Maria als Bundeslade: These stellt Mariendogmen infrage

Forum-Thread identifiziert Maria mit der Bundeslade. Parallelen zu II Samuel und Lukas beleuchten Dogmen.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Maria als Bundeslade: These stellt Mariendogmen infrage

Ein Forum-Thread vertritt eine These, die für manche wie Häresie klingt, für andere wie ein Beweis: Die Jungfrau Maria sei die Bundeslade, die neue und ewige, während die alte Lade im Grab des Mose nahe dem heutigen Staat Israel begraben liege, ohne dass jemand den genauen Ort kenne. Der Ansatz beginnt mit zwei Passagen des Alten Testaments, die parallel gelesen werden: die Überführung der Lade in die Stadt Davids in II Samuel 6 und der Besuch Marias bei Elisabeth in Lukas 1. Die Parallelen sind auffällig: Drei Monate bleibt die Lade im Haus Obed-Edoms, drei Monate bleibt Maria bei Elisabeth; David tanzt vor der Lade, das Kind hüpfte im Leib der Elisabeth.

Die Parallele zwischen II Samuel 6 und Lukas 1

Das Zusammentreffen der drei Monate ist der am häufigsten wiederholte Grundpfeiler. In II Samuel 6 bleibt die Lade drei Monate im Haus Obed-Edoms aus Gat und der Herr segnet sein Haus; in Lukas 1 bleibt Maria etwa drei Monate bei Elisabeth. Das Hüpfen des Kindes im Leib der Elisabeth wird als Echo von Davids Tanz vor der Lade gelesen. Und Psalm 132 – „Erhebe dich, Herr, komm zu deiner Ruhe, du und die Lade deiner Macht“ – dient als Scharnier zwischen beiden Erzählungen.

Hinzu kommt Offenbarung 11,19: „Der Tempel Gottes im Himmel wurde aufgetan und die Lade seines Bundes wurde in seinem Tempel sichtbar.“ Der nächste Vers eröffnet Kapitel 12 mit der Frau, mit der Sonne bekleidet. Für die Befürworter der These ist die Reihenfolge kein Zufall: erst die Lade, dann die Frau.

Warum wird diskutiert, ob Maria die Bundeslade ist?

Der Reibungspunkt liegt in Offenbarung 12,2: Die schwangere Frau „schrie wegen Wehen und Schmerzen“. Wenn Maria ohne Erbsünde empfangen wurde, argumentieren einige, sollte sie nicht unter Geburtsschmerzen leiden, denn diese sind laut Genesis 3,16 Strafe für die Erbsünde. Die im Diskurs gegebene Antwort lautet, dass die Kirche leide oder leiden werde und Maria mit der Kirche dieser Zeit leide, bis der Sohn komme, der Ordnung in die Welt bringe. Psalm 72 wird zur Unterstützung zitiert: „Er lebt so lange wie die Sonne, wie der Mond durch alle Geschlechter.“

Manche gehen weiter und behaupten, die Frau mit der Sonne könne gerade wegen dieser Schmerzen nicht die Jungfrau sein. Die Diskussion endet nicht.

Himmelfahrt, Dogmen und die ersten Christen

Eine weitere Linie des Streits besagt, dass die Kirche immer an die Himmelfahrt und die unbefleckte Empfängnis geglaubt habe und dass Dogmen nichts Neues einführen, sondern nur das bereits Geglaubte festlegen. Man beruft sich auf die Schriften von Ignatius von Antiochien, Polycarp und Irenäus von Lyon, den ersten Christen, die von den Aposteln selbst zum Lehren entsandt wurden, wo – so wird behauptet – alle marianischen Dogmen bereits enthalten seien. Der gegenteilige Einwand ist chronologisch: Die unbefleckte Empfängnis wurde erst 1854 zum Dogma erklärt, fast zweitausend Jahre später.

Über die Himmelfahrt heißt es, Maria habe mit fast 70 Jahren und noch jugendlichem Aussehen, wie von 35, da sie nicht sterben musste, gewählt, wie ihr Sohn zu sterben, um dann von Engeln in einer Truhe in den Himmel getragen zu werden. Auch das Fest Maria, Mutter der Kirche, wird erwähnt, das Franziskus für den Montag nach Pfingsten festlegte und im März 2018 einführte.

Die verlorene Lade, Indiana Jones und das verschwundene Buch

Die kurioseste Ableitung des Threads: Es wird behauptet, der Indiana-Jones-Film sei eine kryptische Epopee, die weniger die Suche nach der alten Lade symbolisiere als die nach dem Buch über die glorreiche Himmelfahrt Marias, geschrieben von den Aposteln und verloren gegangen. Die Figur Marion wird als Typus für Maria gelesen, und die Szene, in der Indiana sie vor Schlangen rettet, als bewusste Anspielung. Es gibt keine dokumentarische Bestätigung dafür, aber die Namensähnlichkeit liefert Munition für das Argument.

Vom Dogma zur politischen Schützengraben

Der Thread driftet in weniger theologische Gefilde ab. Es wird behauptet, das wahre Ntumntumntumntum sei das katholische Christentum und das Ntumntumntumntum habe sich geirrt, als es den Messias ablehnte; wer anderer Meinung ist, wird beschuldigt, einer außerirdischen Verschwörung zu folgen, und vor Verdammnis gewarnt. Andere Stimmen verteidigen, dass päpstliche Enzykliken das Beste der Welt seien und alle Wege nach Rom führten. Parallel dazu wird eine Website zitiert, die behauptet, die Päpste seit 1958 seien keine Christen und die Kirche sei seit dem 19. Jahrhundert von der Freimaurerei infiltriert worden, wobei das Zweite Vatikanische Konzil den Bruchpunkt darstelle.

Die Diskussion vergiftet sich und verliert den roten Faden. Manche fragen, warum das Christentum Interesse an einem Fetisch einer anderen Religion hat, die es hasst, und warum man fast 2000 Jahre lang nicht an die unbefleckte Empfängnis glaubte. Die Antwort – dass die Dogmen immer geglaubt wurden – überzeugt nicht alle.

Das Ende: Die Lade, die niemand findet

Niemand weiß, wo sich die Lade des alten Bundes befindet. Das gibt sogar derjenige zu, der die marianische These verteidigt. Klar ist jedoch, dass es in der Diskussion nicht um Archäologie geht: Es geht darum, was man mit einem Symbol macht, wenn das Symbol seinen Gegenstand verliert. Und im Hintergrund steht die unbeantwortete Frage: Wenn die Lade nur ein Schatten dessen war, was kommen sollte, was macht man mit dem Schatten, wenn das Licht schon da ist?

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (129 Antworten).

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