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Ein Paar Maßstiefel kostet 800 Euro, Timberlands gibt es für 250: Die Lücke zwischen Handarbeit und industrieller Fertigung, wie im Forum diskutiert wird.
Maßstiefel: 800 Euro für handgefertigtes Schuhwerk
Ein Paar maßgefertigte Stiefel kann 800 Euro kosten. Timberlands mit GTX-Membran und Vibram-Sohle etwa 250. Und manche behaupten, wer weniger als 10.000 Peseten —"umgerechnet etwa 250 Euro", rechnet einer vor, der sich noch daran erinnert— für Schuhe ausgibt, verschenkt sein Geld. Die Zahl ist keine Laune: Es ist der alte Streit zwischen dem, was Serienproduktion kostet, und dem, was ein Unikat für einen einzelnen Fuß kostet.
Was kostet ein Schuh, der dreißig Jahre hält?
Das Argument für teure Schuhe stützt sich nicht auf die Ästhetik, sondern auf die Amortisation. Dem schnellen Konsum steht das klassische Beispiel gegenüber: ein Paar Bestaro-Stiefel, genutzt fürs Wandern, Motorradfahren und sogar zum Ausgehen, die "nach mindestens dreißig Jahren" noch wie neu sind. Manche sammeln drei oder vier ungetragene Paare und müssen sich jahrelang keine Schuhe mehr anschauen.
Die Überlegung folgt einer einfachen Logik. Hält ein Paar drei Jahrzehnte, sinken die Kosten pro Nutzung unter die jedes billigen Sneakers, der in zwei Saisons zerfällt. Das Problem ist die Anfangsinvestition, und da zittert der Durchschnittsgeldbeutel.
Das ist auch die Logik der Maßanfertigung. Beim Referenzmodell, Russell Moccasin, liegt die Bestellung bei rund 800 Euro und wird, Achtung, im Voraus bezahlt. Die Größentabelle wird durch ein Modell des eigenen Fußes ersetzt. Manche ändern sogar ihre Routine: eine Paraffinwanne für die Hände —wegen einer Gelenkerkrankung— und ein Fußabdruck, der am Ende bei einem Schuster in der eigenen Stadt landet.
Warum war handgefertigtes Schuhwerk historisch ein Luxus?
Ein Blick zurück lohnt sich. Jahrhundertelang gab es keine Möglichkeit, ein Geschäft zu betreten und Größe, Farbe und Modell zu wählen. Ein Handwerker fertigte Kleidung oder Schuhe in vielen Stunden Arbeit, und die Kosten im Verhältnis zum Lohn waren absurd. Die Herstellung von Leder oder Stoff folgte demselben Muster.
Es gab keinen Lagerbestand, weil niemand jahrelang umsonst arbeiten würde, um Paare anzuhäufen, die vielleicht nie verkauft würden. Das soziale Ergebnis war eindeutig: Ein großer Teil der Bevölkerung ging barfuß oder in Lumpen. Die Fließbandproduktion machte keinen Luxus billiger: Sie erfand eine Produktkategorie, die vorher nicht existierte.
Ein Detail entlarvt die Nostalgie. Auch früher suchte man keinen Schuh, der perfekt passte. Man kaufte einen guten und eing ihn ein, mit Blasen und allem, bis er nachgab. Der Mythos des perfekten alten Schuhs zerfällt von selbst.
Das Kleingedruckte der Maßnahme
Maßanfertigung ist keine Garantie für Erfolg. Die Warnung ist ernst: Es kann schiefgehen, und es gibt kein Zurück, weil man im Voraus zahlt. Der Tragekomfort —Zehen mit Spielraum, keine gequetschten Füße— hängt vom Urteil des Handwerkers und der Präzision des Fußabdrucks ab.
Demgegenüber bietet der Markt Abkürzungen: 250 Euro für Stiefel, die zwanzig Jahre halten, oder Restposten-Plattformen, auf denen dasselbe Schuhwerk zu Preisen erscheint, die jedes Qualitätsargument zunichtemachen.
Mit diesen Preisunterschieden müsste ein Serienschuh jeden Handwerker vernichten. Tut er. Und trotzdem zahlt jemand 800 Euro für einen Abdruck seines eigenen Fußes. Was ist das wert?
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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