Männliche Lust wird müde: Das Ende eines Mythos

Männliches Verlangen ist nicht unendlich: Der Coolidge-Effekt und hormonelle Veränderungen erklären, warum auch Sex anstrengt. Wissenschaftliche Daten zerstören den Mythos.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Männliche Lust wird müde: Das Ende eines Mythos

Ein 45-jähriger Mann, seit fünfzehn Jahren verheiratet, mit stabilem Sensual, ertappt sich dabei, dass er während des Akts an die Decke starrt. Das ist keine Beziehungskrise: Es ist Biologie. Der sogenannte 'Coolidge-Effekt' – die Gewöhnung des Gehirns an repetitive Reize – erklärt, warum Neuheit ein ebenso potenter Treiber des Verlangens ist wie Testosteron. Aber es gibt mehr.

Routine bremst die Libido, sagt die Neurowissenschaft

Der Begriff 'Coolidge-Effekt' stammt aus einem Experiment mit Ratten: Ein Männchen kopulierte mit einem Weibchen bis zur Erschöpfung, fand aber das Interesse wieder, sobald ein neues hinzukam. Beim Menschen funktioniert es ähnlich. Die Wiederholung sens Muster – gleiche Zeit, gleicher Ort, gleiche Praktiken – verringert die dopaminerge Reaktion. Es ist kein Mangel an Liebe: Es ist Physiologie.

Der hormonelle Faktor: von der Pubertät bis 80

Manche behaupten, Verlangen sei rein hormonell: Die Drüse, die Testosteron produziert, verlangsamt sich mit den Jahren. Ein Mann kann von mehrmaligem Erguss pro Tag dazu übergehen, wochenlang kein Verlangen zu spüren. Das ist kein Mangel an Männlichkeit; es ist der natürliche Zyklus des Testosterons, das vom 12. bis zum 80. Lebensjahr hoch bleiben kann, aber mit Höhen und Tiefen.

Echte Müdigkeit oder Langeweile: zwei Seiten derselben Münze

Die Debatte stellt diejenigen, die nie genug bekommen können – 'davon wird man nie müde' –, gegen diejenigen, die behaupten, 'alles ermüdet'. Die verblüffende Zahl: Zu viel Sens in kurzer Zeit erzeugt körperliche Erschöpfung und eine Refraktärzeit, die Stunden dauern kann. Langeweile dagegen ist psychologisch und bekämpft man mit Abwechslung, nicht mit Ruhe.

Der stillschweigende Konsens lautet: Verlangen verläuft nicht linear. Man kann Sens leid sein und trotzdem mehr Sens wollen, wenn sich der Reiz ändert. Die Neurowissenschaft bestätigt es; der gesunde Menschenverstand ahnt es. Was niemand so recht erklärt, ist, warum die Gesellschaft den Mann weiterhin als unersättliche Sens verkauft, während die Biologie das Gegenteil sagt.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (16 Antworten).

Weitere Zusammenfassungen

Alle Zusammenfassungen auf Deutsch →

-
Volver