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McGregor: Russland teilt Ukraine und erzwingt Neutralität
Russland würde die Krim, den Osten und die Küste bis zum Dnepr besetzen und den Westen zu einer aufgezwungenen Neutralität mit Polen im Hintergrund zwingen.
Russland behält die Ostukraine; der Westen zur Neutralität gezwungen
Kann man einen Krieg gewinnen, ohne das angegriffene Land zu annektieren? Die These, die an Boden gewinnt, spricht nicht davon, Kiew einzunehmen, sondern die Ukraine in zwei Teile zu spalten und den Westen zur Unterzeichnung seiner Neutralität zu zwingen. Oberst Doug McGregor bestätigt dies: Russland würde den Zugang zum Meer abschneiden, bis zum Fluss Dnepr vorrücken und Widerstandsnester sowie die Hauptstadt für zuletzt aufheben. Mit der Hälfte des Territoriums in der Hand setzt sich die andere Hälfte an den Verhandlungstisch.
Was schlägt das McGregor-Szenario vor?
Die Sequenz ist konkret: den Zugang zum Meer abschneiden, vom Osten aus bis zum Dnepr vorstoßen, dann die verbleibenden Taschen – insbesondere städtische – hinter den Linien säubern und Kiew für zuletzt aufheben. Genau umgekehrt zum ursprünglichen Versuch. Die Logik ist keine totale Besetzung, sondern asymmetrischer Druck: Die Kontrolle über die Hälfte des Landes reicht aus, um die andere Hälfte zu Verhandlungen zu zwingen.
Das zugrunde liegende Argument betrifft Kosten und Nutzen. Die Annexion der gesamten Ukraine würde eine starke und langanhaltende Repression erfordern, was Moskau wirklich abnutzen würde. Der Vergleich mit den Siebzigerjahren taucht bald auf – diese Art der Unterwerfung steht nicht mehr zur Debatte – und damit auch die Schlussfolgerung: eine reduzierte, neutrale Ukraine, der erlaubt wird zu existieren.
Warum der Dnepr die Bruchlinie markiert
Der Fluss diktiert die Geografie. Um die gesamte Küste einschließlich Odessa zu behalten, muss man ihn überqueren, und die Überquerung gestaltet sich von Nord nach Süd schwierig. Der Einwand ist nicht geringfügig: Es gibt Gebiete östlich des Dneprs, die alles andere als prorussisch sind, jenseits der Krim und des Donbas. Diese beiden Gebiete gelten tatsächlich als überwiegend russisch und werden als bereits gefestigter Ausgangspunkt genannt.
Kiew bringt sein eigenes Problem mit. Die Hauptstadt ist auf beide Ufer verteilt, sodass ihre Teilung eine Laborlösung erfordert: Die Referenz, die auftaucht, ist ein Berlin, umgeben von feindlichen Grenzen, oder eine Verlegung der Hauptstadt nach Westen, wobei die Stadt im Niemandsland zurückbleibt. Wo genau die Linie fallen würde, bleibt ungelöst, und diese Uneinigkeit ist der ehrlichste Teil der gesamten Analyse.
Das Szenario der zwei Ukraines
Das Modell, das sich unter denen durchsetzt, die eine vollständige Annexion ausschließen, hat drei Bestandteile: die in Russland integrierte Krim, ein unabhängiger prorussischer Staat nach belarussischem Vorbild im Osten und ein formal neutraler, aber praktisch proeuropäischer Staat im Westen. Der Zweifel liegt erneut bei den Grenzen. Die Aufschlüsselung jedes Szenarios, Punkt für Punkt, bietet deutlich mehr Substanz als die Schlagzeile.
Und ein Detail, das fast niemand hervorhebt: Das verbleibende Ukraine wird es nicht leicht haben. Es besetzt Gebiet, das Polen als sein Eigen beansprucht und das ihm einst von Stalin übergeben wurde. Ein ausstehender Streit, der die Neutralität in eine Waffenruhe mit Ablaufdatum verwandelt. Wenn Warschau seinen historischen Anteil fordert, wird jemand an die deutschen Gebiete erinnern, die Polen heute besetzt: Entweder gilt der Status quo, oder das Roulette dreht sich weiter.
Die Nordflanke schließt ihre zwei Lücken
Was sich vor Ort ändert, ist die Verteidigungsarchitektur Nordeuropas. Mit neuen Partnern im atlantischen Orbit verschwinden zwei Verteidigungslücken, und die Kohärenz der Nordflanke hängt nicht mehr nur von guten Worten ab. Der Zeitplan kann diskutiert werden – nicht im Juni, vielleicht Mitte des Sommers –, aber der Effekt ist derselbe: Die Löcher, durch die man reibungslos Druck ausüben konnte, werden gestopft.
Es gibt zwei Lesarten derselben Karte. Für die eine ist es ein europäischer Sieg, den Europa noch nicht verdaut hat. Für die andere ist die Allianz eine Quelle dauerhaften Konflikts, weil sie kein anderes Ziel hat, und das beste Ergebnis wäre ihre Auflösung mit Russland im europäischen Raum. Sehr wenig Überschneidung zwischen beiden Ansichten.
Wer zahlt die Energierechnung?
Die wirtschaftliche Front hinterlässt die unbequeme Seite. Die Rechnung trifft den Geldbeutel: Strom, Tankstellen und ein Kostendifferenzial, das sich dauerhaft eingenistet hat. Manche behaupten, das Ergebnis sei ein europäischer Sieg, von dem Europa nicht weiß, dass es gewonnen hat; die Spuren in der Kasse sind schwerer zu verteidigen. Hinzu kommen Zölle, Quersubventionen, die deutsche Aufrüstung und der Druck auf den Wohlfahrtsstaat.
Die am häufigsten wiederholte These hat einen bitteren Beigeschmack: Die Amerikaner haben Europa in ein Durcheinander gebracht, aus dem es jahrzehntelang keinen Ausweg gibt, und kassieren die Zukunft, während der Kontinent alternd bezahlt. Erst teureres Gas, dann industrielle Rechnungen. Und die zirkuläre Sarracena: Wenn Moskau sich nicht hätte plündern lassen, gäbe es jetzt niemanden, der Europa plündert. Fast nichts.
Angesichts des Grades der Übereinstimmung beim Ergebnis – Teilung, Neutralität und europäische Kosten – könnte man eine gemeinsame Politik erwarten, die auf diesem Konsens aufgebaut ist. Was es gibt, ist eine Koalition guter Absichten, die mit sich selbst verhandelt. Die Geografie wartet derweil nicht.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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Ein Teilnehmer berichtet, die USS Carney habe allein 3 Raketen und 11 Drohnen abgeschossen. Andere schätzen 8-10 Sekunden für die Aktivierung des Aegis-Systems.