Más Madrid fordert öffentliche Supermärkte und Preisdeckel

Más Madrid bringt im Stadtrat von Getafe ein Netzwerk öffentlicher Supermärkte und gedeckelte Preise für Grundnahrungsmittel ein. Die Haushaltsausgaben stiegen von 31.586 € auf 37.360 €.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Más Madrid fordert öffentliche Supermärkte und Preisdeckel
Más Madrid will öffentliche Supermärkte und gedeckelte Preise für den Warenkorb

Más Madrid hat einen Antrag eingereicht, um ein Netz öffentlicher Supermärkte zu schaffen und die Preise für Grundnahrungsmittel zu begrenzen. Die lokale Organisation der Partei von Mónica García in Getafe, Más Madrid Compromiso mit Getafe, wird den Vorschlag am 1. Dezember im Stadtrat vorlegen und benötigt die Unterstützung von PSOE und Podemos, um ihn durchzubringen. Das erklärte Ziel beschränkt sich nicht auf die Gemeinde: Die Partei möchte die Forderung an die Zentralregierung weitergeben, der sie über das Kontingent von Sumar angehört.

Der Text basiert auf einer Diagnose: Nahrungsmittel haben die höchsten Anstiege des Verbraucherpreisindex (VPI) verzeichnet, und viele Grundprodukte sind für viele Familien fast unerschwinglich geworden. Der Antrag spricht von einem Wirtschaftsmodell, das Oligopole belohnt, sowie von spekulativen Praktiken großer Zwischenhändler und Handelsketten, die den Markt konzentrieren und missbräuchliche Preise festsetzen. Als Beleg dient die Tatsache, dass die durchschnittlichen jährlichen Haushaltsausgaben von 31.586 Euro im Jahr 2015 auf 37.360 Euro im Jahr 2023 gestiegen sind, und in Getafe befinden sich mehr als tausend Familien in einer prekären Lage.

Was genau der Antrag fordert

Das Paket umfasst vier Punkte. Der erste ist ein Mechanismus zur Kontrolle und Begrenzung der Preise für gängige und gesunde Produkte: Brot und Getreide, Fleisch, Fisch, Milch, Käse, Eier, Öle, Obst, Hülsenfrüchte, Gemüse, Kartoffeln und Babynahrung. Der zweite Punkt ist die Schaffung eines Netzes öffentlicher Supermärkte, damit die gesamte Bevölkerung Zugang zu frischen Lebensmitteln zu fairen Preisen hat. Der dritte Punkt ist eine unabhängige Beobachtungsstelle für Nahrungsmittelpreise. Und der vierte Punkt ist die Stärkung des Gesetzes über die Lebensmittelkette, damit kein Agrarprodukt unter den Produktionskosten bezahlt wird, mit exemplarischen Sanktionen bei Verstößen.

Von der Autonomen Gemeinschaft Madrid wird etwas anderes verlangt: Förderung des regionalen Konsums und kurzer Vertriebswege, indem Genossenschaften und der Zugang zu saisonalen Produkten aus Madrid in Bildungseinrichtungen, Krankenhäusern und Pflegeheimen unterstützt werden. Die Parallele besteht darin, dass die Partei Teil der Regierung von Pedro Sánchez ist, aber die Verantwortung für das Problem ausschließlich der Regierung von Isabel Díaz Ayuso zuschreibt, der vorgeworfen wird, nicht mit Gutscheinkarten oder höheren Investitionen in soziale Speisesäle zu handeln.

Das andalusische Vorbild, das scheiterte

Es ist keine neue Idee. Adelante Andalucía, damals von Teresa Rodríguez geführt, hatte bereits ein Netz öffentlicher Supermärkte in der Region vorgeschlagen und daran erinnert, dass Spanien mit Mercasa ein staatliches Großhandelsunternehmen betreibt, das 23 Niederlassungen im ganzen Land unterhält. Die Initiative kam nicht zustande. Vorschläge zur Preisbegrenzung waren nach dem Ausbruch des Ukraine-Kriegs, als die Inflation den Warenkorb stark verteuerte, in der Linken üblich.

Das Argument, das die Debatte prägt: Kuba und Venezuela

Die Mehrheit der wirtschaftlichen Analysen weist auf ein bekanntes Muster hin. Es wird argumentiert, dass Preisdeckel und staatliche Läden bereits im sowjetischen Einflussbereich und in Kuba getestet wurden, was zu leeren Regalen, Knappheit und Warteschlangen führte. Ein direkter Bericht beschreibt die Routine in einem kubanischen Laden, wo man auf die Lieferung von Reis wartet, der eigentlich Monate zuvor hätte eintreffen sollen, bei einem Durchschnittslohn von 4.000 Pesos und einem offiziellen Wechselkurs von 120 Pesos pro Euro gegenüber 450 bis 500 auf dem Schwarzmarkt.

Das zweite Argument betrifft die Kosten. Wenn der öffentliche Supermarkt billiger verkauft, muss jemand die Differenz bezahlen: Entweder trägt der Steuerzahler die Verluste, oder der Produzent wird subventioniert, oder Waren werden beschlagnahmt. Manche erinnern daran, dass die Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel unverändert bleibt und die öffentlichen Einnahmen ebenfalls Rekorde brechen, ein Aspekt, der selten berücksichtigt wird. Die Alternative, die von anderer Seite genannt wird, ist das US-Modell der Lebensmittelgutscheine: Einkaufsgutscheine statt Aufbau einer neuen staatlichen Struktur.

Das Managementproblem, das niemand diskutiert

Die häufigste Kritik ist nicht ideologischer, sondern operativer Natur. Es wird bezweifelt, dass eine öffentliche Struktur eine Vertriebskette so effizient wie ein privates Unternehmen managen kann, und es wird das Risiko angeführt, dass Auffüller und Kassierer zu Beamten werden, für deren Dienst man Termine vereinbaren muss. Der Vergleich mit Mercasa, einem bereits bestehenden Großhandelsunternehmen, das nichts gelöst hat, taucht mehrfach auf.

Die zugrunde liegende Rechnung ist für den Ansatz unbequem: Wenn das Ziel ist, den Warenkorb zu verbilligen, ohne die Produktionskette anzutasten, muss die Marge irgendwo herkommen. Und diese Quelle war in allen bekannten Experimenten der öffentliche Haushalt. Die vernünftigste Prognose angesichts der aktuellen Lage ist, dass der Antrag in Getafe debattiert, genehmigt oder abgelehnt wird und als Parteiposition ohne konkrete Umsetzung bestehen bleibt. Es sei denn, jemand legt eine Kostenaufstellung vor.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (115 Antworten).

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