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Mercadona drängt traditionelle spanische Bars zurück
Während das Tagesmenü in spanischen Bars auf 20 € steigt, bietet Mercadona Mahlzeiten für 5 € an. Eine Analyse des Preiswettbewerbs.
Mercadona bedroht die Gastronomie: Supermarkt-Menüs erobern 20 % der Kundschaft
In einem traditionellen Stadtteilbar kostet ein Tagesmenü mit zwei Gängen, Getränk und Dessert inzwischen zwischen 14 und 20 Euro. Vor zehn Jahren lag der Preis laut vielen Berichten bei etwa 6 Euro. Gleichzeitig hat Mercadona seine „Ready to Eat“-Zonen zu einer Alternative entwickelt, die für rund 5 Euro Salat, Burger, Softdrink und Kaffee anbietet. Die valencianische Kette gewinnt nicht nur den Preiskampf, sondern definiert auch neu, was es bedeutet, als Durchschnittsarbeiter außer Haus zu essen.
Die Zahlen, die die Gastronomie beunruhigen
Eine Analyse eines typischen Menüs bei Mercadona zeigt sehr knappe Margen. Ein Burger mit Brioche, Gouda und Hackfleisch wird in manchen Lokalen für 15 Euro verkauft; im Supermarkt kostet dasselbe zubereitete Gericht weniger als die Hälfte. Eine detaillierte Aufschlüsselung für einen 15-Euro-Burger in einem Restaurant zeigt, dass nur 1,50 Euro für Rohstoffe und Energie, 1,50 Euro für die Miete, 3 Euro für Personal, 1,50 Euro MwSt., 1 Euro für Beratung und Steuern sowie 2 Euro Körperschaftsteuer ausgegeben werden. Der Verbraucher erreicht die Schmerzgrenze seiner Zahlungsbereitschaft, und Gastronomen versuchen, dies durch Margen von 50 % bei einigen Gerichten auszugleichen.
Doch die Preissteigerung ist nicht einheitlich. Während das Tagesmenü explodiert ist, kostet Hähnchen mit Kartoffeln bei Mercadona 4,50 Euro und ein Supermarkt-Kaffee weniger als einen Euro. Für einen Arbeitnehmer, der fünf Tage pro Woche außer Haus isst, kann die monatliche Differenz laut Berechnungen über 200 Euro betragen.
Hygiene, Qualität und das Stigma der Tupperware
Über den Preis hinaus hat die Diskussion ein unbequemes Argument für die traditionelle Gastronomie ans Licht gebracht: die Hygiene. Mehrere Teilnehmer weisen darauf hin, dass viele Bars in Industriegebieten oder einfachen Gegenden jahrzehntelang Fett und wiederverwendete Lappen ansammeln, während Mercadona strenge Kettenstandards einhält. „Ich habe Lappen gesehen, die wochenlang nicht gewaschen wurden; Mercadona hält die Hygiene im Griff“, kommentierte ein Nutzer online. Das vorbereitete Essen aus dem Supermarkt garantiert zwar verarbeitet, aber zumindest Rückverfolgbarkeit und kontrollierte Bedingungen.
Das Phänomen spiegelt auch einen kulturellen Wandel wider. Die selbst mitgebrachte Lunchbox, die vor zwei Jahrzehnten als etwas für Geringverdiener galt, hat sich sogar unter Ingenieuren und Managern normalisiert. „Ich erinnere mich, als ein Ingenieur mit einer Tupperdose bedeutete, dass im Land etwas schief lief“, sagte ein Teilnehmer. Jetzt, wo die Preise in der Gastronomie hoch sind, ist es eine rationale Entscheidung, Essen mitzubringen oder bei Mercadona zu kaufen, kein Zeichen von Armut mehr.
Das Ende der klassischen Bar?
Die Auswirkungen auf kleine Betriebe sind offensichtlich. Befürworter von Mercadona argumentieren, dass die Kette nur einen Raum besetzt, den die Bars selbst durch Preiserhöhungen und kleinere Portionen freigelassen haben. „Wenn deine Konkurrenz das fertige Essen eines Supermarkts ist, solltest du vielleicht dein Geschäftsmodell überdenken oder schließen“, lautete eine Analyse. Andere sehen darin ein Symptom der Verarmung: „Die Armut kehrt zurück. Früher gab es Orte mit Tischen und Bänken, damit einfache Leute günstig essen konnten. Genau das spielt Mercadona.“
Die Kontroverse ist nicht nur wirtschaftlich, sondern auch sozial. Juan Roigs Prophezeiung von Wohnungen ohne Küche wurde erwähnt, ein Trend, der sich bereits in neuen Bauprojekten abzeichnet. Wenn es keine Küche zu Hause gibt, wird das Supermarkt-Essen zur Notwendigkeit, nicht zum Luxus. Und die Bar, dieser Ort der Geselligkeit, der jahrzehntelang die Kantine der Arbeiterklasse war, wird auf besondere Anlässe reduziert.
Ein Marginenkampf, der gerade erst begonnen hat
Die spanische Gastronomie erzielt Rekordumsätze, aber die Gewinne erreichen die kleinen Bars nicht. Mit hohen Euribor-Zinsen und Lebensmittel-Inflation spart der Verbraucher. Mercadona hat den Moment richtig gelesen: Es bietet Preis, Schnelligkeit und einheitliche Standards. Die Bars, gefangen zwischen steigenden Mieten und Lohnkosten, versuchen zu überleben, indem sie Portionen verkleinern oder Preise erhöhen. Das Ergebnis ist eine wachsende Kluft.
Die offene Frage bleibt, ob die lokale Bar sich rechtzeitig neu erfinden kann oder ob sie von einer Effizienzlogik geschluckt wird, die jede Mahlzeit in eine kalte Transaktion verwandelt. Bis jetzt hat der Arbeitnehmer, der für 5 Euro bei Mercadona isst, bereits abgestimmt.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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