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Marokko 2030: Warum Ceuta, Melilla und die Kanaren verwundbar sind
2002 besetzten zwölf marokkanische Gendarmen die Insel Perejil. Der angebliche Plan Marokko 2030 richtet sich erneut gegen Ceuta, Melilla und die Kanaren.
Der Plan Marokko 2030 und die Verwundbarkeit von Ceuta und Melilla
Am 11. Juli 2002 landeten zwölf Angehörige der marokkanischen Königgendarmerie auf der Insel Perejil – aus Rabats Sicht Leyla – und hissten zwei marokkanische Flaggen. Die Insel war unbewohnt: Es gab keinen Widerstand. Sie liegt 200 Meter vor der marokkanischen Küste und elf Kilometer von Ceuta entfernt, mitten in der Straße von Gibraltar, und der Vorstand brachte die beiden Länder an den Rand eines bewaffneten Konflikts. Genau dieser Präzedenzfall dient als Anknüpfungspunkt für eine Analyse vom 24. April 2024, die eine angebliche Besetzung von Ceuta, Melilla und den Kanarischen Inseln als Plan Marokko 2030 bezeichnet. Mitten im Vorfeld der Fußball-Weltmeisterschaft.
Wovon Ceuta und Melilla leben: Beamte, Handel und kaum Industrie
Die Frage, die das ganze Thema strukturiert, ist eine wirtschaftliche. Ceuta und Melilla sind zwei winzige Gebiete: ohne Landwirtschaft oder Viehzucht, ohne Bergbau und mit nur einer symbolischen Industrie. Sie leben vom öffentlichen Dienst und vom Handel, wobei der Grenzverkehr das Rückgrat bildet. In Melilla geht eine kursierende Schätzung von rund 70 Prozent muslimischer Bevölkerung aus, davon ein Teil Marokkaner oder kürzlich eingebürgerte Spanier, der Rest überwiegend ältere Menschen und Beamte. Sieht die demografische Lage so aus, fällt jedes Verteidigungsszenario mit bewaffneten Zivilisten in sich zusammen.
Gibraltar zum Vorbild: Steuererleichterungen zur Wiederbevölkerung der Grenze
Der am häufigsten geäußerte Vorschlag ist kein militärischer, sondern ein steuerlicher. Festlandspanier mit Steuervorteilen zur Umsiedlung anregen, ein reduziertes Steuersystem einführen, um mit Gibraltar zu konkurrieren, und die Belastung der Arbeitnehmer senken. Gibt es keine Rohstoffe, verkauft man eben den Steuersatz. Das Problem: Der Grenzhandel funktioniert wegen der Preis- und Zollasymmetrie mit Marokko, nicht weil die Gebiete Dienstleistungen anziehen könnten. Wiederbevölkerung durch Steuersenkungen klingt nach einem Plan; oft ist es eine subventionierte Fassade.
Ceuta ist eine Naturfestung; Melilla ein Tal ohne Höhen
Die Geographie entscheidet. Ceuta lässt sich mit wenigen Einheiten verteidigen, weil es eine Naturfestung ist. Melilla liegt in einem Tal, die Höhen liegen jenseits der Grenze, und das Gelände ist nicht unter Kontrolle. Dazu kommt die Logistik: Das Wasser kommt aus einer Entsalzungsanlage, der Strom aus einem Wärmekraftwerk, die Lebensmittel über einen kleinen Hafen, die Luftanbindung über eine einzige Landebahn. Vier Ziele, die sich zu Beginn jeder Feindseligkeit leicht außer Gefecht setzen lassen. Wer behauptet, ein gut ausgestattetes Ceuta wäre ein zweites Gibraltar, gibt im selben Atemzug zu, dass ohne Luft- und Seehoheit keine Verteidigung möglich ist.
Die NATO, die WM 2030 und eine Erzählung ohne Belege
Gilt der NATO-Artikel 5 auch für Ceuta und Melilla? Das ist der am heftigsten diskutierte Punkt. Der Präzedenzfall Perejil wird als Beweis zitiert: Die Allianz forderte Rabat auf, die Besetzung zu beenden, mobilisierte aber keine eigenen Mittel. Für ein anderes Argument spricht die Ruhe: Die Fußball-Weltmeisterschaft 2030, die Marokko vor Augen hat, würde jeden Front eröffnen unthinkable machen. Und dann ist da noch das Geräusch: Ein Teil der Analyse macht Marokko zur Figur auf einem fremden Brett, mit Washington oder einer globalen Agenda, die die Fäden zieht. Kein Beleg stützt diese Lesart.
Was wirklich irritiert, ist keiner dieser Szenarien. Es ist das Datum. Das ganze Gebäude – der Grüne Marsch 2.0, die abwesende NATO, das Schachbrett 2030 – stützt sich auf einen Text vom 24. April 2024, der noch lange danach kursierte, ohne dass eine einzige Zahl ihn bestätigte oder widerlegte. Ein Dokument, das altert, ist noch lange kein widerlegtes Dokument.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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