Mercadonas Steinburg schmeckt nicht mehr nach Bier

Steinburg, die günstige Biermarke von Mercadona in Spanien, kostet weiterhin 0,26 €, schmeckt aber metallisch seit dem Wechsel zum Abfüller Font Salem.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Mercadonas Steinburg schmeckt nicht mehr nach Bier
Mercadonas Steinburg schmeckt nicht mehr nach Bier

Der Preis ist unverändert; der Geschmack schon. Das Steinburg-Bier, das Mercadona in der 330-ml-Dose verkauft, behält seinen Einzelpreis von 0,26 € bei und hat laut wöchentlichen Käufern jeglichen Biergeschmack verloren: „Schmeckt nur noch nach Sprudelwasser mit Metall“, fasst die häufigste Beschwerde zusammen. Die Verwirrung kommt daher, dass diese Marke als beste Preis-Leistungs-Verhältnis im Regal galt. Und es gibt eine konkrete Änderung dahinter: Zuvor wurde sie von einem Lieferanten aus Frankreich oder Belgien abgefüllt; nun füllt Font Salem ab, ein valencianisches Getränkeabfüllunternehmen.

Das ist keine kleine Anpassung. Es handelt sich um das günstigste Eigenmarken-Bier der meistbesuchten Supermarktkette Spaniens, ein Produkt, das literweise gekauft wird und auf der Treue der Wiederkäufer beruht. Wenn sich der Geschmack ohne Ankündigung ändert, kann keine Marketingkampagne dies verdecken.

Wer füllt das von Mercadona verkaufte Steinburg-Bier ab?

Die kurze Antwort lautet Font Salem. Die lange Antwort ist, dass dies niemanden überraschen sollte: Das Unternehmen aus Valencia füllt seit Jahren die Eigenmarken-Biere vieler spanischer Supermärkte ab, und sein Name taucht bei Lidls Argus, mehreren Ahorramás-Marken oder Eroskis Aurum auf. Viele der Dosen, die im Regal konkurrieren, stammen aus denselben Abfülllinien.

Was sich zwischen ihnen unterscheidet, ist das Rezept, und hier liegt der Knackpunkt. Derselbe Hersteller kann ein akzeptables Bier und einen Reinfall produzieren, je nachdem, welche Formulierung der Kunde verlangt. Manche behaupten, dass die Argus-Dose aus derselben Fabrik wie Steinburg stammt und nicht annähernd so schlecht schmeckt; andere argumentieren, dass die Plastik-Literflasche, laut Etikett belgisch, vom Desaster verschont bleibt. Die Fabrik entscheidet nicht über den Geschmack: Der Vertrag tut es.

Die Preiskarte des Billigbiers

Bei 0,26 € pro Dose ist Steinburg kein Schnäppchen mehr. Der Vergleich mit dem Nebenprodukt ist erbarmungslos:

  • Argus national (Lidl): 0,23 € pro Dose, obwohl die milde Sorte nach dem Wechsel zu einem französischen Lieferanten auf 0,29 € gestiegen ist
  • Águila zaina (Consum): 0,23 € pro Dose
  • Holandesa (Carrefour): 0,26 € pro Dose, mit 2-für-1- und 3-für-2-Aktionen, die laut Berechnungen unter Käufern die Dose auf 0,17 € senken
  • Steinburg in der Ein-Liter-Flasche: bleibt laut Etikett in Belgien hergestellt

Die Preiserhöhung für Steinburg war zudem schnell: 3 Cent in zwei Monaten, bis zu den bereits in einigen Regalen sichtbaren 0,29 €. Wenige Biere bleiben unter dieser Barriere. Manche erinnern sich an bessere Zeiten mit Zahlen: Ein deutsches Discounter-Bier, Konigsbacher, das für 0,18 € pro Dose verkauft wurde und aus den spanischen Regalen verschwand, obwohl es in Deutschland weiterhin hergestellt wurde. Und am anderen Ende steht Carrefours halbliterliche Eigenmarke für 0,52 €, einen Euro pro Liter, die manche als das Trinkbarste ihrer Kategorie betrachten.

Preise erhöhen und Qualität senken: Das wiederkehrende Muster

Die weitgehend geteilte Diagnose spricht nicht von einem industriellen Unfall, sondern von einer bewussten Strategie: Ein Produkt mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis wird eingeführt, Mundpropaganda macht es bekannt, und sobald es etabliert ist, wird das Rezept geändert, um Kosten zu senken. Ein Teil der Kundschaft bemerkt die Änderung und geht; ein anderer kauft aus Trägheit weiter, und das Produkt lebt von einem Ruf, den es nicht mehr verdient.

Das Phänomen beschränkt sich nicht auf Bier. Im selben Einkaufswagen finden sich zuckerfreie Kekse portugiesischen Ursprungs, die durch eine nationale Version ersetzt wurden, die nicht gleich schmeckt, Joghurts, die nur mit ausländischem Siegel überzeugen, und importierte Käsesorten, die über ihren lokalen Äquivalenten platziert werden. Selbst bei importierten Craft-Bieren wird Kostendruck festgestellt: Eine bekannte IPA soll laut Daten von Enthusiasten von 6 % Alkohol und 50 IBU auf 5,4 % und 45 IBU gesunken sein.

Und es sind nicht nur Eigenmarken. Estrella Galicia und Voll Damm schmecken nicht mehr wie vor sieben oder acht Jahren, behaupten langjährige Trinker. Die zugrunde liegende These ist unbequem: Hier wird am Rezept gedreht, in Deutschland oder Belgien weniger.

Gibt es noch Bier, das nicht schlechter geworden ist?

Hier wird das Gespräch für den Käufer nützlich. Die Referenzen, die bestehen bleiben, sind laut gesammelter Erfahrung Importbiere mit klarer Herkunft: Franziskaner, das bei 1,39–1,49 € für 500 ml bleibt und Aroma behält; Paulaner, obwohl es sich bereits um 2 € bewegt; und einige deutsche Billigmarken, die einst hier für 0,18 € verkauft wurden und heute schwer zu finden sind. Unter den nationalen Marken tauchen zwei Namen aus Valencia auf, Turia und Levante, wobei erstere als Marzen-artiges Bier beschrieben wird, das sich mit ausländischen Produkten messen kann.

Der wiederholte technische Rat entbehrt wenig Mythos: Immer ins Glas servieren, nie direkt aus der Metalldose trinken und sehr kalt halten. Es repariert kein schlechtes Rezept, kaschiert aber viel. Andere haben einfach angefangen, ihr eigenes Bier mit Malz, Hopfen, Hefe und Mineralwasser zu brauen, was die einzige Möglichkeit ist, zu kontrollieren, was man trinkt.

Mit diesen Zutaten zwingt der Warenkorb zur Wahl zwischen mehr bezahlen für weniger Geschmack oder alle paar Monate die Marke wechseln. Wie oft kann sich dieser Zyklus wiederholen, bevor der Käufer dem Etikett nicht mehr glaubt?

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (120 Antworten).

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