Marokko gründet Komitee zur Geltendmachung von Ansprüchen auf Ceuta und Melilla

Marokko setzt ein Komitee ein, um Ansprüche auf Ceuta und Melilla zu erheben, nachdem die spanische Regierung marokkanische Marineeinfälle erst mit Verspätung eingestanden hatte.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Marokko gründet Komitee zur Geltendmachung von Ansprüchen auf Ceuta und Melilla
Marokko gründet Komitee zur Geltendmachung von Ansprüchen auf Ceuta und Melilla

Am 30. Juli 2021 drangen laut Berichten marokkanische Kriegsschiffe in die Gewässer von Ceuta ein, zeitgleich mit der massenhaften Ankunft von Migranten in der autonomen Stadt. Die Regierung unter Sánchez gab dies erst 74 Tage später zu. Fast zwei Jahre später rückt diese Nachricht den Fokus wieder auf die Südgrenze: Nach verbreiteten Informationen hat Marokko ein Komitee gebildet, um die Annexion von Ceuta und Melilla voranzutreiben. In der Debatte wird dieser Schritt als eine Grüne Marsch 2.0 beschrieben, ein diplomatisches Manöver, das Migrationsdruck, Investitionen in nahestehende Organisationen und militärische Entsendungen nahe den beiden autonomen Städten kombiniert.

Die Regierung Sánchez verschwieg 74 Tage lang das Eindringen marokkanischer Kriegsschiffe in die Gewässer von Ceuta, ein Faktum, das sie schließlich selbst einräumte. Die Opposition und viele Analysen argumentieren, dass Marokko straflos handelt, weil es Schwäche in der spanischen Exekutive wahrnimmt. Die offene Frage ist, ob Spanien einen echten Plan hat oder ob es, wie 2021, nur das Notfallmanagement vor Ort betreibt.

Was geschah mit den marokkanischen Schiffen in den Gewässern von Ceuta?

Die Fakten sind folgende: Am 30. Juli 2021 stationierte die marokkanische Marine laut veröffentlichten Berichten die Fregatte Hassan II und andere Schiffe in den Gewässern nahe Ceuta. Demnach verließ die Fregatte am selben Tag Ksar Sghir. Die spanische Regierung informierte darüber erst 74 Tage später, als Sánchez es öffentlich zugab. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Migrationskrise bereits Tausende irreguläre Einreisen und eine überforderte Stadt hinterlassen.

Die Opposition bezeichnete die Vertuschung als „beschämend“ und forderte Erklärungen im Kongress. Innenminister Fernando Grande-Marlaska erklärte: „Marokko ist keine Bedrohung, weder für Ceuta noch für Spanien, es ist ein zuverlässiger Partner.“ Dieser Satz, geäußert nach Bekanntwerden des maritimen Eindringens, fasst die offizielle Linie zusammen: Das Schlimmste leugnen und auf Diplomatie vertrauen.

Marokkos Strategie: Komitees, Investitionen und militärischer Druck

Marokko agiert nicht nur auf militärischer Ebene. Laut verbreiteten Informationen hat das Land 50 Millionen Euro in zivilgesellschaftliche Organisationen investiert, um Ceuta nach der WM 2030 einzufordern. Es bereitet also langfristig den Boden vor mit einer Abnutzungskampagne, die Lobbying, nahestehende Medien und Präsenz auf internationalen Foren kombiniert.

Hinzu kommt, so Quellen, die Stationierung von Bataillonen, die auf elektronische Kriegsführung spezialisiert sind, nahe Ceuta und Melilla sowie der Bau von Tunneln in der Stadt selbst. Die mit Marokko verbundene Fqih-Tetuan-Stiftung bezeichnete den Besuch der Könige in Ceuta als „Provokation der Gefühle der Marokkaner“ und führte ihn auf eine „imperialistische Mentalität“ zurück. Der Druck ist konstant.

Ceuta zwei Monate später: Absperrungen an Stränden und ungeklärter Müll

Die Lage vor Ort ist alles andere als gelöst. Zwei Monate nach dem Masseneintritt waren die Strände in Ceuta weiterhin abgesperrt, Umsiedlungen hatten keine endgültige Lösung, und freiwillige Rückkehrer machten nur einen verschwindend geringen Anteil aus. Leserbriefe in der lokalen Presse sprachen von Angst, Nachbarn, die den Bus nicht mehr nutzten, und einer Stadt, die sich daran gewöhnte, unter Spannung zu leben.

Bilder von Tonnen ungeklärten Mülls, während Nichtregierungsorganisationen Plastiktüten verteilten, wurden zum Symbol der Lähmung. Ein Teilnehmer der Debatte fasste es so zusammen: „Reinigung von Tonnen Müll in Ceuta. Die Leute von den NGOs sieht man nicht, die seit 70 Tagen Tausende Plastiktüten verteilen.“ Die Kritik am Management, sowohl der Zentralregierung als auch der Autonomen Stadt, ist breit gefächert.

Die Rolle des Königs und der Besuch in Ceuta

Der Besuch von Felipe VI. und Letizia in Ceuta, 19 Jahre nach dem letzten Mal, wurde mit Flaggen und Rufen wie „Ich bin Spanier“, „Es lebe der König“ und „Ceuta verteidigt sich“ empfangen. Tausende Ceutaner säumten die Route. Für manche Analysen war der Besuch ein institutioneller Rückenwind; für andere war es Kosmetik, die die Realität der Straßen verdeckte.

Das Königshaus bestätigte, wie La Gaceta berichtete, dass der König über das Eindringen marokkanischer Schiffe in die Gewässer von Ceuta informiert war, was die Regierung Sánchez verschwiegen hatte. Dieses Detail erhöht den Druck auf die Exekutive: Wenn der König es wusste, warum wurde die Öffentlichkeit nicht informiert?

Debatte über eine mögliche Annexion

Manche behaupten, die nächsten vier Jahre seien Marokkos beste Chance, Ceuta und Melilla zu annektieren, mit Sánchez in Spanien und Trump in den USA. Andere entgegnen, dass eine solche Operation internationale Kosten hätte, die nicht tragbar wären, und dass der Weg gradueller Druck sei, nicht Invasion. Die pessimistischste Berechnung geht davon aus, dass Marokko bereits handelt, als gehörten die Städte zu seiner Sphäre; die optimistischste vertraut darauf, dass NATO und EU reagieren würden.

Tatsache ist, dass die kleinste Landgrenze der Welt, 85 Meter zwischen Marokko und Spanien, weiterhin ein Brennpunkt ist. Und dass die marokkanische Strategie alle Mittel nutzt: militärische, wirtschaftliche, mediale und migrationspolitische.



Letztlich ist der beunruhigende Aspekt nicht die Rhetorik: Es ist die Tatsache, dass 74 Tage amtliches Schweigen nicht verhindern konnten, dass die Wahrheit ans Licht kam. Und dass Ceuta zwei Jahre später immer noch auf eine Lösung wartet, die nicht kommt.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (2752 Antworten).

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