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Thermomix TM5: 1.000 Euro für einen Roboter, der nicht allein kocht
Die Thermomix TM5 kostet 1.000 € und verspricht autonomes Kochen. Die Debatte: Ersetzt sie Topf und Pfanne oder ist es Direktvertriebs-Marketing?
Thermomix TM5: 1.000 Euro für einen Roboter, der nicht allein kocht
Eine Szene wiederholt sich in Tausenden von Küchen. Die Verkäuferin kommt, gibt eine Demonstration, hinterlässt dampfende Lasagne und geht mit einer unterschriebenen Bestellung. Monate später schläft das Gerät im Schrank, und die Besitzerin brät ihre Eier wie immer in der Pfanne. Die Thermomix TM5 kostet rund 1.000 Euro und löst eine Debatte aus, die nichts mit Kochen zu tun hat: Hält der Preis stand, oder ist es reines Marketing des Direktvertriebs?
Die Befürworter diskutieren den Preis nicht. Sie rechtfertigen ihn. Sie behaupten, er ersetze Mixer, Waage und Topf, ermöglichte das Vorprogrammieren von Gerichten – so dass man nach Hause kommt und die Linsen sind fertig –, und dass Kundendienst und Wiederverkaufswert konkurrenzlos seien. Wer sie täglich nutzt – und manche schwören darauf, ohne zu übertreiben –, beschreibt sie als einen Küchenhilfe zu Hause. Für große Familien oder für Leute, die Brei und Pürees zubereiten, lohnt sich die Rechnung.
Warum wird die Thermomix kritisiert, obwohl sie gut funktioniert?
Weil sie funktioniert, aber keine Magie vollbringt. Zutaten müssen geschält, geschnitten und bei vielen Gerichten danach noch in die Pfanne oder den Ofen gegeben werden. Die Maschine rührt, erhitzt und mixt bei konstanter Temperatur – verhindert, dass Linsen ankleben, was schon viel wert ist –, aber sie kocht nicht allein. Hier liegt der Kern der Enttäuschung: Man schreibt ihr fast magische Eigenschaften zu, doch für eine Tortilla de Patatas (spanisches Omelette) braucht man weiterhin die alte Pfanne.
Das wirtschaftliche Argument wiegt am schwersten. Ein Elektrotopf für 99 Euro brät, dämpft und backt Kuchen, und Nutzer behaupten, damit das gesamte Omelette zuzubereiten, ohne ein weiteres Geschirrteil zu verschmutzen. Ein Mittelklasse-Kochroboter kostet etwa 150 Euro. Der Vergleich mit einem professionellen Akkuschrauber – beide bohren, halten aber unterschiedlich lange – ist die häufigste Verteidigung jener, die den Preis durch Bauqualität und Haltbarkeit gerechtfertigt sehen.
Das Geschäft mit dem Direktvertrieb: Provisionen und Wiederverkauf
Hier zeigt sich die unangenehmste Seite. Der Vertrieb läuft nicht über Geschäfte: Es wird zu Hause verkauft, mit Demonstration und einer Vermittlerin dazwischen. Dieses Modell erzeugt Anwerbe-Provisionen und wurde mehr oder weniger treffend als „kulinarisches Schneeballsystem“ bezeichnet. Das Unternehmen, gegründet 1883, verkauft seit über einem Jahrhundert so und wirbt mit einem Servicenetzwerk, das ältere Modelle abholt, aufbereitet und auf dem Gebrauchtmarkt anbietet. Das Vorgängermodell war 10 Jahre im Katalog, was das Argument stützt, dass der Wertverlust gering sei.
Das Problem ist, dass dieser Kreislauf Käufer zu Verkäufern unter Freunden macht. Wer 1.000 Euro gezahlt hat, hat einen offensichtlichen Anreiz, Nachbarn zu überzeugen: Er bekommt einen Teil der Ausgabe zurück. Daher stammt das Gefühl einer Blase, das Kritiker beschreiben, und daher ist die Mundpropaganda so intensiv wie verdächtig.
Lohnt sich die Thermomix für Singles oder Paare?
Es hängt davon ab, wie viele Personen am Tisch sitzen. Die gesammelten Erfahrungen zeigen, dass das Gerät sinnvoll ist, wenn Kinder, Großfamilien oder jemand da ist, der für viele kocht. Für ein bis zwei Personen ist der Konsens verhalten: Mit einem guten Gefrierschrank und Frischhaltedosen kann man zwei Tage kochen und die ganze Woche essen, aber die Zeitersparnis rechtfertigt nicht die Anschaffungskosten. Eine Alternative ist ein programmierbarer Schnellkochtopf mit austauschbaren Innentöpfen – Teflon, Edelstahl oder Keramik –, der einen großen Teil des Sortiments für einen Bruchteil des Preises abdeckt.
Der Wiederverkaufswert ist allerdings real. Es gibt Fälle von Geräten, die nach einem Monat Nutzung für 900 Euro weiterverkauft wurden, was die Demo-Lasagne zur teuersten macht, die je jemand gegessen hat. Und es gibt das Detail, das verwirrt: Die digitale Rezept-App, die das neue Modell begleitet, funktioniert nur auf iOS und schließt damit die Hälfte der potenziellen Kundschaft aus.
Am Ende ist die Thermomix weder ein Betrug noch eine Zaubermaschine. Es ist ein Qualitätsgerät mit Luxuspreis und einem Vertriebsmodell, das Unbehagen bereitet. Wer sie täglich nutzt, verteidigt sie mit Fakten; wer sie nach drei Monaten im Schrank lässt, bestätigt den schlimmsten Verdacht. Die Frage ist nicht, ob sie funktioniert, sondern wie viele Leute 1.000 Euro für eine Funktion zahlen, die sie noch gar nicht nutzen wollen.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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