu einer spanischen Tortilla? Die Antwort liefert der Einkaufswagen, und das Ergebnis ist seit Jahren offensichtlich: Es gibt eine Reihe von Referenzen, die weit unter dem Niveau stehen, das Snobismus diktieren würde.

Der Ausgangspunkt ist einfach. Wer Alltagswein sucht, will keinen edlen Tropfen für ein Festmahl, sondern robuste Weine, die zu einem Hamburger oder Spiegeleiern passen. In diesem Bereich fallen die Preise auf ein Niveau, das nur Weinliebhaber in Boutiquen kennen.

Die realen Preise eines Korbs mit günstigen Weinen

Die über Jahre zusammengetragene Liste zeigt kaum glaubwürdige Zahlen. Ein Rueda Verdejo wie Palacio de Vivero kostet bei Mercadona 2,95 Euro. Der Borsao Garnacha sinkt auf 1,59. Der einliterige Rotwein mit Schraubverschluss, „El Elegido“, liegt bei etwa 1,20 Euro. Und die Eigenmarken der Ketten — die Monovarietal Tierra de Castilla von LIDL für 1,99, Ribera del Duero unter drei Euro, manchega-Typen wie Viña Albali oder Estola — vervollständigen ein Sortiment, das nichts mit den Preisen bekannter Etiketten zu tun hat.

Manche setzen die Grenze hier, andere heben sie auf fünf Euro. Beide Lager teilen eine unbequeme Intuition für die Branche: Dass der Preis eines Weins wenig mit dem Inhalt zu tun hat, aber viel mit der Geschichte dahinter.

Ist hoher Preis nur Marketing?

Das ist die These, die durch das ganze Thema zieht, und sie ist nicht völlig abwegig. Enate, ein Somontano-Weingut, das für viele Diskussionsteilnehmer zur Referenz wurde, geriet ins Zentrum der Kontroverse, als einige Forennutzer behaupteten, sein Preis habe wenig mit der Traube zu tun. Manche argumentieren, dass unter zehn Euro die Marge unnötig aufgebläht wird und nur wenige Kellereien mehr wert sind. Dagegen spricht der gesunde Menschenverstand: Wer nur dreimal im Jahr Wein trinkt, wird sich nicht über zwanzig Euro für eine denkwürdige Flasche empören.

Niemand bestreitet, dass teurer Wein existiert. Diskutiert wird, ob teuer immer besser bedeutet. Die alte Maxime der Branche — „der beste Wein ist der, der einem schmeckt“ — ist zugleich die perfekte Ausrede, um kein Geld auszugeben.

Wenn die Flasche nicht reicht: Kaufen nach Litern

Das eigentliche Problem, über das kaum jemand spricht, ist der Verbrauch. Eine angebrochene, nicht leer getrunkene Flasche ist verschwendeter Wein: Rotwein hält sich schlecht von einem Tag auf den anderen. Hier kommt der Bag-in-Box mit 15 Litern ins Spiel, ein Format, das von denen empfohlen wird, die jeden Abend gerne Wein trinken. Wer es verfeinern möchte, kann eine kleine Wein-Kühlbox zwischen 60 und 100 Euro nutzen, um im Sommer keinen guten Jahrgang zu verlieren.

Die Puristen werden das Gesicht verziehen. Die Zahlen im Warenkorb nicht.

Am Ende steht eine bescheidene Erkenntnis: Um gut und günstig zu trinken, muss man nur lernen, die Supermarktregale richtig zu lesen.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (175 Antworten).

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