Männliches Äquivalent zu 'Charo' sucht Namen: von Chimo bis Gonzalo
Es gibt eine Figur, die keinen Namen hat, aber jeder erkennt sie. Die Prämisse ist einfach: Es existiert ein Männertypus, der die Merkmale des archetypischen "Charo" (ein spanisches Klischee für eine bestimmte linksorientierte Frau) nachahmt, doch niemand hat den entsprechenden Begriff für Männer geprägt. Der erste Vorschlag wirft eine Reihe von Kandidaten auf – Rosaritos, Gonzálos, Iñakis, Quims, Tonis, Jordis, Quiques – und liefert gleich ein Phantombild mit Dreitagebart, Hornbrille, lässiger Kleidung in gedeckten Tönen, Accessoires mit politischer Symbolik und zerzaustem Haar. Die Diskussion mündete schnell in ein Grundproblem: Das äußere Erscheinungsbild unterscheidet niemanden mehr.
Das Phantombild, das niemanden mehr identifiziert
Die Aufzählung äußerer Merkmale löst sich auf, sobald man sie mit der Realität vergleicht. Dreitagebärte, Wollpullover oder dicke Brillengestelle sind seit Jahren keine ideologischen Marker mehr: Heute trägt sie jeder, vom Talkshow-Gast bis zum Lieferfahrer. Ästhetik wählt nicht ab. Manche behaupten, dass langes Haar, einst ein eindeutiges Zeichen des Linkswahlens, heute häufiger bei denen vorkommt, die die aktuelle Linke ablehnen. Die Debatte verschiebt sich daher vom Kleiderschrank zum Verhalten.
Die These, die an Boden gewinnt, besagt, dass das männliche Pendant nicht durch Kleidung definiert wird, sondern durch Handeln. Man deutet auf ein Profil eines Beamten oder Aktivisten im Hintergrund, mit einer Schaufenster-Rhetorik für Feminismus und Umweltschutz, der offene Konflikte meidet und indirekte Wege nutzt. Die häufigste Kritik lautet: Doppelmoral. Wer öffentlich Modernität zur Schau stellt, hält privat an Dynamiken fest, die diesem Diskurs widersprechen. Dies ist kein schmeichelhaftes Porträt, und es sollte als das genommen werden, was es ist: eine Arbeitshypothese über einen Archetypus, keine Beschreibung einer konkreten Person.
Chimo, Joaquín und das Problem der Eigennamen
Der Kandidat mit der größten Unterstützung ist Chimo, eine Koseform von Joaquín im östlichen Spanien, ähnlich wie Paco für Francisco oder Pepe für José steht. Das Argument folgt der linguistischen Logik: Wenn Charo als Gattungsbegriff funktioniert, tut Chimo dasselbe. Die Variante Joaquines taucht als Alternative auf, mit derselben Wurzel. Andere bevorzugen Gonzalo, weil ein konkreter Eigenname oft die gesamte Gruppe bezeichnet; hier wird häufig der Talkshow-Gast Miró genannt.
Gegen diesen Ansatz verteidigt eine Strömung, dass der Name aus der Umgangssprache stammen muss, nicht aus dem Heiligenkalender. Mangina und bebesojas werden als bereits gebräuchliche Begriffe angeführt, die den Mann beschreiben, der fremde Diskurse übernimmt, um Anerkennung zu gewinnen. Der Einwand lautet, dass dies Beleidigungen sind, keine Kategorien. Und es gibt einen dritten Weg, der die Prämisse verneint: Das weibliche "Charo" hat eine Komponente des institutionellen Parasitismus – eine Stelle in der Verwaltung, subventionierter Aktivismus –, die beim männlichen Pendant nicht gleichermaßen reproduziert wird. Das männliche Äquivalent wäre eher der Allwissende Meinungsführer, der im Fernsehen oder in sozialen Medien über alles spricht, ohne je etwas gearbeitet zu haben.
Paco ist nicht Charo, und darin liegt der Knackpunkt
Die produktivste Verwirrung im Austausch ist die Vermischung von Paco und Charo. Sie sind nicht äquivalent. Paco steht für das Ursprüngliche und Traditionelle: Selbstständiger, handwerklich begabt, repariert, was kaputt ist, und hält die Theke im Lokal. Charo hingegen wird mit dem administrativen Blutsauger, der schlecht geleisteten öffentlichen Stelle und häufigen Krankmeldungen assoziiert. Einer produziert; der andere klammert sich laut dieser Lesart fest. Diese Unterscheidung ist entscheidend, denn sie erklärt, warum kein Name wirklich Fuß fasst: Man versucht, zwei verschiedene Dinge mit demselben Etikett zu benennen.
Von dort aus quillt der Katalog der Vorschläge über. Rosaritos, Iñakis, Quims, Tonis, Jordis, Quiques, Filomeno, Evaristo, Protasio, Justino, Mauri, Rosauro, Silvano, Marios, Genaros, Paolos, Begoños, Macharolos. Ein Teilnehmer fasst die Schwierigkeit mit einer Beobachtung zusammen, die mehr wert ist als alle Kandidaturen: Charo und Paco konvergieren mit zunehmendem Alter, wenn der Testosteronspiegel sinkt und die Merkmale sich angleichen. Sie werden zu Pacos und sie werden zu Charos, und in diesem Mittelbereich kann sie niemand mehr unterscheiden.
Die unbeantwortete Frage
Die Liste der Kandidaten umfasst mehr als zwanzig Namen, und keiner setzt sich durch. Der eigentliche Grund ist nicht mangelnde Fantasie, sondern das Fehlen eines gemeinsamen definierenden Merkmals. Charo hat ein erkennbares Profil: standardisierte Ästhetik, kämpferischer Diskurs, institutionelle Verankerung. Der Mann, der ihm ähnelt, teilt den Diskurs, aber nicht die Ästhetik oder die Lebensweise, und leidet zudem darunter, dass seine vermeintliche Ideologie-Treue als Verführungsstrategie gelesen wird, nicht als Überzeugung. Kann man einen Archetypus taufen, der so nicht existiert, oder wird der Name am Ende nur eine Handvoll Talkshow-Gäste bezeichnen?
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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